Die "Vita und die Miracula Adalhardi. 467
Wechsel aufmerksam gemacht und hervorgehoben, daß er französich, deutschund lateinisch sprach. Nachdem die Erbauung von Korvei berichtet ist,dessen Lage ziemlich genau nach dem alten Leben angegeben wird, eiltder Verfasser schnell zum Tode des Heiligen und schließt damit seine Schrift,die nicht nur durch häufige Benutzung von Paulus' Auszug aus Festus rsondern auch wegen mancher seltenen späteren Worte interessant ist. Daßnun das erste Buch der Miracula vom gleichen Verfasser stammt wie dasLeben, beweisen die Worte von Mirac. 1, 3 „nachdem das Leben Adal-hards weiter oben dargestellt ist, folge hier der edle Stoff seines köstlichenSterbens". Der Prolog beginnt mit einem hohen Lobe auf die Lage undSchönheit Corbies, 1 ) dessen Kirchen aufgezählt werden. Der Verfasser ge-winnt dann den Übergang zu Korvei und spricht dann vom Tode Adel-hards. Sein Grab war lange unbekannt, bis es durch Zufall entdeckt wurde,so daß man dem Heiligen ein würdiges Grabmal errichten konnte. Seitdemgeschahen hier viele Wunder, als deren Zeugen der Verfasser den KnabenFulco, den späteren Abt von Corbie (seit 1048), ferner einen Mönch ausder Zeit Papst Johanns XX. und Bischof Fulcos von Amiens (1040) undeinen Mann anführt, dem der Heilige seine Gnade erzeigt hatte. Daszweite Buch der Miracula wurde dadurch hervorgerufen, daß die Eintracht,die durch die Heirat Adelas, der Schwester Heinrichs I. von Frankreich,mit Markgraf Balduin von Flandern zwischen Coibie und Flandern hergestelltworden war, unter Philipp I. von Frankreich und Balduins Nachfolger Robertgeschwunden war und der mächtige Markgraf das Kloster vieler Güterberaubt hatte. Um den Raub rückgängig zu machen, wurde von den Möncheneine Reise des Heiligen um 1073 nach Flandern veranstaltet. Die erstenAbschnitte, in denen c. 22 Abt Fulco erwähnt wird, 2 ) beschäftigen sich mitden Vorbereitungen der Reise und mit der Ankunft des Heiligen in Flandern.Dann beginnt die Wundertätigkeit, der Markgraf bessert sich und gibt dieGüter heraus, aber seine Mutter Adela will den Heiligen in Flandern zurück-behalten, und die Mönche müssen den Himmel um Auskunft bitten, wiesie ihn für das Kloster retten können. Das geschieht auch und Adalhardwird glücklich dahin zurückgebracht und wirkt dort alsbald ein Wunder. —Übrigens erstrecken sich die zwei Bücher Miracula auf recht wenig Wunder,allerhand andre Dinge, die der Klostergeschichte wie der Weltgeschichteentuommen sind, stehen im Vordergrunde. Doch muß eine Tatsache nochhervorgehoben werden, die sich sowohl auf das Leben Adalhards wie aufdie Wunder bezieht. Das ist die starke Anlehnung der Verfasser an dieantike Literatur, die doch sehr auffällig hervortritt. So werden Terenz,Vergil, Horaz Macrobius, Sulpicius Severus, Boethius und Isidor benutzt,abgesehen von der häufigen Verwendung des Festusauszuges, die allerdingsim zweiten Buch der Wunder gänzlich fehlt.
Zeugnisse. Zur Verfasserschaft vgl. Holder-Egger, MG. SS. 15, 859 f. Im LebenGeralds steht c. 12 (Mabillon, Acta SS 6,2,882) Taliter expleto anno postquam a Romarediit, custos ecclesiae .. . humanis decessü, cui Oeraldus in obedientia successit; 13 p. 883s. Adalhardum praeter omnes . . . omnimodo aggreditur petüione . . . Sancto enim Adalhardo
') Mirac. 1 praef. 1 p. 118 Corbeiae locus I ad aures sed etiam ad oculos posteritalis.quantae fuerit apud priores nobilitatis, qui- s ) c. 22 p. 121 Unde Fulco abbas qui tunc
cumqtie taceat, lapides clamant non solutn j temporis ecclesiae Corbeiensi praeerat.
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