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2 (1923) Von der Mitte des zehnten Jahrhunderts bis zum Ausbruch des Kampfes zwischen Kirche und Staat : mit Index
Entstehung
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Sigehard von St. MaxiniiiL 42 1

lebender Zeugen wie 1, 8 des Mönches Thietbert, 2,18 Adalberts, des Vatersdes späteren Erzbischofs Adalbert von Magdeburg, in 2, 19. 23 und 3, 32der Mönche Rimopert, Richwin und Wenilo. Schon in Kap. 25 kommt erauf Wikers eigne Zeit zu sprechen und das ganze letzte Drittel des Wer-kes befaßt sich mit der Wiederauffindung des Leibes des Heiligen, nachdemdie Mönche sämtlich durch die Normannen getötet worden waren. Imallgemeinen ist Sigehard bestrebt, seine Wunderberichte auf Grund glaub-würdiger Zeugnisse zu geben, und er nennt seine Berichterstatter stetsmit Namen. Die Erzählung verläuft in der bei dieser Literatur üblichenWeise, aber meist ohne den Aufwand von hochtönenden Phrasen. Siegibt sich meist einfach und schmucklos, zuweilen aber, wie in Kap. 16bei der Übergabe eines Jagdfalken an einen Bauer, der das Tier nicht zuhalten versteht, macht sich fast ein novellistischer Zug geltend. Aberauch sonst ist manches anschaulich und lebendig dargestellt, trotzdem.die Sprache immer schlicht und volkstümlich l ) bleibt. So gehört die Schrift,die auch geschichtlich wertvolle Nachrichten birgt, zu den besseren ihrerZeit. Sie wurde später teilweise in den Tituli eines ungenannten Scho-lasticus in Verse gebracht, die als Epigramme für die Malereien im altenKapitelsaal der Abtei dienten. Diese 23 Epigramme von zwei bis acht-zehn Versen sind dem Stoffe nach aus den Schriften des Lupus, einesunbekannten Gregor und Sigehards genommen, wie der Verfasser 23, 9 2 )selbst sagt, nachdem er den Leser, der mehr von den Wundern wissenwolle, auf jene Schriften hingewiesen hat. Von den Epigrammen stammenübrigens nur die beiden letzten über Megingaud und Giselbert stofflichaus Sigehard, alle vorhergehenden Wunder sind Lupus und Gregor ent-nommen. Die Verse sind im allgemeinen sehr unbehilflich und trocken,was allerdings mit der durch den Raum vorgeschriebenen Kürze zusammen-hängen dürfte. Sie sind leoninisch gereimt und gehören wohl dem 11. Jahr-hundert an.

Zeugnisse. Zeit der Vita Maximini des Lupus (MG. SS. rer. Merov. 3, 82) c. 25 usquead hunc annuni quo scribimus hoc est .. . octingentesimum tricesimum nonum. Die Anna!ess. M axi m i n i von 708987 reichend sind bis 840 aus den Ann. Senonenses (MG. SS. 1,102 109)abgeschrieben; Hs. in Koblenz, Bibl. Goerres. 16 s.X, s ) Ausgabe MG. SS. 4,5 7. Zur Be-nutzung in der Fortsetzung Reginos, die höchst wahrscheinlich von dem St. Maximiuer MönchAdalbert.* 1 ) dem späteren Abte von Weißenburg und Erzbischofe von Magdeburg, stammt,vgl. Wattenbach 1,411 und Kurze, Neues Archiv 15, 3.

Miracula s. Maximini (Acta SS. 7,2533). Prolog 1 p. 25 Domino abbali WickeroSigehardus. Eogas, pater carissime, imo vi quadam auetoritatis extorques invito, quatenus .. .opus assumam. Nam praeeipis propriaque potestate compellis, quo ea quae post editum aLupo episcopo (!) de vita s. Maximini librum per eundem . .. sunt gesta miracula . .. stilo(dligem; ac . .. post illum primum seeundum super Ulis libellum absolvam te certa locuturosuggerente materiam . . . Quapropter diu multum desideratum opus perge securus aggredi . .Omnia ergo quae dixeris vel a te ipso, ut promittis, et ab his, qui adhuc vivunt, tecum visuvel ab his, qui viderunt, tibi probabilibus personis comperta qualicunque prosequar stilo.Vergleich Prol. 2 p. 26 neque nie expectent Hercuriali sapiditate Tulliique copia cleclamaturum.Erstes Wunder Prol. 3 p. 26 Quoniam igitur tarn praeclarum factum . . . in Mo libro, quiritam gestaque saneti continet, praetermissum miramur, hoc silentio nos quoque praeterire

') Ein deutsches Wort findet sich c. 15 4 ) Er kehrte 962 von seiner erfolglosen

p. 28 chirotheca quam rustici wantutn vocant. ! Sendung (er war zum Bischof in Rußland

2 ) Hrsg. von Kraus, Jahrb. d.Ver.v. Alter- ' ernannt) zurück, vgl. Continuatio Reginonistumsfreunden im Rheinlande 50,210. ; 962 ed. Kurze p. 172. Sigehard nennt ihn

3 ) Vgl. zur Hs. Neues Archiv 27, 738. ; 2, 18 (Acta SS. Mai 7,29) nostri Adalberti.