(Aeddi und) Fridegodus. 499
Gedient entstand, gerade ganz dasselbe Glossenmaterial, das Fridegod zuGebote stand, noch besaß und im gleichen Sinne wie Fridegod verwendete.Mir erscheint die Zusetzung der Glossen durch Fridegod selber 1 ) viel ein-facher, höchstens, daß ein paar grammatische Erklärungen später nochbeigeschrieben wurden. Nun wird Vs. 672 das Wort philocompos gebraucht,das sich nach Goetz 2 ) nur an einer einzigen Stelle findet, nämlich imersten Amplonianischen Glossar; an beiden Orten aber wird dies Wort gleicherklärt; 3 ) und außerdem erscheint zu Vs. 338 das Wort antemnis, dessenGlosse segelgyrdu zu der Glosse stimmt, die das genannte Glossar für au-temna besitzt. Eine zweite angelsächsische Glosse kämme (zu Vs. 1143 suf-fragine) entspricht der Erklärung zu poplites im Glossar einer LeidenerHandschrift. 1 ) Da Fridegod Angelsachse ist und das erste AmplonianischeGlossar die gleiche Herkunft hat, so dürfte sich ergeben, daß er dies Glossarselbst oder eine Ableitung eingesehen und benutzt hat; hierzu kommt, 5 )daß er Vs. 1269 die sonderbare Glosse desselben Glossars (5,381,54) zupinax (dignitas) gibt, die offenbar nur durch ein Versehen entstehen konnte,das kaum zweimal gemacht worden ist. Die Untersuchung der andernGlossen hat ergeben, daß Fridegods Kenntnisse sich berühren mit denGlossen im Bern. 688, G ) im Vatic. 3321?) und 1469, 8 ) im Sangall. 912, 9 ) mitden Glossen Abavus, 10 ) dem Liber glossarum 11 ) und den Glossae Scaligeri. 12 )An manchen Stellen bleiben übrigens die schwierigen Wörter unerklärt,wie zu Vs. 261. 352. 711. 1321, während anderwärts unzweifelhaft falscheErklärungen geboten werden, wie Vs. 659 mekotes mit maculantes, 661 Catc-gorans mit introducens vel scribens, 845 porismate mit itinere, 865 condilo-matis mit corruptis. Zu bemerken ist außerdem, daß sich mehrfach vonFridegod gebrauchte Ausdrücke entweder nicht in der bekannten Glossea-literatur oder überhaupt nicht nachweisen lassen, wie Vs. 155 latiatim.349 serrano (prnatö). 352 ormisoum, 456 dexia (inertia). 1189 pilotria{coenum). 1220 cleanteo {plorabili). 1388 apopempaeo (recessu). Das letztereWort begegnet in der Septuaginta, während 808 Archistrateios sich beiJosephus findet und 586 Trullissant dem Vitruv angehört. Man würde nachalledem auf ziemlich reiche glossographische Literatur in Ripon kommen.denn es ist doch sehr wahrscheinlich, daß Fridegod dort das Leben Wil-frids dichterisch bearbeitete. In dieser Literatur aber hat das Griechischeeine hervorragende Rolle gespielt, Fridegod muß griechisch-lateinische Glossarevor sich gehabt haben, die entweder selbst schon teilweise in Verwirrunggeraten waren, oder von Fridegod öfters mißverstanden wurden; denn aneigene Kenntnis des Griechischen ist kaum bei ihm zu denken. Sein Werk
') So hat Abbo seine Glossen selbst hin- Ganz ähnlich ist auch die Glosse für Vs. 816zugefügt und ähnlich ist es bei Atto von Ver- { Symmystenque (consecretarius) mit Corp. gl.
celli und beim Verfasser der Gesta Berengariigewesen.
2 ) Corp. gloss. lat. 7, 84.
3 ) Nämlich mit amator iaetantiae.
4 ) Nämlich Leid. Voss. Q 69 bei Goetz,Corp. gl. lat. 5,421,9 Puplites Jwmme; vgl.
lat. 5, 394,12.
6 ) Vgl. zu Vs. 269.
') Vgl. zu Vs. 457. 639. 670. 920.
8 ) Vgl. zu Vs. 588. 711. 1098.
9 ) Vgl. zu Vs. 446. 1031. 1225. 1319.10 ) Vgl. zu Vs. 446. 1031. 1182.
Goetz 7,106 zu Poples ham in Gloss. Werth. j ") Vgl. zu Vs. 125
5 ) Auch bei Vs. 449 (hyalino) stimmt di<Hosse mit Amplon. prim. bei Goetz 5,364,35
, Auch bei Vs. 449 [hyalino) stimmt die 12 ) Vgl. zu Vs. 1089. 1130. 1183. 1321.
Glosse mit Amplon. prim. bei Goetz 5,364,35. |
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