44(3 Geschichte der lateinischen. Literatur des Mittelalters. Zweiter Teil.
vgl. 43 (col. 103 C) ubi etiam nobis intuentibus caelestia sunt perpetrata miracula. Die Hymnenstehen col. 104f. Ueberlieferung der Biographie: Mus. Brit. (Jotton Nero E. 1 s. XI; CottunCalig. A. 8 s. XU; Cotton Tiber. D. IV; Alencon 14 s. XI; Ausgaben von Mabillon ActaSS. 5, 606 = Migne 137, 81—105.
Vorrede zur Vita s. Swithuni Migne 137, 107. Widmung Vs. 1 Domno pontifici, Wen-tanam principe Christo Qui regit ecclesiam, prospera cuncta canant. Conferat Aelfhegn reqnicaelestis honorem und in Vs. 1 der voranstehenden Verse Incipit ad dominum specialis eni-stola patrem Elfegtim, Wenta residet qui praesul in urbe. Das Gedicht über die Dedikationder Kirche ist Vs. 41—HO 1 ) aufgenommen. Die Stellen aus Fortunats Miszellangedichteusind Vs. 216 = Fort. C. 1, 15. 102 229 = C. 3, 63. 231 f. = C. 3, 6, 29 f. 235 f. = 3 6 45 f237 = 3, 6, 21. 338 = 3. 6, 48. 239 f. = 2, 9, 57 f. 241 = Fort. 2, 9. 69. 242 = 3, 6, 52. Zu 111vgl. übrigens Sedul. P. C. 2, 176. Mehrfach begegnen bei Wulstan griechische Worte, so VitaEthelw. 16 (col. 90 C) basileus und Ad Elfeg. 213 (249) onoma. Ausgaben: Mabillon ActaSS. 5, 628 = Migne 137, 107—114.
69. Das Leben des hl. Pirminius.
Im Jahre 753 war Pirmin, der Stifter von Reichenau und Hornbachund Leiter von Murbach, im Kloster Hornbach bei Metz gestorben. Dortwurde um 800 seine Legende dargestellt, die einfach und schlicht gehaltenwar. Deshalb genügte sie der späteren Zeit nicht mehr und ein. Mönchin Hornbach, vielleicht Abt Garemann selbst, der im Jahre 1008 starb, 2 )unternahm es, das Leben des Heiligen von neuem zu bearbeiten. Er wid-mete seine Arbeit dem Erzbischof Liudolf von Trier (994—1008) und batdiesen mit der gewohnten Bescheidenheit um Kenntnisnahme und Prüfung. 3 )Er erzählt in der Widmung, daß ihn die Brüder des Klosters um die Arbeitgebeten hätten, zu deren Abfassung er eigentlich unfähig sei. Daß ihm diealte Biographie vorlag, erwähnt er nicht, nur am Schluß der Widmungbemerkt er, daß von der Jugend des Heiligen bis zu seiner Bischofserhe-bung 4 ) infolge der Nachlässigkeit der früheren Autoren nichts bekannt sei.Und er habe auch nur wenig über seine Bischofszeit aufgezeichnet vor-gefunden und dies wenige sei dunkel und unverständlich, weshalb er eineklarere und mühevollere Darstellung geben wolle. Die letztere Bezeichnungseiner Arbeit ist richtig, aber die frühere nicht. Nämlich der Verfasserhat durch alle möglichen Erweiterungen, die aber nichts Sachliches betreffen,das alte Leben bedeutend ausgedehnt und es dadurch wohl mehr dem Ge-schmacke seiner Zeit angepaßt, literarisch aber jene einfach gehalteneErzählung geradezu verunstaltet. Ich hebe nur wenige Punkte heraus, umzu zeigen, welche Art von Veränderungen der Verfasser angebracht hat.Zunächst erfindet er in Kap. 3 die Rede des Alamannenfürsten Sintlaz ebenso,wie er Kap. 5 den Brief erfindet, den der Papst durch Pirmin an den Pranken-könig Theoderich gesendet haben soll. In Kap. 9 hat er das ZusammenseinPirmins mit dem Pranken Werinher durch frei erfundne lange Reden undGegenreden ausgeschmückt, und am Schlüsse des Wunders in Kap. 10 —leere Ölflaschen haben sich infolge der Tugend des Heiligen von selbst ge-
') Bei der Zählung der Verse sind die aus Persius 1,47. Aus Verg. Georg. 4,421vier voranstellenden Hexameter nicht berück-sichtigt.
2 ) Vgl. Hermanni Conti'. Chronicon (MG.SS. 5,119).
3 ) Hier stammt (Acta SS. Nov. 2, 35 D)Qnamvis enim mihi non insit Cornea fibra
stammt c. 11 p. 41 F tutissimi statio portus.Auf 3 Reg. 5,17 geht wohl der sonderbare Aus-druck c. 6 (p. 37 E) ex duris impolitUque la-pidibus filios Abrahae quadrans.
4 ) Zum ersten Bischofssitz vgl. G. Morin,Rev. Bened. 29,262 ff.