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2 (1923) Von der Mitte des zehnten Jahrhunderts bis zum Ausbruch des Kampfes zwischen Kirche und Staat : mit Index
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Theoderich von Fleury. 45 \

So finden wir Theoderich etwa um 1010 zu Amorbach, und er entfaltetehier von neuem eine literarische Tätigkeit, die sich freilich auf andereZiele erstreckte. Wie wir sahen, war er bisher fast nur hagiographischtätig gewesen. Das ist allerdings insofern einzuschränken, daß er, so-weit man das aus seinen erhaltenen Schriften kontrollieren kann, sichfast nur mit stilistischer Überarbeitung älterer Werke begnügte. Jeden-falls aber stand ihm der Ruhm des Schriftstellers zur Seite und er mußdem Abt Richard von Amorbach persönlich nahegetreten sein. Denner widmete diesem 1 ) eine Schrift über die Einbringung der Gebeine deshl. Benedikt nach Fleury, indem er hierin Antwort auf Richards Fragegab, warum man in Frankreich zur Adventszeit am 4. Dezember ein Festzu Ehren des hl. Benedikt begehe. Vielleicht hat er auch Richard einExemplar der Translatio s. Benedicti gewidmet, die wohl von Adalbertvon Fleury verfaßt war. Als dann Richard 1018 Abt von Fulda gewordenwar, bat er den Theoderich um eine Erklärung der Katholischen Briefe.Dieser erfüllte den Wunsch des Prälaten, trotzdem er sich, wie er in derVorrede sagt, schon im Greisenalter befand. Weiteres ist aus dem Lebendes Mannes nicht bekannt, er mag bald darauf gestorben sein. Mit welchemRechte ihm Trithemius noch andere Schriften es handelt sich um Delocis terrae sanctae liber, Epistolarum ad diversos über, Carmina multaet varia beilegt, steht dahin, denn bekanntlich verdient dieser Abtwenig Glauben.

Zeugnisse. Ueber Theoderich hatte zuerst Dümmler in Abhandl. d. Berl. Akad. 1894,Lieber Leben und Schriften des Mönches Theoderich (von Amorbach) gehandelt. Wesentlicherweitert wurden Dümmlers Untersuchungen durch A. Poncelet in den Analecta Bol-landiana 18, 2233 und besonders 27. 527. Die Datierung des Lebens nach der Vorredezum Kommentar der Katholischen Briefe, wo er (Dümmler, Abhandl. d. Berl. Akad. 1894S. 28) sich inertem senem et in ipso ultimo suspirio cum morte coufligentem nennt, währender im Kommentar selbst (Wirzib. theol. fol. 44 s XI f. 74) sagt Sum modo senex et infirmits;die Schrift ist aber erst nach 1018 verfaßt, vgl. Dümmler p 4 und Ar Poncelet, Anal.Hol). 18, 23. 27, 27. Zur Frage nach der französischen oder deutschen Heimat vgl. Poncelet 2 )daselbst 27, 2326. Weltgeistlicher, vgl. im Kommentar bei Dümmler S-5 n. 4 sed etiamderlei... quia dudum unus ex Ulis fui; daß er Presbyter war, ergibt die Widmung derVita Finuani bei Poncelet Anal. Boll. 18,24 Theodorici monachi ac presbyteri, ferner dieVorrede zur Passio Tryphonis et Respicii bei Poncelet daselbst 27,7 Theodericus illemonachus et sacerdos. Mönch in Fleury, vgl. den Prolog zur Vita Firmani bei Ponceletp. 25 quidam Theodoricus Floriacensis coenobii monachus ac sacerdos; Io. Trithemii.. . tomus Iannalium Hirsaugiensium p. 134 frater Theodericus Floriacensis asyli coenobita. Die Schriftüber die Consuetudines Floriacenses erwähnt allein Trithemius a.a.O. p. 134, derdort über Bernward von Würzburg (990995) spricht und dann fortfährt Claruit Ms tempo-ribus Theodoricus monachus Floriacensis ... qui scripsit . .. duos libellvs de consuetudinibusei statutis monasterii Floriacensis ad praenominatum Bernirardum episcopum, cuius operisprologns tale habet exordium: Domino saneto ac patri .:. Bernwardo frater TheodericusFloriacensis asyli coenobita perexiguus: es wird sich nicht leicht erweisen lassen, ob dieVeteres Consuetudines monast. Floriacensis, die Io. a Bosco in der Floriacensis vetus biblio-theca 1,391409 herausgab, mit dem Werke Theoderichs zusammenhängen; sie scheinenalt zu sein, entbehren aber des vollen Titels und zeitlicher Anspielungen. Beziehungen zuOtto III. im Prolog der Vita Firmani bei Poncelet p. 25 Fo videlicet anno quo tertius Othovitam finivit . . . quidam Theodoricus Floriacensis . . apud praefatum prineipem dudum

M Richard wurde 1018 Abt von Fulda. französisches Vaterland geltend machte (Hist.Die Widmung der ersten Schrift ist daher litt. 7,295). Allerdings dürfte man Richardsvor 1018 erfolgt. Worte (Dümmler a. a. O. p. 24,1) tibi tüis-

2 ) Dieser weist p. 24 f. mit vollem Rechte que Gallis nicht so leichthin abweisen, wie esdie Gründe zurück, die Dom Rivet für sein Dümmler S. 3 n. 3 tat.

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