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2 (1923) Von der Mitte des zehnten Jahrhunderts bis zum Ausbruch des Kampfes zwischen Kirche und Staat : mit Index
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142 Geschichte der lateinischen Literatur des Mittelalters. Zweiter Teil,

III. Die Vitae Odilonis. 1. Jotsald von Cluni. Jotsald, Mönch inCJuni, war Schüler Odilos gewesen und muß diesem später sehr nahe ge-treten sein, denn er begleitete seinen Lehrer 1046 nach Rom, wo sich Odilolängere Zeit aufhielt und in der Weihnachtszeit die Wahl von Clemens II.unterstützte, also in der Kirchenpolitik durchaus auf die Seite des deutschenKönigs trat. Hier befand sich Jotsald in enger Gemeinschaft mit Odilound er reiste dann auch im Mai oder Juni 1047 mit seinem Abte nachCluni zurück, der am 1. Januar 1049 starb. Der Tod Odilos veranlagteJotsald zu mehreren Dichtungen. Zuerst schrieb er ein längeres Gedichtin rhythmischen trochäischen Achtsilbern auf den verstorbenen Abt, daser an den Prior Almannus und den Mönch Andreas richtete. Ferner dichteteer elf epanaleptische Distichen auf den zu Cluni gehörigen Ort Souvigny,in dessen Kirche Majolus und Odilo ihr Grab gefunden hatten, und zwarmit Benutzung des ersten Hymnus des Sedulius, dessen letztes Distichonhier mit leichter Veränderung als Vs. 21 f. erscheint. 1 ) Dann verfaßte er einEpitaph auf Odilos Grab mit Anspielung auf die Geburt und den Tod desMannes. Endlich schrieb er ein größeres Klagegedicht, einen Planctus, aufOdilo, an dessen Schluß er sich an den Prior Almannus und an zwei andereMönche von- Cluni wendet. Auch mit Odilos Nachfolger Hugo trat Jotsaldin ein näheres Verhältnis, denn er begleitete den Abt im Jahre 1051nach Ungarn, als Hugo im Auftrage des Papstes Leo IX. den Friedenzwischen dem Kaiser und den Ungarn vermitteln sollte. Bald darauf ver-faßte Jotsald eine Biographie seines alten Lehrers Odilo, die er dessenNeffen, dem Bischof Stephan von Clermont, widmete und zu der er mannig-fache Kunde von den am meisten mit Odilo vertrauten Männern einziehenkonnte. Dies Leben Odilos zeugt von dem geringen Verständnis, das manin Cluni historischen Dingen entgegenbrachte, denn es ist eigentlich nurein großer Lobspruch auf die Heiligkeit des Mannes. Und wenig späterentbrannte der Kampf gegen die Häresien des Berengar von Tours, an demsich Jotsald insofern beteiligte, als er eine Schrift gegen diesen Ketzerverfaßte. Von seiner weiteren literarischen Tätigkeit ist nur noch bekannt,daß er ein Werk schrieb, das in dem alten Katalog von Cluni Laus desanctis patribus genannt wird.

Zeugnisse. Schüler Odilos vgl. den Prolog zu dessen Leben bei Mabillon, ActaSS. 8,597 ed. Veneta) ego quantittuscutnque homuncio nutrüüs magni Odilonis magisterioinformatusque beneficio. Begleiter in Rom vgl. das aus Paris. 18304 s. XI von Sackur(Neues Archiv 15,119 ff.) herausgegebene Stück p. 119 consistens in b. Petri qcdesia nobisex abdito prospicientibus und p. 120 Ex nobis alii iam praecesserant, alii subsequebanturund p. 121 nobisque mirantibus; das ganze Stück beruht auf Autopsie, wie auch die p. 121geschilderte Rückreise. Begleiter auf der Reise nach Ungarn Vita 2,12 (Mabillon 8, 614)Cum in Pannonia simul cum domno abbate Hugone essem.

Dichtungen. Der Rhythmus besteht aus 28 Strophen aus je vierpaarweise gereimten Achtsilbern. Es handelt sich um ein Klagegedicht 1, 3 Cogor «planctum describere, in dem zuerst die Brüder zur Traueraufgefordert werden und dann die Teilnahme der Elemente bei der all-gemeinen Trauer in der Weise dargestellt wird, die die Evangelien von

: ) Neues Archiv 15,123 Gloria magna patri maneat genitoque tonanti, Sit laus spiritui,gloria magna patri.