140 Geschichte der lateinischen Literatur des Mittelalters. Zweiter Teil.
Aufenthalt Cum residerem praeterito tempore paschali in claustro Romani Monasterii.Herleitung des Mönchtums 1,3 p. 685 monasticus ordo . . . quem a b. Helia et Joanne Baptistanovimus processisse. Erwähnung Alchvines 1, 8 p. 687 secntus Alcuinum maioris Caroli im-peratoris magistrum. . .. Ille summi . . . Martini vitam a Severo Sulpitio altissimo stilo de-scriptam dictis plenioribus elucidatam ad nostram . . . destinavit notitiam . . . Dixit ille ut-pote magnus magna de magno,'dicam ego parvus parva de magno. .Erwähnung seiner Vor-lage 1, 8 p. 686 de cuius ortu vita et moribus, miraculis maiorum nostrorum dieta praeclarofamine prolata sufficiant. Uli vero . . . clarissimos eins actus et merita , . . magnifice de-scripserunt. Ego vero . ■ . non alia sed ea quae ipsi praefati sunt stilo paupere ac brevissimisdictionibus capitulatim quoquo modo ausus sum adnotare. Und 2,10 p. 688 Quanta per eutndominus .. . ostendere dignatus est miracida, testaniur volumina a doctissimis viris ordinatasensu catholico calamo conscripta rhetorico et in quibusdam locis metro variata dactylico.Zum Abschluß der Schrift vgl. 3, 14 p. 689 Cum enim huic sententiae vettern finem im-poniere . . . venit in mentem memorabile quoddam presagium, quod in genitore illius quorumdamfidelium relatione audiverum gestum. Hier wird 3, 14 die Vita s. Hieronymi erwähnt, diep. 690 n. a als zum hl. Gerasimus gehörig bezeichnet wird. Die mystische Auslegung 3,17p. 690 beginnt mit den Worten Si quis haec prudenter intelligi voluerit, aliquid spiritahinde conicere poterit. Zu Nalgod vgl. oben. Er sagt in der Vorrede (Acta SS. Mai 2,658)Vitam beatissimi patris Maioli confusd dlffusione dispersam potius quam digestam ut sim-plici brevitate colligerem et expedirem fratrum studiosa Caritas imperavit . . . et propositisauctoribus qui de illo scripserunt, sicut ex eorum tractatibus deprehendere potero, sensumveritatis eorum meo loquendi genere palliabo; nee opus erit compendia virtutum eins rhetoriciscoloribus investire . . . Ipsa per se sobria nuditas gestorum eins habet plurimum elarilatis.W. Schultze, Forsch, z. deutsch. Gesch. 24,158 ff. weist sicher richtig nach, dafs Nalgod nurals Ueberarbeiter des Syrus zu betrachten ist, daß ihm also jede Selbständigkeit abgeht.Daß Schultze aber S. 162 diesen Nalgod vom Verfasser der Odobiographie trennt, hat schonE. Sackur, Neues Archiv 12,505 n. 1 mit Recht verworfen,') wie er auch Schultzes An-sicht nicht gelten läßt, daß dem Odilo Syrus und Nalgod vorgelegen hätten und daß er ;inihnen Kritik geübt habe.
Ueberlieferung. Die Schriften des Syrus und Aldebald finden sich im Paris. 5031s. XI, 1254 s. XII, Montpellier 68 s. XI, Troyes 26; Ausgabe bei Mabillon, Acta SS. 7,764—787 und in den Acta SS. Mai 2, 668 —684. Die Schrift Odilos findet sich im" Oxon.Bodl.2690 s XI; Paris. 5611 s. XI: Paris. St. Martin 109 s.XI; Ausgabe Acta SS. Mai 2, 684—690.Die Arbeit Nalgods in Acta SS. Mai 2,658—668. Zu allen vier Schriften vgl. W. Schultze,Forsch, z. deutsch. Gesch. 24,155 — 170 und E. Sackur, Neues Archiv 12,505—516. Watten-bach 1,473 f.
Wir können hier eine weitere Arbeit Odilos anschließen, die kurz nach999 entstand, nämlich das Epitaphium Adalheidae. Kurz nach dem Todeder Kaiserin Adelheid, mit der ihn in ihren letzten Lebensjahren Freund-schaft verband, entschloß sich Odilo der Fürstin ein Denkmal zu setzen,wie es der hl. Hieronymus im Epitaphium de Blaesilla et Nepotiano 2 ) getanhabe: er zeichnete ihr seliges Leben und ihre guten Taten auf, um, wieer selbst sagt, eine Anregung zur Abfassung eines Lebens der Kaiserinzu geben. Die Schrift enthält zunächst in Kap. 1—8 die wichtigsten Lebens-schicksale der Fürstin, dann Kap. 9—] 2 ihre frommen Werke und Kap. 13—23eine ziemlich breite Darstellung ihres letzten Lebensjahres, während dessenOdilo wohl stets in ihrer Nähe geweilt hatte. Er widmete die Schrift demAbt Andreas und dessen Kloster zu Pavia, sandte sie aber wahrscheinlichauch an die ebenfalls von Adelheid begründeten Klöster Peterlingen undSeltz; denn die Überlieferung des Werkes ist in drei Rezensionen erhalten,die auf jene drei Klöster zurückgehen, und die Mönche in Seltz kanntendas Epitaphium, da sie ihm wohl im Jahre 1056 3 ) ein zweites Buch, die
') Man vgl. hierzu die hier wie oben unterOdo abgedruckten Worte aus beiden Vorredenund man wird sich sofort überzeugen, daßbeide demselben Autor zugehören.
2 ) Jotsald lehnt sich in seinem Prolog von
Odilos Leben hier an (Mabillon, Acta SS. 8,587) quemadtnodum Hieronymus de Blaesillaet Nepotiano epitaphium ... volui de morte . ■ ■eius inscribere.
3 ) Vgl. MG. SS. 4, 634 n. 7. Zur Kenntnis