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2 (1923) Von der Mitte des zehnten Jahrhunderts bis zum Ausbruch des Kampfes zwischen Kirche und Staat : mit Index
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Die Lebensbeschreibungen der Cluniacenseräbte.

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Miracula s. Adelheidis angehängt haben. Odilo entschuldigt sich im Ein-gange der Schrift, daß er sie übernommen habe, trotzdem zu ihrer Ab-fassung ein Cicero oder Hieronymus gehöre. 1 ) Von besonderem Interessesind in Kap. 68 die Zerwürfnisse Adelheids mit ihrem Sohne Otto undmit ihrer Schwiegertochter Theophano, die unserm Autor manchen Seufzerauspressen; von Wichtigkeit auch in den folgenden Abschnitten die Kloster-gründungen der Kaiserin und ihre Wohltaten gegen Klöster. Gänzlichmißglückt aber ist in Kap. 23 der Versuch, Wunder von ihrem Grabe zuberichten, denn hier fehlt alles Individuelle, vielmehr ist das übliche Krank-heitenschema, das für solche Zwecke zu dienen hatte, untergelegt worden,und man sieht daraus, daß Odilo in Wahrheit über diese Umstände nichtsWirkliches zu sagen hatte. In Kap. 2 findet sich eine rhythmische Einlagevon fünf Verspaaren nach der Unterlage des jambischen Dimeters, woje zwei Verse am Ende gereimt sind. Das Gedicht beschäftigt sich mit demRuhme der Kaiserin.

Zeugnisse. Widmung und Zweck der Schrift (MG. SS. 4, 637) Domino Andreaevenerando abbat! cunctisque fratribus . . . in suburbio Ticinensis urbis domino et salvatorinostro devote famulantibus frater Odilo Cluniensium pauperum cunctorum peripsima . . .Epitaphium . . . Adelheidae . . . descriptum stilo paüpere vestrae fraternitati curavi trans-mittere, rectum fore iudicans ut apud vos eius continua recolatur memoria, cuius industriaatque prudentia vestri monasterii fundamentis excreverunt aedificia. . . Non enim ad hoctarn grandem materiem . . . perstrinximus . . . sed ut aliquis inde vir adeo eruditus occasionemscribendi suscipiat. Der Stil der Schrift ist paränetisch und zeigt wenig Besonderheiten.Der Versuch zum Wunderbericht am Schluß c. 23 Ad sepulchrum eius caeci amissa oculorumlumina recipiunt, parcditici valitudinem corporum. Febricitantes sanantur ibi. Ex diversisinfirmitatibus multi reparantur inftrmi. Ueberlieferung: aus Pavia Oxon. Bodl. 2690s. XI, Bruxell. 7460 s. XIII, Duac. 792 s. XIII; aus Peterlingen Paris, nonv. acq.854 s. XI,Wirceb. theol. fol. 34 s. XI; aus Seltz Bruxell. 8976 und 8977. Ausgabe von Pertz, MG.SS. 4, 633645. Vgl. besonders Sackur, Die Cluniacenser 2, 341 f. Wattenbach 1,474und die Einleitung zur Ausgabe von Pertz.

Außerdem haben sich mehrere Briefe Odilos erhalten, die er mit Fulbertvon Chartres wechselte. Dazu besitzen wir mehrere seiner Predigten, indenen sein Hang zu mystischer Deutung sowie zu rhetorischer Behandlungneben dem formalen Element der Reimprosa kräftig hervortritt. Auch hiermacht sich Kenntnis der Bibel wie der Kirchenväter geltend, währendwie bei allen Mönchen der Kongregation von Cluni die antike Literaturgänzlich zurücktritt.

Die Briefe sind nur zufällig erhalten, da man in Cluni keine Briefsammlung der Aebteangelegt zu haben scheint; allerdings besaß man saec. XII in Cluni mehrere Briefe Odilosund einige seiner Predigten, vgl. Delisle, Le cabinet des mscr. 2,469,306 Volumen.in quocontinentur alique epistole b. Odilonis et quidam sermoncs ipsius de certis festivitatibus.Ausgabe bei Migne 142,939944, vgl. Chr. Pfister, De Fulberti Carnot. episcopi vita etoperibus p. 53 und Ringholz, Der hl. Odilo (Regensb. 1885) p. XXXV adn., sowie Sackur,. Neues Archiv 24,728735, wo ein Brief Odilos an Heinrich III. aus dem Jahre 1046 ausVatic. 8563 f. 138 b s. XI abgedruckt ist, der zu den wichtigsten kirchenpolitischen Dokumentender Zeit gehört. Die Predigten finden sich im Oxon. Bodl. 2690 s. XI und sind gedruckt vonMarder, Bibl. Cluniacensis col. 371408. Eine kurze Medicina spiritualis contra tempta-tionem concupiscentiae carnalis an den Patriarchen von Aquileja gab heraus G. Moiin,Revue Benödictine 16,477 f. Exzerpte aus dem Augustinkommentar zu «den Paulusbriefenim Bamberg. B. 1.8, vgl. Leitschuh, Katalog der Bamb. Hss. 1,1,106 und Ringholz a. a. O.S. XLVIXLVIII (kaum von Odilo).

der Schrift bei Lupoid von Bebenburg vgl.daselbst n. 8. Die Miracula stehen MG. SS. 4,645649.

') Also ähnlich wie Sulpicius Severus inder Vita Martini 26, 3.