Wulstan von Winchester.
44J
Bischofs das Gedicht ab, das er im Leben des Heiligen in Kap. 40 für dessenDedikation der Swithunkirche verfaßt hatte. 1 ) Die Fortsetzung des durchden Tod Ethelwolds unterbrochenen Baues von seiten Elfegs beschreibt nunWulstan 2 ) und verweilt längere Zeit bei der künstlichen Orgel, die dieKirche erhielt (Vs. 141—172). Darin schildert er einen von Elfeg gebautenTurm mit einem goldnen Wetterhahn als Spitze und zwar in sinnigerWeise und mit gefälligem Ausdruck. Es folgt die Darstellung der Kirch-weihe mit Angabe der dabei anwesenden Bischöfe und Presbyter und dieBeschreibung des ganzen Festes. Dann werden die im Peter-Paulsklosterbestatteten Heiligen genannt, unter denen Ethelwold besonders hervor-gehoben wird, namentlich da sich an seinem Grabe jüngst einige Wunderzugetragen hatten. Das Gedicht schließt mit dem Preise Elfegs, und Wulstanzeigt hier deutlich, daß er eine nicht geringe Gewandtheit in der poetischenDarstellung erworben hatte; allerdings klingen recht viele von seinen ge-wandtesten Versen und Distichen stark an Fortunatus an, aus dessen Ge-dichten auch ohne weiteres ganze Verse übernommen worden sind.
Zeugnisse. Die Zeit Wulstans bestimmt sich nach den Angaben in der Vita Ethel-woldi 40 (Migne 137, 101 D) spiritum caelo rcddidü in Kalendis Augusti anno . ■. 984 und 42(col. 102 B) Anno duodecimo post obitum gloriosi pontificis Adelivoldi placuit supernae dis-pensationi illutn per caelestia signa revelari sowie aus der Angabe Wilhelms, daß WulstanEthelwolds Schüler gewesen sei. Wilhelm von Malmesbury berichtet nämlich über ihn Gestareg. Angl. 2, 149 (ed. W. Stubbs 1,166) Iiuius (Adelwoldi) vitam Widstanus quidatn cantorWintoniensis, discipulus eius scilicet et alumnus, composuit stilo mediocri. Fecit et alindopus de tonorum harmonia valde utile, eruditi Angli indicium, homo vitae bonae et eloquentiaecastigatae und Gesta pontif. Angl. 5. 254 (ed. Hamilton p. 406) Eeliquit (Aelfricus) ali-quantos Codices .. . vitam s. Adeltroldi, antequam eam Whtanus operosius concinnaret; hieiinint Wilhelm, denn dem Aelfric lag Wulstans Schrift vor, und nicht umgekehrt, wie sicham dem Wortlaut beider Werke erweisen läßt. In einer Urkunde des Jahres 965 hat Wulstanals Zeuge unterschrieben, vgl. Historia monast. de Abingdon ed. Stevenson 1, 266 Ego Wulf-stan minister. Die Arbeit von Blume steht Wiener SB. (1903) 146,111. Daselbst S. 3 ff Des. Athelwoldo, 6—9 De s. Birino, p. 9—12 De s. Swithuno und zwar links die Hymnen vonWulstan, rechts die Ueberarbeitung durch Ordericus; die Autorschaft Wulstans ist S. 12 ff.erwiesen und S. 17 hat Blume dargelegt, daß der Ueberarbeiter alles Persönliche entfernthat, was für den Gebrauch zu Winchester bestimmt war. Alle vier Hymnen gab dannDreves heraus in Analecta Hymnica 48, 9 — 18; sie stehen im Rotomag. 1385 (aus Jumieges,abgeschrieben zu Winchester) s. X — XI. Die Ueberarbeitungen stehen in der Hs. zu Alencon 14s. XII (aus Saint-Evroul). wo auch f. 35 der oben erwähnte sapphische Hymnus enthaltenist; zu der Hs. vgl. L. Delisle, Journal des Savants 1903 S.428ff, dort das Verzeichnis dervon Ordericus kopierten Werke S. 436, darunter f. 23 Wulstans Leben Ethelwolds. Die Se-quenzen aus den Winchester Tropers stehen Anal. Hymn. 40, 180 ff. 154 f. 37, 265 f. 40,2ö8f. 37,138 f.
Die Autorschaft Wulstans bezüglich der Vita Ethelwoldi ist durch Wilhelm vonMalmesbury sichergestellt (s. oben), der auch Gesta pont. Angl. 2. 83 (ed. Hamilton p. 181)ein Stück aushebt Hie primo monachus s. Ethehcoldi ... fuit, cuius obedientiae miraculorumrelator eiusdem vitae sie insinuat: Erat in congregatione quidatn frater Elstanus — sanetofine quievit in dotnino; dies stammt aus Kap. 14 (Migne 137, 89D. 90 A) und gibt WulstansText mit leichten Veränderungen. Im Vorwort heißt es (Migne 137, 82C) De cuius (Adel-iroldi) ortu gestis et flbitu scire cupientibus aliqua narrare dignum duximus, et ne tanti patrismemoria penitus oblivioni traderetur, ea quae praesentes ipsi vidimus et qüae fideli seniorumrelatione didieimus, in his schedulis summatim perstrinxinms. Benutzung Isidors 3 (col. 85 A)M quia aquila ab acumine oculorum vocatur Isid. Et. 12. 7, 11. Zur Lehrtätigkeit vgl. 31(col. 95 A) Dulce namque erat ei adolescentes et iuvenes semper docere et Latinos libros Angliceeis solvere et regulas grammaticae artis ac metricae rationis tradere et ioeundis alloqulis admeliora hortari. Zur Chronologie der Verehrung des Heiligen vgl. 42 l.s. oben). Augenzeuge
l ) Mit geringen Aenderungen und mitAuslassung von Vs. 1 f. und 37 f. Eingelegtsind Vs.93—96, wo Verg. Aen. 1,738 f. ver-
wendet wurde.
2 ) Vs. 118 = Sedul. P.C. 1.10.