Walther von Speier.
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und die Erklärung übergesetzt haben? Zum Nachweis der Glossen dient G. Goetz, Corpus»lossarum latinarum Bd. 6 und 7. Da ein alter Katalog von Ripon fehlt, so läßt sich dasdortige Vorhandensein von Glossaren nicht mehr kontrollieren. Uebrigens ist eine Konta-mination der nachgewiesenen Glossenwerke im ganzen kaum zu denken, da wohl sonst der-gleichen erhalten wäre; der Nachweis des Zusammenhanges mit Gloss. Amplon. primumdürfte für die Fortführung der Untersuchung wichtig sein und es müßten hierzu andereWerke der angelsächsischen Glossenliteratur eingesehen werden.
Ueberlieferung. Erwähnt wird die Vita Wilfridi metrice 1247 in Glastonbury(lohannis Glaston. chron. ed. Hearne 2,442) und s. XV in Canterbury St. Augustin (James,The anc. libr. of Cant. and Dover p. 239 N. 448). Da aber die auf uns gekommenen zwei Hss.keinen Provenienzvermerk zu besitzen scheinen, so wird die Identifizierung der in mittel-alterlichen Katalogen erwähnten schwierig sein. Das Werk findet sich heute im Mus. Brit.Cotton. Claud. A. I s. XI in. f. l b —32 ll und im Paris. 8431 s. XI, 1 ) der von einem Iren ge-schrieben ist, wie v. Winterfeld aus der Orthographie in der Passio Benedictae virginis, diehier auch erhalten ist, erwies, vgl. P. L. 4, 179 und n. 4. Außerdem besaß man in Corbie eineHs., die nicht ganz vollständig war und mit Vs. 1218 schloß, heute Petropol. F. XIV 1 s. X,vgl.' Gillert, Neues Archiv 5, 610. 6,511, A. Staerk, Les mss. Latins du V e au XIII» siecleä la bibl. de St. Petersburg 1,222; hiernach erschien das Gedicht zuerst bei MabiHon, ActaSS. ord. s. Benedicti3,1, 150 und der Schluß (nach der Londoner Hs.) 4,1,679 (Abdruck Migne133 979). Nach beiden Hss. von J. Raine, The historians of the church of York and itsarchbishops 1, 107-159; vgl. hier p. XXXIX ff.
Zugeschrieben wird dem Fridegod auch eine Vita Audoeni. Das istallerdings wenig wahrscheinlich, daß ein englischer Mönch von Ripon dasLeben eines Frankenbischofs bearbeitet hätte. Denn nur darum handeltes sich: die Vita Audoeni, die dem Fridegod beigelegt wird, ist eine wort-reiche Bearbeitung der alten Lebensbeschreibung des Heiligen. Höchstenskönnten einige seltene Wörter wie agonotheta 2 ) und stillicidium 3 ) für dieAutorschaft des Wortjägers Fridegod sprechen, aber sonst habe ich nirgendsAnklänge an dessen Ausdrucksweise gefunden. Denn die Benutzung Vergils,die sich an einer Stelle 4 ) zeigt, gibt natürlich kein Beweismoment. DerVerfasser beginnt sein keineswegs literarisch hochstehendes Werk mit derüblichen Bescheidenheitsphrase Praef. 2 ut qui brutae quondam asellae verbaeoncessit humana, nobis sensum verborumque copiam largiri dignetur. Er zer-dehnt dann den Bericht der älteren Vita Audoeni in breiter, wenig ge-schickter Weise, führt gelegentlich die Vita Columbani an 5 ) und gibt inder gewöhnlichen hagiographisehen Öde eigentlich nur 2,16 (p. 813E) einelesbare Schilderung, als es sich darum handelt, die Folgen eines aus-giebigen Regens über einer verdorrten Landschaft darzustellen. Das Lebenendet (3, 21 f.) mit der Ausschüttung maßlosen Lobes über den Heiligennach dem üblichen Schema. Von selbständiger schriftstellerischer Leistungist in der Schrift nichts zu spüren. t
Ausgabe: Acta Sanctorum Aug. 4, 810—819.
85. Walther von Speier.
Ein Schüler des hl. Gallus war um die Mitte des 10. JahrhundertsBalderich gewesen, der später nach Speier als Lehrer an die Domschulekam und zu dessen Schülerinnen auch Hazecha gehörte, die in der Folge-
') Diese Hs. allein enthält das von Erz-bischof Odo zu dem Gedicht geschriebeneVorwort; hiernach hrsg.vonWharton, Angliasacra2,50 (Migne 133,946) und von Rainea.a.O. 1,105-107.
2 ) Prol. 2 (Acta SS. Aug. 4.810D) veluti
agonotheta praeclarus.
3 ) 2,15 p. 813 D nee modicum pluviae stil-licidium.
*) 1, 5 p. 811D siibditis parceret, superbosdebellaret, vgl. Aen. 6, 853.
ä ) Nämlich 1,2 p. 811A.