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2 (1923) Von der Mitte des zehnten Jahrhunderts bis zum Ausbruch des Kampfes zwischen Kirche und Staat : mit Index
Entstehung
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Leo von Vercelli. 5 j j

cur ,ne horum omnium stolidissimum ... ad tarn sublime opus scribendum, sicut in seguen-iibus apparet, eligerc dignemini und 12 Scripsi enim vestra coactus iussione, quando cepitcd quomodo dominus noster . .. abbas Witigoiro virtutum studiis in hac floruit potestate,quomodo etiam in suae prelationis ') iniiio praedia nostra tempore Euodmanni captivatapace ab invasoribtts direpta penitusqne vastata in integrum adqnirendo restituit et .. . adipsa divina officia celebranda qualia vel quanta aecclesiarum templa in quibusdam ad nospertinentibus locis constituit. Zum Inhalt 18 Quid enim per decem annos huius iam pre-lationis regimen subeundo in hoc loco fecerit sub aecclesiarum structuris et in variis diversioperis arcuum colomnarumque celaturis in altaribus quoque et in crucibus auro atque argentofabrefactis, Ulis quippe preciosis monilibus mira gemmarum textura insertis non pretermittitstiltis liaec omnia scribentis. Zur Form des Gedichts 23 Igitur sub quadam appellationc locipersonal» (nämlich Augia) feci meis assertionibus occurrere, sribensque sub exametris versfbusin pronum currentibus'*) omnia studui .. . fine tenusperficere. Der poetische Prolog p. 622.33Incivit hie textus per dieta poetica scriptus, Floreat in quantis ornatibus Augia felix Hacin struetura, quam fecit nobilis abba Dans Studium Christo, qui nomen habet Witigowo. DieFortsetzung des Gedichts mit der Zeitangabe beginnt 495 Post ut in undeeimum venu feli-cüer rannum. Die veränderte Form der Erzählung ergibt sich z. B. 527 His ita transactis(Annalenstil) remeavit pastor herilis Ad gremium sponsae') recreans sua membra quiete.Das Gedicht ist in der einzigen Handschrift unrichtig angeordnet, was Pertz erkannte; aberer hat nicht bemerkt, daß vier Blätter fehlen. Auf diese Lücken wurde durch die bei GallusOehem vorhandenen Exzerpte aufmerksam 0. Breitenbach, der Neues Archiv 2, 176 f.hierüber handelte (besonders nach Vs. 313) und glaubte, daß Oehem eine vollständige Ueber-lieferung hatte. K. Brandi (Die Chronik des Gallus Oehem, Heidelberg 1893) machte S. 25im Kommentar darauf aufmerksam, daß nach p. 78 (= nach Vs. 313) zwei Blätter fehlen,desgleichen nach p. 82; daselbst S. 74 zu 14 über die Benutzung des Gedichts durch Oehem;daselbst S. 73 zu 14 über Ruodmann. Zur Absetzung Witigowos vgl. Herimanni Aug. chron. 997(MG. SS. 5,118, 9) Augiae Witegowone abbate privato Alaicicus abbas 26 tus promotus. EinzigeHs.: Caroliruh. Augiens. CCVs.X ex. p. 7184. Ausgabe von Pertz, MG. SS. 4, 622632 =Migne 139, 351364. Auszüge bei Fil. Ermini, Poeti epici latini del sec. X p. 99103.Vgl. Wattenbach 1,445. Ueber die kunstgeschichtlichen Momente vgl. Neuwirth, WienerSB. 106,65 ff. F. X. Krauss, Gesch. d. christl. Kunst 2, 54 ff.

Viel unbedeutender ist die hagiographische Literatur Reichenaus aus der ersten Hälftedes 10. Jahrhunderts. Man glaubte hier den Leib des hl. Markus von einem Venetianer er-halten zu haben und außerdem besaß man ein Kreuz mit dem Blute Christi, das ein AraberKarl dem Großen geschenkt haben sollte. Ueber beide Reliquien und die von ihnen be-wirkten Wunder schrieb man in Reichenau. Die Miracula s. Marci 4 ) stehen im Caroliruh.Aug. LXXXIV s. X f. 138, Ausgabe von F. Mone, Quellensammlung zur badischen Landes-geschichte 1, 6267; die Translatio sanguinis domini steht in derselben Handschrift f 124s. XI, Ausgabe von F. Mone daselbst 1,68 77. Beide Schriften zeigen die Reimprosa.

88. Leo von Vercelli,

Leo stammte wahrscheinlich, wie sein Name bezeugt, aus Italien undmag um 965 geboren sein. Von seiner Jugend wissen wir nichts, außerdaß er Kleriker wurde. Jedenfalls verband er eine ungewöhnlich tiefeBildung mit einem hochfliegenden Geiste, sonst wäre die spätere enge Ver-bindung mit den führenden Geistern der Zeit, Kaiser Otto III. und Gerbert,nicht möglich gewesen. Sobald uns Leo nämlich entgegentritt, ist er imGefolge des jungen Kaisers, und zwar im September 996 zu Mainz, alsBischof Adalbert von Prag eben nach Preußen gehen wollte. Damals weis-sagte ihm Leo, der sich durch lebhaften Geist und durch vortreffliche Rede-gabe auszeichnete, sein künftiges Martyrium. Und schon im Jahre 997sehen wir ihn als gemeinsamen Vertrauten des Kaisers und Gerberts indessen Angelegenheiten tätig. Im folgenden Frühjahr finden wir ihn, denArchidiakon und Pfalzrichter, als kaiserlichen Missus in wichtigen Gerichts-

1 ) Hier gleich Prälatenwürde. ' geblieben.

2 ) So umschreibt er den leoninischen Reim. *) Die Abfassungszeit ist kurz nach 934,

3 ) Diese Metapher ist also aus dem Dialog | vgl. Hauck 3, 284 n. 3.