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2 (1923) Von der Mitte des zehnten Jahrhunderts bis zum Ausbruch des Kampfes zwischen Kirche und Staat : mit Index
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(Aeddi und) Fridegodus. 497

moditates, quas undigue praesenti anno in nostris parübus perpessi sumus die von Flodoardbist. Kein. eccl. 4, 36 nach dem Jahre 948 erzählte sein (MG. SS. 13, 89, 39) Igltur Hugo ...Suessonicam aggreditnr urbem et obsidens oppugnat caeditque nonnullos. Iniectis etiamiiinibus domum matris ecclesiae succendit simulque claustra canonicorum. So ergibt sichfür die Abfassung wohl 950 (oder 951). In der Widmung heißt es Noverit benivolentiaevestrae sagacitas de vita s. Roman/ . . . pro qua humülima me exorastis prece, quoniam pac-tum nullo modo attendere quivl ob adversitatum (das übrige oben). Modo autem dirigovobis vitani veteranam heroico carmiue editam, ut omnino eunctis notum sit, quod nulla in-ventionum vobis dirigo mendacia. Illam autem quae historiaü stilo est depicta prae nimiavetustate penes nos retinens, hanc digestam stilo illius ad instar vobis transmitto. Ordinemqnoque rei, qualiter hanc merui adipisci vobis indicabo . . . In Braina ergo ... eadem vitanealigentiae causa fuit perdita aliique quam plurimi libri. Quidam autem clericus Suessioniscivitatis ab inventore mercatam nostrae contribuit nepti obtinendam in monasterio ... Mariae ...sacrato; illaque post haec interiecto exigui temporis articulo eandem vitam mihi mxmerisoratio impertivit; darauf folgt dann die Bitte, ihn in ihre Gebete einzuschließen. Zum Reim:'Endreim in Vs. 118. 231 f. 233 f. 237 f. und weiter, 374 f. und 511 f. viersilbig, 560 f. und564 f. dreisilbig, hier überhaupt gereimt 556566; sonst also findet leoninischer Reim statt.Ausgaben: Die prosaische Vita (mit größerer Einleitung, vgl. c. 4 und 5) Acta SS. Octob.10 9194, der Prolog Mabillon, Vetera analecta p. 429; die metrische Vita Martene,Thesaur. anecdot. 3, 1653 ff. Migne 138,173184 (vorher der Prolog).

84. (Aeddi und) Fridegodus.

Im Jahre 709 war Wilfrid, Erzbischof von York, gestorben, und schonnach wenigen Jahren beschrieb sein begeisterter Verehrer Aeddi, der alsKleriker den Namen Stephanus angenommen hatte, sein Leben. Aeddi warnämlich schon 669 aus Kent von Wilfrid nach Northumbrien überzusiedelngebeten worden, um hier als einer der ersten Lehrer im Gesang tätig zusein. Hier hatte er sich an Wilfrid fest angeschlossen und aus Dankbarkeitgegen den späteren Erzbischof verfaßte er dann dessen Lebensbeschreibung,zu der ihn der Bischof Acca von Hagustald und Abt Tathbert von Eiponsowie die Mönche dieses Klosters aufgefordert hatten. Seiner Widmunglegte er die einleitenden Worte zugrunde, mit denen Herefrid die VitaCuthberti begonnen hatte, und die Lebensbeschreibung selbst weicht invielen einzelnen Momenten von Bedas Darstellung über Wilfrids Taten undLeben ab; B. W. Wells hat nachgewiesen, 1 ) daß Aeddis Berichterstattungvielfach durch persönliche Anteilnahme entstellt ist und daß Bedas Nach-richten unbedingt den Vorzug verdienen. Aeddis Stil ist zwar nicht durchdie schwülstige Schreibweise eines Aldhelm entstellt und verhältnismäßigleicht verständlich, aber er entbehrt der Eleganz eines Beda und basiertdurchaus auf der Ausdrucksweise der Bibel und vergleicht sich hierinAssers Leben König Alfreds. Da das Werk sich ungemein eintönig liest,so ist es nicht zu verwundern, daß man in späterer Zeit es bearbeitet hat.

Um die Mitte des 10. Jahrhunderts nämlich forderte Erzbischof Odovon Canterbury den Fridegodus, einen sprachlich sehr gewandten Kleriker,auf, das Leben Wilfrids in Versen zu bearbeiten. Fridegod hatte Odos NeffenOswald, der später Erzbischof von York wurde, unterrichtet, wie OswaldsBiograph Eadmer erzählt, und im Vertrauen auf seine sprachliche Bildungübertrug ihm Odo nach dem Bericht Wilhelms von Malmesbury die Versi-fikation des Lebens Wilfrids, nachdem er den Leib des Heiligen von Riponnach Canterbury hatte übertragen lassen. Und von diesem Tatbestand gibt

') The English historical review Bd. 6, 536550.Manitius, Lateinische Literatur des Mittelalters. II. 32