Walther von Speier.
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Gelehrsamkeit Aufseher), und Walther sah sich daher veranlaßt, später fürseine weitere Verbreitung zu sorgen. So schrieb er drei Jahre später, alsihm Balderich den Auftrag zur Abfassung gegeben hatte, an Hazecha nachQuedlinburg und setzte ihr den Auftrag, den er vom Bischöfe erhaltenhatte, auseinander. Fast entschuldigt er sich hierbei deshalb, daß er dasWerk gewagt, das sie ja schon früher ausgeführt habe, und er bemerkt,daß er das von Balderich in sechs Bücher eingeteilte und durchgeseheneWerk mit fleißigen Erklärungen versehen und für sie in einer Kapsel auf-bewahrt habe; 1 ) dieses Exemplar hat sich aber weder im Original noch inAbschrift erhalten, da die einzige Handschrift des Werkes keine Glossenoder Scholien besitzt. Nach dem Tode Balderichs (987) sandte Waltheraber das Werk an drei Salzburger Kleriker Liutfred, Benzo und Friedrich, 2 )die wahrscheinlich sämtlich Lehrer an der Domschule des Erzstifts warenund als solche den Walther, der wohl selbst damals Lehrer in Speier war,um die Übersendung gebeten hatten. Jedenfalls vereinigte Walther später-alle die zur Geschichte seines Werkes gehörigen Briefe mit demselben undeine solche Abschrift aus St. Emmeram ist als einzige Überlieferung aufuns gekommen. Daß Walther im Jahre 1004 selbst Bischof in Speier wurde,ist nicht unwahrscheinlich, aber keineswegs sicher, er wäre dann am3. Dezember 1031 gestorben.
Zeugnisse. Zur Abkunft Balderichs s.Walthers Prologus Vs. 30 (ed. Harster p. 6)Tnque gravis censu tali, Sekhingia, natu, zum Aufenthalt in St. Gallen Casus s. G-alli(MG. 2, 129) Et Palzo Spirensis episcopus in loco (seil, hoc) nutritus quo nemo fama ferentefunc eruditior; doch muß die Uebersiedlung nach Speier eher als 970 3 ) erfolgt sein, daBalderich die Schule leitete und das doch nicht als Bischof getan haben kann. Zu Hazechas. die Aufschrift von Walthers Brief (ed. Harster p. 102) Epistula ad Hazecham sanetimo-nialem urbis Quidilinae kimiliarchen; daß sie zusammen mit dem Knaben Walther in Speierwar, ergeben die Worte (ib. p. 102) Meministi enim — laeta fronte redierim, zur Unterrich-timg beider durch Balderich p. 103 per tuum incomparabilis diseiplinae in vita magistrummeumgue mirae paternitatis a parvo nutricium, Baldericum videlicet episcopum. Zur SchriftHazechas p. 103 Notsti . . . unicam familiarium mcarum . .. nomine Hazecham. Haec . . . ascholis egressa cum libellum de vir.tutibus s. Christophori inaudita in id genus dulcedineconscripsisset, eundem mihi quasi magistro emendandi officio commendavit, Sed cum id mihinegotium librarii mei neglegentia perdito libello praeripuit, tibi eundem libellum geminascribendi qualitate componendum iniungam. Daß Walther damals Subdiakon war, ergibt derVers seiner Subskription (p. 101) 1 Haec hypolevita Uualtherus ab urbe Nemeta ... metricadepinxit amussi,*) und er scheint auch nach Balderichs Tode noch in dieser Stellung ge-wesen zu sein, -wie die Aufschrift des Briefes an die Salzburger erweist (p. 1) EpistulaVualtheri subdiaconi. Zum Unterricht Walthers Piaef. ad invit. lect. 83 (ed. Harster p. 12)patroni, Qui me disposito florenti rure scholarum Hoc tantum numero dociles instruxeratannos, vgl. außerdem den Brief an Hazecha p. 103 und den Brief an Balderich p. 104 f.Für das Alter Walthers, als er Balderichs Auftrag erhielt, s. Praef. ad invit. lect. 85—87p. 13 und den Brief p. 106 Proinde — arripui. Da die Schrift 983 beendet war — s. dieSubskription Walthers 3 (p. 101) Cum primum regno successit tertius Otto — und im Briefep 107 brevi quasi duorum mensium continuatione als Zeit für die Arbeit (vgl. aber dazuoben) angegeben wird, so würde Balderichs Bitte um 982 anzusetzen sein. Der Brief anBalderich steht bei Harster p. 104—108, das kurze Gedicht p. 4—6, wo Vs. 28 Vaccinanach Harster als Speier zu deuten ist, und Vs. 30 Säkkingen erwähnt wird. Das Gedicht
') Es geht aus dem Wortlaut der Stellenämlich nicht hervor, daß er es ihr über-sendet habe, vgl. Harster p. 104 diligenterexpositum tuae praesentiae servandum inthecä reporni.
■) Dieser kann nicht mit dem ErzbischofFriedrich identisch sein, da er von den dreiAdressaten zuletzt genannt wird und der Erz-
bischof schon 954 zu seiner Würde gelangte.
3 ) Balderich wurde damals Bischof vonSpei er.
4 ) Vgl. auch die Praefat. ad invitandumlectorem 76 (p. 12 ed. Harster) Ast ego,quem sacrae vix sublevitica mensae. . . Gratiacontigerat iam sub puerilibun annis.