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2 (1923) Von der Mitte des zehnten Jahrhunderts bis zum Ausbruch des Kampfes zwischen Kirche und Staat : mit Index
Entstehung
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Johannes aus Amalfi. 423

brachte, in dem er 42 aus dem Griechischen übersetzte Mönchsgeschichtenvereinigte. Vielleicht standen sie alle schon in einem und demselben Buche,das Johannes als Quelle benutzte, vielleicht aber hat Johannes seinen Über-setzungen erst die bei ihm vorhandene Disposition gegeben; denn sie sindnach dem Prinzip einzelner Tugenden wie Keuschheit, Freigebigkeit, Gott-vertrauen, Weltflucht usw. ausgewählt und zusammengestellt. Fast die Hälfteder Erzählungen stammt aus dem Pratum spirituale des Johannes Moschos,anderes ist aus den Erzählungen des Daniel von Skete und aus des Ana-stasius Monachus Vision des Taxeotes genommen, während sich für dieübrigbleibenden Stücke ebenfalls noch griechische Texte als Vorlage nach-weisen lassen. Aber Johannes hat auch noch andere Stücke übersetzt undzwar in Konstantinopel selbst als Nachtrag zum Leben des hl. Nikolaosvon Johannes von Neapel De obitu s. Nicolai und im Panagiakloster dieLegende der hl. Irene. Er erzählt im Prolog seines Liber de miraculis, wieer das größere Werk benannt hat, daß er an seinem Aufenthaltsort keinenNotar und keinen Schreiber gefunden habe, ja nicht einmal einen Menschen,der ein Wort Latein verstanden hätte. Er bittet daher seine Leser umNachsicht und überläßt ihnen die Korrektur eventueller Fehler, wie er auchschon vorher sich an das Wohlwollen seiner Mitbrüder wendet, in derenHände sein Buch kommen werde. Die Erzählungen, die Johannes im Liberde miraculis bietet, sind sehr verschiedenen Inhalts, alle sind aber auf denerbaulichen Ton gestimmt und in allen wirkt eine Tugend der handelndenPersonen Wunder. Er beginnt mit der wunderbaren Geschichte, die mansich in Mönchskreisen von der Entstehung der Antiphoneteskirche zu er-zählen wußte, nämlich von der durch den felsenfesten Glauben eines christ-lichen Kaufmanns herbeigeführten Konversion eines Juden. Erst mit dersiebenten Erzählung setzt die Übersetzung aus dem Pratum spirituale ein, 1 )dessen Stücke sich sofort dadurch kenntlich machen, daß sie als Erzählungeines Abtes oder eines Bischofs an den Verfasser eingeführt werden, währenddie andern Stücke fast ausnahmslos (vgl. N. 39) diese Art der Einführungentbehren, wenn sie sich auch mehrfach als Referat ausgeben. Übrigensgibt Johannes die Reihenfolge der Stücke nur ausnahmsweise nach demPratum spirituale und er traf seine Disposition, wie schon erwähnt, nachden christlichen Tugenden, obwohl er sieh dabei auch nicht an eine strengeReihenfolge hält. Die Übersetzung selbst ist keineswegs genau angefertigt,denn manche Worte der Vorlage bleiben unübersetzt und manches hat Jo-hannes überhaupt falsch verstanden. 2 ) Die Sprache des Johannes ist meistschwerfällig und ungeschickt und man merkt "ihr nicht selten an, daß manes mit einer Übersetzung zu tun hat, die dem Verfasser nicht leicht fiel.Im allgemeinen hält er sich an die Ausdrucksweise der Bibel, deren Worteer auch sehr häufig verwendet, ohne aber ihre poetische Färbung nachzu-ahmen. So scheint er mehr die von der Geistlichkeit verwendete Umgangs-sprache zu gebrauchen, was sich auch daraus ergibt, daß er die längeren

') Soweit es heute wenigstens erhalten | 2 ) Vgl. z. B. ed. Huber p. 10,1-4 mit der

ist, denn es ist möglich, daß Johannes es j griechischen Vorlage bei M. Hoferer. loannisin seinem ganzen Umfange kannte. monachi liber de miraculis p. 14,1217.