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2 (1923) Von der Mitte des zehnten Jahrhunderts bis zum Ausbruch des Kampfes zwischen Kirche und Staat : mit Index
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Ruoperts "Vita Adalberti Egmondani. 425

der Saar die Aufgabe, das Leben und die Wunder des hl. Adalbert darzu-stellen. Dieser war als Gefährte Willibrords aus England gekommen undAbt von Echternach geworden und ist als solcher aus einer 714 aus-gestellten Urkunde Pippins wie aus einem Briefe Luis bekannt. Da er inEgmond begraben war und sich später an seinem Grabe Wunder ereig 7rieten, so hielt es Egbert jedenfalls für angebracht, eine Biographie desHeiligen zu veranlassen. Seinem Wunsche kam der Mettlacher Mönch Ruopertnach, der allerdings am Ende der Wunder zu sagen scheint, daß die Schriftvon allen Mönchen seines Klosters verfaßt sei, obwohl diese Angabe gleichdarauf wieder hinfällig wird. Daß aber Ruopert, der wohl aus Bescheiden-heit seinen Namen verschwieg, wirklich der Verfasser ist, ergibt sich ausden vor 1095 geschriebenen Miracula s. Liutwini, die erzählen, daß einMitschüler zweier aus Mettlach an Gerbert gesandten Mönche namens Ruo-pert das Leben Adalberts in lichtvoller Sprache verfaßt habe, nachdem ervorher deshalb nach Egmond gesandt worden sei. Aus "dieser Stelle wirdauch die Frage, ob der Biograph wirklich in Egmond gewesen sei, dieHolder-Egger mit gutem Grunde in bejahendem Sinne beantwortet hatte,ohne weiteres in diesem Sinne entschieden: er kennt nicht nur die Lagevon Egmond gut und weiß von den verheerenden Wirkungen der dortigen SeeBescheid zu geben, sondern er schreibt auch als Augenzeuge. Freilich weißer von Adalbert nur, daß er ein Gefährte Willibrords gewesen und in Egmondbegraben worden war. Um diesem allerdings sehr fühlbaren Mangel abzu-helfen, stellte er aus der ihm bekannten Literatur über Willibrord einigeszusammen und schrieb die drei ersten Kapitel der Biographie ganz ausBedas Kirchengeschichte (3, 27. 5, 911) und aus Alchvines Vita Willi-brordi 1 ) (Kap. 46) ab. Der nächste Abschnitt besteht aus den gewöhn-lichen Phrasen und üblichen Lobeserhebungen über die christlichen TugendenAdalberts und dann kommt der Verfasser zum Aufenthalt des Heiligen inEgmond und erzählt hier von seiner nahen Bekanntschaft und seinem Ver-kehr mit einem ausgezeichneten Manne namens Eggo, dessen Person undName wohl nur dem Kloster Egmond zuliebe erfunden worden ist. Schonhier wirkt der Heilige ein Wunder. Er empfindet nämlich Sehnsucht nachder Heimat und sagt zu seinem Eggo, indem er einen Apfelrest ins Feuerwirft:Wenn die Kerne dieses Apfels 2 ) Leben behalten und emporgewachsensein werden, wirst du meine Rückkehr erleben." Die Kerne werden aus demFeuer gerettet, verbrennen dann aber in einem Büchschen, und gehendoch auf und erzeugen blühende und duftende Pflanzen (!). Natürlich kehrteAdalbert nun zurück, aber er stirbt bald darauf und wird begraben. InKap. 8 vollzieht nun Ruopert den Übergang zu den Wundern, der ineinem entsetzlich wortreichen Stile geschrieben ist, und ebenso wortreichist meist der Wunderbericht selbst gehalten, aus dem hier weiter nichtsinteressiert als die wunderliche Ableitung des Namens Egmond (Haec-munda: ut Haec mundet dicatur, quasi locus ab irruptione ineursionum mun-datus hostilium). Das Ganze ist eher eine Übung des wegen seines Wort-

') Jaff6, Bibliotheca rer. Germ. 6, 43 f. j invirgidata fruetifleaverint adolendo, nie..2 ) c. 5 (Acta SS. Iun. 5,98) Ubi ... grana compotem habebis in rerertenäo.