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2 (1923) Von der Mitte des zehnten Jahrhunderts bis zum Ausbruch des Kampfes zwischen Kirche und Staat : mit Index
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Adso von Montier-en-Der. 437

was ihm von anderen Zeugen zugetragen worden sei. Er habe aber inseiner Darstellung die chronologische Ordnung nicht eingehalten, da seinGrundsatz gewesen sei, alles aufzuzeichnen, was zu seiner Kenntnis gelangtsei. Das kontrastiert aber schon mit dem durchaus chronologisch gehaltenenLeben des Basolus und kann sich nur auf die ihm angehängten Wunderbeziehen, und es widerspricht auch den kurz vorher in Kap. 3 col. 645 Bgeäußerten Worten seil rei gestae ördinem diligentissime inrcstigantes, quan-tum Studium nostrum periingere potuit. Und wenn Adso dann in Kap. 4fortfährt:Es wird indes von manchen Seiten versichert, daß es ein an-sehnliches altes Buch vom Leben des Heiligen gebe. Ich habe es aber bisjetzt nicht zu Gesicht erhalten", so verstrickt er sich noch weiter in Un-wahrheiten. Denn der Bericht, den er über das Leben des Basolus gibt,kann sich nur auf eine ihm vorliegende alte Vita Basoli gründen. 1 ) DerGrund zu diesem Verschweigen ist nicht recht klar; vielleicht wollte Adsodie Berühmtheit des Heiligen zu seiner Zeit recht stark hervorheben. Auchdies Leben, dem Adso einen Bericht über die Translation und die späterenWunder anschloß, ist lebendig und gut geschrieben und enthält einige ge-schichtliche Nachrichten, wie z. B. über Bischof Aegidius von Reims, dessenErwähnung durch Fortunatus (Carm. misc. 3, 15) hervorgehoben wird; 2 )c. 14 col. 652 A ergibt sich Kenntnis der Vita Columbani.

Im Jahre 990 wurde Adso vom Benignuskloster zu Dijon zum Abteerhoben und in diese Zeit mag sein letztes Werk fallen, von dem wir Kundehaben. Es ist das Leben des hl. Bercharius, des Schutzpatrons von Montier-en-Der. Er hat aber das Werk nicht vollenden können, wie der Mönch vonMontier-en-Der angibt, der die Wunder des Heiligen hinzufügte und inKap. 11 eine ganze Reihe von wichtigen Nachrichten über Adsos Lebenzusammenstellte. Nach seinem Bericht gab es ein fast völlig vergessenesund schlecht geschriebenes Leben des Bercharius, was aber aus Adsos Prolognicht hervorgeht, der sich hier nur auf Nachrichten aus dem Kloster selbstund auf spätere. Wunder des Heiligen beruft. So finden wir also dasselbewie früher: Adso verschweigt seine eigentliche Quelle, die er im großenund ganzen nur stilistisch verbessert hat, doch führt er sie gleich im Anfangder Erzählung für die Herkunft des Heiligen als Grundlage ein. 3 ) Die alteVorlage muß ihm wenig geboten haben, denn je weniger Tatsachen er inder Schrift erzählt, um so wortreicher ist die Darstellung. Nirgends hatAdso einen so breiten Wortschwall verwendet wie hier, eine große Satz-periode löst die andere ab. Zur Variierung der eigenen Rede hat Adso inKap. 10 (col. 676 D) erst Verg.Ecl. l,24f. und gleich darauf 1,1 mit kleinenVeränderungen in seine Darstellung verwebt, ohne auf die erborgte Redehinzuweisen. Wir finden also nur eine stilistische Arbeit vor, und auf Adsodurchaus vertrautes Gebiet führt die einzige größere Abschweifung in Kap. 6,

') Das hat auch schon Ebert 111,477 und , Fortunatus ...ab ipso Äegidio partibus, ut

nach ihm Sackur 2, 364 ausgesprochen. Vgl. legitur, Italiae in Gallias provocatus. Woher

auch Vita 12 (col. 650 C) ut traditw, wo die j stammt das?

Abhängigkeit von der alten Quelle klar her- j 3 ) Kap. 2 (col. 669ß) Prioris monimenta

vortritt. i temporis pagum Aquitanicum ortus eius tra-

*) c. 11 col. 650A. Dort heißt es vorher [ didere ac generis fuisse exordium.