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2 (1923) Von der Mitte des zehnten Jahrhunderts bis zum Ausbruch des Kampfes zwischen Kirche und Staat : mit Index
Entstehung
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436 Geschichte der lateinischen Literatur des Mittelalters. Zweiter Teil.

nannt" bezeichnet. Doch hat Holder-Egger meines Erachtens dagegensehr richtig eingewandt, daß das Zusammentreffen zweier Äbte namens Adso,die beide in Luxeuil hätten erzogen sein müssen, doch ausgeschlossen sei'viel eher könne der Doppelname zu Recht bestehen. Zudem ist entschiedenein Fortschritt in der Darstellungsweise Adsos in der kleinen Schrift zubemerken, die man ihm also ohne weiteres wird beilegen müssen.

Wahrscheinlich bald nach der 978 erfolgenden Translation des hl. Aperhat Adso die Wunder dieses Stifters von St. Evre dargestellt; denn derEinspruch, den Sackur 1 ) gegen seine Autorschaft erhob, ist durchaus nichtstichhaltig, 2 ) und gerade die Erhebung des Heiligen mag die Veranlassunggegeben haben, daß man von St. Evre aus an Adso die Bitte um die Auf-zeichnung richtete. Diese ist an sich recht unbedeutend. Adso erklärt imVorwort, daß ältere Leute viel von den Wundern des hl. Aper zu erzählenwüßten, aber nur ganz weniges sei aus Mangel an Fürsorge aufgezeichnetworden. Besonders aber fehle es ganz so heißt es im 7. Kapitel ander Aufzeichnung solcher Wunder, die sich nach dem Tode des Heiligenzugetragen hätten; und es erscheine ihm undenkbar, wenn man jetzt, beinaheam Ende der Welt, dem Heiligen nicht eine Schrift darüber vergönne. Undtrotz dieser Klagen übertreibt er am Schlüsse seiner Darstellung in Kap. 37,wenn er sagt, daß er ein großes Buch zustande gebracht hätte, wenn eralles Gehörte und Gesehene hätte aufschreiben wollen. Während Adso inandern ähnlichen Schriften nicht wenig geschichtliches Material verarbeitet,fehlt das hier gänzlich, ja er täuscht den Leser hier eigentlich, indem ervom hl. Aper als von seinem Klosterheiligen Kap. 7 provisoris tuto-risquc nostri spricht, wie er es ähnlich in der Vita Frodoberti 3 ) getan hat.Nachdem Adso in nähere Berührung mit Gerbert getreten war, wurdeer vielleicht erst 991 von diesem wie vom Abt Adso von St. Basle gebeten,im Leben des hl. Basolus zu verfassen, was er auch in der Vorrede seinerSchrift mit Unterdrückung der Namen bemerkt hat. Er beginnt mit einemlang ausgedehnten und sehr worteeichen Vorwort, das übrigens vortrefflichstilisiert ist und gegen die sonstige Gewohnheit Adsos Stellen aus Vergil 4 )und aus der Vita Martini 6 ) verwendet. In einer kürzeren Vorrede sprichter dann von seinem eigentlichen Thema und deutet an, daß er seinen Namenaus Bescheidenheit verberge. Diese tritt aber in anderer Beziehung wenigerhervor. Denn in Kap. 4 des Vorworts heißt »es: Einiges aus alter ZeitÜberlieferte habe er ausführlicher berichtet, einiges von den ZeitgenossenGehörte habe er nach deren eigner Erzählung wiedergegeben, mancheshabe er als Augenzeuge hinzugefügt, und auch das habe er kurz berichtet,

') Die Cluniacenser 2, 365 und n. 3. 4 , 3 (Migne 137,645B) per variospu-

2 ) Schon Wattenbach 1,422 hat bemeikt, I triam, Aen. 1,204 f.; 4 (646B) ut poeta canit:daß die Worte c. 7 (Acta SS. Sept. 5, 71 A) ! Andieras sed fama fuit. Ecl. 9,11.

Nobis autem iam pene in fine saeculi con- ! 6 ) c. 1 (643 B) quia tantae materiae suc-

stitutis nicht vom Ende des 10. Jahrhunderts, cumbimus aus Sulp. Sev. Vita Mart. 26, 1; ,cni

sondern vom Ende der Welt zu verstehen sind. | etiamsi opus divinae virtutis ih.26, 3; Vita"

3 ) c 11 (Migne 137.606 B) Quod quia in col. 647 B non tarnen implicari soletib.2,6:arehivis coenobii nostri usque hodie contine- Adsos Bibliothek (Becker 41,16) enthält den.tut; hie quidem inserere superfluum duximus ; Martinellus, der des Sulpicius Schriften überer spricht da im Namen der Mönche von j St. Martin begreift.

Moutier-la-Celle.