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2 (1923) Von der Mitte des zehnten Jahrhunderts bis zum Ausbruch des Kampfes zwischen Kirche und Staat : mit Index
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420 Geschichte der lateinischen Literatur des Mittelalters. Zweiter Teil.

igitur .. . mülesimo quinquagesimo prhno regni Francorum monarchiam gubernante optimaprincipe Henrico, Philippi regis genitore, abbate quoque Macario Humolariensis coenobiicuram administrante, Visum est fratribus .. . quatenus corpus dominae suae Hunegundis, sifacultas suppeteret, mutari debuisset. Diese Mutatio fand also im Jahre 1051 statt, wird abererst zur Zeit König Philipps I. beschrieben. Hier findet sich c. 2 (col. 73 A) die oben mit-geteilte Notiz über Abt Berner. Ausgabe: Migne 137,7176.

. 63. Sigehard von St. Maximin.

Im Jahre 839 hatte Lupus, der spätere Abt von Ferneres, die alteVita Maximini, des Hauptheiligen von Trier, stilistisch umgearbeitet (vgl.Bd. 1, 483. 485), und es hängt wohl mit der für die lothringischen Klösterso segensreichen Tätigkeit des Erzbischofs Bruno zusammen, daß im Klo-ster des hl. Maximin zu Trier seit der Mitte des 10. Jahrhunderts ein ge-wisses literarisches Bestreben erstand. Man verfaßte hier nämlich kurzeAnnalen, die an und für sich keinen besonderen Wert haben, aber demFortsetzer Reginos als Quelle für sein Geschichtswerk dienten. Wichtigeraber ist, daß der Abt Wiker (957966) den Mönch Sigehard 1 ) aufforderte,zu dem Werke des Lupus ein zweites Buch zu schreiben, das die Wunderenthalten sollte, die der hl. Maximin nach seinem Tode gewirkt hatte. DerAbt versprach ihm hierfür den Stoff zu liefern, soweit seine eigne Kenntnisreiche und insofern er von glaubwürdigen Personen Kunde eingezogen habe.In der ausführlichen Vorrede setzt Sigehard diese Verhältnisse auseinander,bringt die üblichen Bescheidenheitsphrasen vor und erklärt, daß er die Furchthege, man werde ihn der Unwahrheit zeihen; die Weisheit des Merkur 2 )und den Reichtum eines Tullius besitze er freilich nicht. Er wolle aber anerster Stelle ein Wunder berichten, das noch zu Lebzeiten Maximins ge-schehen sei und sich nicht in dessen Biographie finde, und er erzählt danndie Wiedervereinigung des Beiligen mit Quiriacus durch einen Engel undberuft sich hierbei auf ein sehr altes und beinahe verblaßtes Bild, das erin der Krypta der alten Kirche des hl. Quiriacus über dessen Grabe gesehenhabe. Am Ende der Vorrede sagt er, in seiner Erzählung werde er diechronologische Folge nicht einhalten können; besser sei es, ähnliche Ereig-nisse miteinander zu verknüpfen. Dann beginnt der eigne Bericht Sige-hards, der nach Kap. 1, 13 im 27. Jahr Ottos 1., d. h. 962, oder 963 verfaßtist. Weit reicht er in der Zeit nicht zurück, denn das älteste Datum heziehtsich auf die Übertragung der Abtei an Graf Megingaud durch König Arnulfnach dem Tode Abt Herkenberts (1, 10). Einen ziemlichen Raum nimmtdie Darstellung der Übeltaten ein, die Herzog Giselbert dem Kloster zufügte(1, 1214); aber Giselbert wurde im Traume durch den Heiligen bestraft,und man wollte im Kloster sogar wissen, daß der Herzog bittere Reue ge-äußert und sogar versprochen haben soll, 3 ) Mönch zu werden, wenn seineFrau gestorben sei (!). Im allgemeinen hält sich Sigehard an den Bericht

x ) Schepss (Ztschr. f. deutsche Phil. 15, sapiditate .. . declamaturum bezieht sich auf

423) denkt an den von Froumund genannten Merkur bei Martianus Capella.

isigehard, den er dann aber richtiger mit dem 3 ) 1, 14 p. 28 in qua etiam confessione se

von Wigo Brief 5 (Migne 137.12 A) genannten j deo ac s. Maximino monachum futurum de-

Sigihard identifiziert. \ vovit, si uxori superstes coniugali vinculo

2 ) Prol. 2 (Acta SS. Mai 7, 26) Mercuriali \ mereretur absohi.