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2 (1923) Von der Mitte des zehnten Jahrhunderts bis zum Ausbruch des Kampfes zwischen Kirche und Staat : mit Index
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480 Geschichte der lateinischen Literatur des Mittelalters. Zweiter Teil.

in seiner Erzählung, deren Stil im ganzen einfach ist, aber durch starkeAnwendung der Reimprosa bedingt wird. In einer besonderen kleinenSchrift werden auch Miracula s. Liutwini dargestellt. Jedenfalls hängt dieSchrift mit dem Kloster Mettlach zusammen, denn der Verfasser erzählt vonder Hinterlassenschaft, die das Kloster von Liutwin angetreten habe, sowievon dessen Testament, das allerdings unrichtig datiert wird. 1 ) Darauf wirdvon Liutwins Sohn Milo berichtet, den Hincmar von Reims einen Räuberund Umstürzer des Bistums genannt habe. Darauf folgen die Wunder, dienicht weiter erwähnenswert sind, außer daß ein vom Teufel besessenerEngländer Liutwins Heilkraft vertraut und das Kloster aufgesucht und dortauch Heilung gefunden habe, worauf man sich in Mettlach wohl nicht wenigeinbildete. Diese Darstellung der Wunder des Heiligen gehört auch wohlzeitlich in Zusammenhang mit dem Leben Liutwins.

Vita Basini. Im Prolog weist der Verfasser auf den Nutzen und dieVerdienstlichkeit der Heiligenleben hin 2 ) und sucht dies mit allerhand hierfürkünstlich ausgelesenen biblischen Stellen darzulegen. Alles Hochragendein der Natur, wie Berge, Hügel und Himmel, 3 ) meint er, sei zur Demutangelegt, wie die Heiligen, unter denen Basinus hervorrage. Von dessenLeben sei allerdings nur wenig bekannt und der Grund hierzu sei dieräuberische Wut der Normannen, die endlich von Kaiser Arnulf besiegtworden seien. Doch habe er sich vorgenommen, das darzustellen, was manvom Leben des Basinus wisse. Die Heimat des Heiligen sei Austrasien,über dessen Teile und Benennung ziemlich ausführlich gesprochen wird,wie auch über den Namen Lothringen, das als Heimatland des Basinuszu gelten habe. So ist die Einleitung historisch-geographisch gehalten undbesitzt daher ein allgemeineres Interesse. Den Namen des Heiligen leitetder Verfasser von basis ab, er erzählt von seiner Jugend und dem Eintritt insKloster, kann aber nirgends charakteristische Umstände erwähnen, sondernbewegt sich, frei von allen individuellen Zügen, nur im hergebrachtenSchema. Dann erwähnt er Basinus' Neffen Liutwin, dessen Namen er demlateinischen lucidum vinum gleichstellt. Basinus wird Abt und sorgt fürsein Kloster vorbildlich und der Verfasser flicht in Kap. 12 eine Bulle desPapstes Gregor IL an ihn ein; schließlich wird er Erzbischof von Trierund der Verfasser bezieht sich auf ein Privileg König Pippins für seinKloster. Dann kommt er auf seine Tätigkeit als Erzbischof zu sprechen,"wobei er nur die allergewöhnlichsten Dinge erwähnt und den Heiligenmit den hergebrachten Lobsprüchen bedenkt. Ausführlicher wird er nur,als er von der Sorge des Erzbischofs für seinen Neffen Liutwin spricht.Und hierbei bekundet er deutlich den nahen Zusammenhang seiner Dar-stellung mit dem Leben Liutwins, indem er in Kap. 18 das Wunder mitdem Adler noch eingehender erzählt, 4 ) als es an jenem Ort geschah, undin Kap. 19 vom Bau der Dionysiuskirche in Mettlach und der Errichtungeines Klosters daselbst durch Liutwin sowie von der Weihe des Klosters

Vgl. Sauerland, MG. SS. 15,1262 n.l. auf Isid. Et.3, 30,1 zurück

Also ein ähnlicher Eingang wie im LebenLiutwins.

3 ) Die Etymologie von caelum geht nicht

*) Hier heißt es c. 18 (Acta SS.Mart. 1,319)efficiturque iuxta illud Pythagoricum in ami-citia unum fieri e pluribus.