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2 (1923) Von der Mitte des zehnten Jahrhunderts bis zum Ausbruch des Kampfes zwischen Kirche und Staat : mit Index
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482 Geschichte der lateinischen Literatur des Mittelalters. Zweiter Teil.

abscondat sice quod terrae faciem obnubilet Horizonte, c. 2 Basinus .. . sed ... gesta eius.ad nostram tarnen ... notitiam cuncta delata sunt minime .. . placuit imo dei amor inchßusqueBasini honor compulit, vel ea quae de celebri eius vita ad nos emanarunt, stili officio de-signare. Etymologie 8 p. 316 Liutwin idiomate Theutonico lucidum vinum resonat. Ueziehan"auf Liutwins Leben c. 19 p 319 Quid deinceps Lmtwinus egerit ... quam iuste quam nievixerit, qui nosse desiderat, ad libellum sanctorum eins gestorum recurrat ibique cuncta.luctdenter descripta reperiet. Haec vero ex gestis eius quantulacunque a nobis brevitateelucubrata ea propter huic nostro tractatulo inseruimus, quia ex una radice Basinus etLutwinus prodierunt et quia alterius sine altero vita explicari non potuit. In beiden Bio-graphien herrscht dieselbe einfache und schmucklose Darstellungsweise. nirgends findet sicheine Anlehnung an antike Muster, nicht einmal an Sallust, wie sich Vita Basini 14 n. 3jgdeutlich ergibt, wo die Worte e.o repedare necesse est, unde oagati sumus ganz außerhalbder sonst beliebten Sallustphrase stehen. Hs. Trevir. XXVI s. XVI. Ausgabe Acta SSMart. 1,315320. Vgl. Wattenbach 2, 120.

81. Theoderich von Tholey.

Nach dem Jahre 1066 wurde im Kloster Tholey bei St. Wendel einMönch Theoderich aufgenommen, der wahrscheinlich romanischer Abkunftwar, da er Deutsch nicht verstand. Er erhielt nach dem Jahre 1073 vomAbte und den Brüdern des Klosters den Auftrag, das Leben eines neuentrieriscben Märtyrers und Heiligen Konrad darzustellen. Dieser war 1066von Heinrich IV. zum Erzbischof von Trier erhoben worden, hatte aberseinen Bischofssitz nicht betreten können, da ihn der Stiftsvogt Theoderichunmittelbar vorher töten lieiä. Seinen Leichnam befahl Bischof Theoderichvon Verdun nach Tholey zu bringen und da sich bald Wunder an seinemGrabe zutrugen, so entstand hier der Wunsch, das Leben des Märtyrerszu besitzen, dem jener Theoderich auch nachkam. Die Brüder halfen ihmbei seiner Arbeit, was wohl sehr nötig war, denn er wußte herzlich wenigvon dem Toten und mußte sich jedenfalls die näheren Vorgänge, soweitüberhaupt etwas davon bekannt war, beschreiben lassen. So ging er eigent-lich recht unvorbereitet au den Stoff, den er daher durch gewaltigen Rede-schwulst zu zerdehnen sucht. Und am Ende der dargestellten Wunderangekommen gibt er sich den Anschein, als ob er vieles unterdrückt habe,denn viele seien neidisch darauf und viele wollten weder Worten nochSchriften glauben, sondern nur ihren Augen trauen; ohne Zweifel hatte erallen Grund, dem Hohn der Stiftsmannen von Trier zu begegnen, obwohlihr Vogt Theoderich schon tot war. Er widmete sein Werk mit einemüberaus schwülstigen inhaltsleeren Briefe dem Bischof Theoderich von Verdun,dessen Lob er zunächst in der hochtrabendsten geistlichen Phrase besingt, 1 )um dann über den Auftrag wegen der Abfassung der Biographie zu sprechen.Und mit Horazens Anrede an Maecenas (Carm. 1,1,1) bittet er den Bischof,die Schrift günstig aufzunehmen und ganz nach seinem Belieben zu ver-bessern. Und nachdem er sich in einem ganzen Schwall biblischer Zitateüber die Bedeutung einer solchen Arbeit ausgesprochen hat, nennt er erstsein eigentliches Thema und bittet die Leser, in seiner Darstellung keinenWortprunk zu suchen, da er in volkstümlicher Rede klar und verständlichgeschrieben habe, obwohl sein Latein ungeschlacht und roh sei. Er schließt

') Hier werden die Worte Piatos aus Boeth. I Einführung ut ait philosofus Plato zitiertcons. phil. 1,4 (Peiper 11, 16-18) mit der | (MG. SS. 8, 213, 26).