Purchards Gesta Witigowonis. 509
Antenoride deliramenta ruine. 1 ) Zu den weiteren Lobreden vgl. 30 laudis tibi phiUara riectö, 2 )53 Bethorici cultus lunten, tibi quid loquar apte, 65 Hunc deus elegit proprio, quoque dotebeavit, Ut validi nobis sit verbi mistet-iarches, 85 Es Christo carus, cuncto populo venerandus,91 Lumen doctorum, decus et specimen monachorum. Zum Versprechen Konstantins Vs. 99Sed quia nobiscum presens cum forte maneres, Agnovi fraudem, verbis cum sepe ])olitisFrustra vovebas ad nos Herum repedare und 105 Hoc tua multiplices odas mihi verba dicantesPerpetua conservo loco mihi sepe legenda ... 109 Pagina letificet, praesentia cui tua non est.Dümmler hebt zu den griechischen Worten aus dem Gedicht an Konstantin Vs. 19.41. 62. 66. 74. 77, aus dem Gedicht an Bovo Vs. 14. 22. 28. 29. 48. Die herausgehobenenStellen aus diesem letzteren sind Vs. 1 Convenio signis, quem convenisse loquelis 0 utinamquirem transmisso tempore fratrem Cautum pervigilem, signatum voce Bovonem, Qui meprovexit qui laudibus extulit olim ... 7 Sed quoniam magni duxit me laude beari; 26 Simäneas intra nee te quesiveris extra (Pers. 1, 7); 29 Sique manum ferule subduxeris indesopliie (Juven. 1,15); 36 Fossor Pierium, musarum semper amicus (Hör. C. 1, 26, 1); 39 Feliciscum sis depastus prata Capellae, Philologiae te Septem docuere puellae ... 44 Fönte CabaUinoqui numquam labra perunxi, Stertens Parnasi nee umquam somnia crevi (Pers. Prol. 1 ff.).Phißologiae quem numquam novere ministrae; 48 Ergo fovens latebram paveo sustollere cephal(vgl. Aldhelmi aenigm. praef. 20).
Die Gedichte stehen im Bern. 394 s. X, der aus Fleury oder auch aus Micy stammenkann. Ausgabe mit Erläuterungen von Dümmler, Neues Archiv 2, 222 — 228, von H. Hagen,Carmina medii aevi p. 130—136. Zur Kritik L. Havet, Romania 6, 286. Vgl. Watten-bach 1,469 n. 2.
87. Purchards Gesta Witigowonis.
Im Jahre 985 wurde Witigowo 3 ) Abt in Reichenau, nachdem das Klosterunter seinem Vorgänger Ruodmann große Einbuße erlitten hatte. Der neueAbt aber nahm sich des ihm unterstellten Stiftes in jeder Beziehung an,indem er durch kunstvolle Bauten und durch deren künstlerische Aus-schmückung die alte Bedeutung des Klosters wieder herzustellen suchte. Einreges künstlerisches Leben muß nach den alten Nachrichten und nach denerhaltenen Resten in Reichenau geherrscht haben, doch empfand man diehäufige Abwesenheit des Abtes im Dienste des Reiches bitter genug. Undmit dem alten literarischen Ruhme Reichenaus war es in der zweiten Hälftedes 10. Jahrhunderts dahin, nur wenige Spuren schriftstellerischer Tätig-keit haben sich von dort aus jenem Zeiträume erhalten. Hierzu gehörenbesonders die vom Reichenauer Mönch Purchard verfaßten, aber mit zweiLücken von je etwa 100 Versen erhaltenen Gesta Witigowonis. Sie sindwahrscheinlich 994 begonnen und bis dahin geführt, doch bewies der Ver-fasser auch für die nächsten Jahre des Abtes größeres Interesse, denn imJahre 996 versah er das Gedicht mit einer Fortsetzung, in der Ottos III.Römerzug berührt wird. Purchard widmet sein Gedicht den gesamtenBrüdern des Klosters und erzählt in seiner .Zueignung, daß diese ihn auf-gefordert hätten, die Zeit des Abtes Witigowo darzustellen und zu schildern,wie dieser die zu Ruodmanns Zeit dem Kloster geraubten und verwüstetenGüter wiedergewonnen und wie er an den zum Kloster gehörigen OrtenKirchen erbaut habe. Und weiter verspricht er, alle künstlerischen Arbeitenaufzuführen, die zum Schmuck der Kirchen in den ersten zehn Jahrendes Abtes entstanden seien. Am Schluß der Widmung spricht er sich überdie Form seines Gedichtes aus. Es bildet nämlich einen Dialog, der vom
') Vgl. Prud. Apoth. 200 deliramenta Pia- ronae.tonis. 3) De r Abtskatalog (MG. SS. 2, 38) nennt
2 ) Vgl. Hör. C. 1,38, 2 nexae phihjra co- i ihn Witego.