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2 (1923) Von der Mitte des zehnten Jahrhunderts bis zum Ausbruch des Kampfes zwischen Kirche und Staat : mit Index
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Adso von Montier-en-Der. 435

vam Darsteller der heutigen Gesta benutzt wurde. Dieser hat nämlich Kap. 3p. 633, 3642 noch Weiteres über Amon berichtet, was Adso aus gleicherQuelle übergangen hat; neben den alten Gesta haben die heutigen Gestaauch Adsos Vita Mansueti benutzt und in ihren Anfangsworten 1 ) ist dieBenutzung der alten Quelle deutlich zu erkennen. Daß Waitz mit seinerBehauptung, die heutigen Gesta fußten lediglich auf Adso, unrecht hatte,ergibt sich auch daraus, daß Adso Kap. 16 über Gauzlin und den AbtArchembold anders berichtet als die Gesta; auch wird in den Gesta c. 34p. 641 f. die Erhebung Gerhards viel ausführlicher dargestellt, so daß AdsosBericht in Kap. 20 2 ) nur als ein kurzer Auszug erscheint. Die Vita Mansuetiwird ähnlich wie die Frodoberts durch ein Gedicht (22 Distichen) eingeleitet,das das Leben des Heiligen in kurzen Zügen darstellt, und hieran schließtsich ein Akrostichon von acht Versen (Mansuete) an. Die Darstellung selbstentbehrt nicht eines gewissen Reizes, sie steigert sich in Kap. 710 zueiner äußerst lebendigen Erzählung von novellistischer Anschaulichkeit, wonämlich Adso von dem in die Mosel gefallenen Sohne des Königs Leo vonToul berichtet. Erwähnenswert dürfte sein, daß Adso in Kap. 12 (col. 630B)den aus Acta ap. 8 bekannten Simon magus als Teilhaber des Antichrist be-zeichnet, also in diesem Werke auf frühere Ideenverbindungen zurückkommt.Mit dem früheren Aufenthalt in Luxeuil hängt es zusammen, daß Adsoein Werk über das Leben und die Wunder des hl. Waidebert, des drittenAbtes jenes Klosters, verfaßte. Nach der an die Brüder von Luxeuil ge-richteten Vorrede hatte Adso beschlossen, dem Kloster, dem er seine ersteBildung verdankte, sich dafür erkenntlich zu zeigen und die Wunder auf-zuschreiben, die die hl. Eustasius und Waidebert zu seiner Zeit gewirkt hatten,denn über das Leben beider Äbte könne man sich aus ihrer Biographiegenugsam unterrichten. Hieraus geht deutlich hervor, daß es zu Adsos Zeitneben der noch heute vorhandenen Vita Eustasii des Jonas auch eine VitaWaideberti gab. Und diese hat ihm vorgelegen, denn aus ihr hat er haupt-sächlich seinen Stoff geschöpft.. Nämlich er gibt in der Schrift anfänglichmehr ein Leben Waideberts, als daß er dessen und des Eustasius Wundererzählt, denn er beginnt ganz kurz mit der Gründung Luxeuils durchColumbanus, berührt ganz flüchtig den Eustasius als zweiten Abt und gehtnun an der Hand der Vita Waideberti ausführlich auf dessen Leben ein.Dann verfolgt er die Geschichte des Klosters weiter und berichtet über diefränkische Geschichte nach Karls des Großen Tode in vollständiger Ver-wirrung der Chronologie, kommt auf Abt Ansegis zu sprechen und erzähltdann die Beraubung des Klosters in den folgenden Zeiten sowie die Wunder,die St. Waidebert hierbei verrichtet hatte. Das Schriftchen ist, geschicht-lich betrachtet, eine sehr geringe Leistung, dagegen hat es in stilistischerHinsicht höheren Wert. Denn die Erzählung ist gewandt und lebendiggehalten und läßt auf ein nicht geringes Darstellungstalent des Verfassersschließen. Man hat es dem Adso absprechen wollen, 3 ) da der Verfassersich im Briefe an die Brüder von Luxeuil alsAdso auch Hermiricus ge-

') Kap. 2 p. 632. 38 Fuit idem venerandus 2 ) Migne 137, 638CD.

pctter, sicut relatu maiornm didicimus. 3 ) Ebert 3,378. Wattenbach 1,422.

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