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2 (1923) Von der Mitte des zehnten Jahrhunderts bis zum Ausbruch des Kampfes zwischen Kirche und Staat : mit Index
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Das Leben des hl. Pirminras. 44.7

füllt beliebt es ihm, geradezu eine Predigt über die hohen Tugendendes Mannes einzuflechten, wie auch die zweite Hälfte von Kap. 11 aus einerpredigtähnlichen Peroration besteht. Die Begegnung Pirmins mit Bonifatiusin Kap. 1214 zerfließt fast in lauter gesalbte Worte, und gleichsam zurEntschuldigung für diese langatmigen Erweiterungen sagt er dann Kap. 15,daß er wegen der Ankunft des hl. Bonifatius den Faden seiner Erzählungverlassen habe. Endlich hat er in Kap. 16 aus den Worten des alten Le-bens Convocatis fratribus valedicens cundls 1 ) eine lange und von Bibelzitatenüberquellende Rede gemacht. Von Verkürzung des alten Textes ist mirnur aufgefallen, daß er Kap. 8 die Klostergründungen Pirmins etwas zu-sammenzieht, und als einzige weitere Veränderung ist zu erwähnen, daßer das Begräbnis von Bonifatius mit den anderen über ihn berichtetenDaten verbindet. 2 )- So findet sich gar nichts Eigenes bei ihm außer diesenkünstlichen Erweiterungen und Zerdehnungen. Der Stil dieser Überarbei-tung ist durchaus salbungsvoll und wortreich und wirkt auch durch seineReimprosa ermüdend.

Zeugnisse. Zu Pirrnin vgl. Hauck 1, 346356, daselbst S. 351 n. 1 zum Datumseines Todes und S. 347 n. 1 zur Glaubwürdigkeit der alten Biographie. Zu Abt GaremannsTod vgl. die Mirac. Pirminii 9 und 15 (MG. SS. 15, 33, 20 f. und 34, 30 £.'). Die Widmung beginntder Verfasser mit seinen Uedanken über die Wertschätzung der Heiligen durch Gott. Sein Auf-trag (Acta SS. Nov. 2, 35 C) simulque frutrum .. . petitione pulsatus vitam et actus sanctissimipatris .. . Pirminii describere conabur . . . Quod tarnen opus tibi, reverendissime archipraesulLiudolfe, considerandum et examinandum committo ... Precor ergo . . . nee in auras 3 ) antepublicas prodire sinas. Verhältnis zu seinen Quellen (35 D) Cuius quae fuerint ab ineunteaetate meritorum rudimenta . , . vel quibus per omnem iuventutem usque ad promotionempontificatus excreverit virtutum insigniis, nimium culpanda scriptorum incuria notare neglexit.Panca dumtaxat, quae sub pontificatus tempore gessit, obscure exarata repperimus; ipsa . . .evidentius atque operosius exprimere studebimus. Veruntamen quod maqnifica fuerint in sanc-titatis fervore, quae scriptores non fecerunt cogm'ta, manifestacit quam post operatus est mira-adorum eminentia. Zum Briefe des Papstes c. 5 (p. 37 D) Denique epistulam cum beato viroabsque dilatione per venerabilem virum Sintlacem ad regem Francorum Theodericum direxit,monens suadens et imperans . . . Porro rex epistola pervisa etc. Die Entschuldigung c. 15(p 43 F) Ex occasione siquidem adeentus sancti Bonifacii ad beatum Pirminium extra in-cohatae materiae semitam digressi sumus. Zum Verfasser Garemann 1 ) vgl. Mone, Quellen-sammlung f. d. badische Landesgeschichte 1, 36.

Ueberlieferung. Vollständig nur im Paris. 5308 s. XII f. 212217; verkürzt in einerHs. in Stuttgart (aus Zwiefalteni s. XIF, vgl. Holder-Egger, MG. SS. 15, 19. Ausgaben:Mabillon, Acta SS. ord. s. Ben. 3, 2,140153; mit der alten Vita in Acta SS. Nov. 2, 3547;der Prolog bei Holder-Egger, MG. SS. 15, 20. Lesarten aus Karlsruhe Aug. 21 s. XII undBasil. A.VI. 36 s. XV bei Mone, Quellensammlung 1,38 f. Vgl. Wattenbach 1,418. Ueberden Wert der Vitae Pirminii für die älteste Geschichte von Keichenau vgl. K. Brandi, DieReichenauer Urkundenfälschungen S. 102 f. Die alte Vita Pirminii gab besonders ausSangall. 577 s. X f. 296303 heraus O. Holder-Egger, MG. SS. 15,2131.

Miracula s. Pirminii. Im Jahre 1012 oder etwas später verfaßte einHornbacher Mönch eine kleine Schrift über die Wunder Pirmins, zu der ervon den Brüdern im Kloster aufgefordert worden war. Hierfür stand ihmteils eigne Erfahrung zu Gebote, teils der Bericht von glaubwürdigen Zeu-gen. Er beginnt mit seiner Erzählung in der Zeit des Abtes Adalbert vonHornbach, der zu den Zeitgenossen Ottos I. 6 ) und IL gehörte; vorher setzter in einer kurzen Widmung an die Brüder das Verhältnis der Bibel zu

') Acta SS. Nov. 2,44D c. 16. I glaubt, daß Warmann, Bischof von Konstanz

a ) Kap. 15 der alten Vita macht er also | (10261034), der Verfasser sei.zu Kap. 14 seiner Darstellung. 6 ) Vgl. die Urkunde Ottos I. von 972 in

8 ) So ist wohl statt aures zu lesen. MG. Dipl. Ott. I Bd. i, 578.4 ) Mabillon (ActaSS. ord.s.Ben.3,2,136) |