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2 (1923) Von der Mitte des zehnten Jahrhunderts bis zum Ausbruch des Kampfes zwischen Kirche und Staat : mit Index
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136 Geschichte der lateinischen Literatur des Mittelalters. Zweiter Teil.

religiosa seniorum virorum impbrtutiitäs me promovit. Nee abnuere potui quod tarn imperiosaCaritas exigebant .. . loannem qui de Mo scripsisse inieniebatur offendi . . . Tarda erat ver-borum confusio, tarn dispersa prolixitas, ita inordinatus et praeposterus ordo narrandi, utipsa series relationis vix sibi aut ratione aut tempore cohaereret. Displicuit mihi valde. .. .Scribam igitur meo domestico more loquendi et ex multipliel agmine Mo verborum purumet simplicem conabor eruere veritatem. Da nun Nalgod die Erzählung des Johannes aus derihr eigentümlichen form herauslöste und in organisch fortschreitenden Zusammenhang ge-bracht hat, so hat er ihre Benutzbarkeit für erbauliche Zwecke im Kloster zwar erhöht, aberdafür fehlt die Unmittelbarkeit und das persönliche Element gänzlich, das jene alte Bio-graphie so auszeichnet. Eigne Zutaten finden sich nicht eben viel, nur hat Nalgod inKap. 22 f. eine ziemlich umfängliche Darstellung der Begründung Clunis durch Wilhelm vonAquitanien eingelegt, an deren Schluß er eifrig gegen die Bedrücker klösterlicher Freiheitspricht, allerdings in äußerst gewundenen Worten, die von der sonstigen Klarheit seines Aus-drucks scharf abstechen. Sonst erwähnt er noch, daß ihn sein Bischof aufgefordert habe,die Schrift De sacerdotio zu verfassen, vgl. 26 p. 193 liogatur ab episcopo, ut ea quae ibldixerat, vel quaecumque mellora oecurrerent, in libri seriem eoaptaret. Tribus libellulis opusiniunetum explieuit. Nalgods Schreibweise ist, wie schon erwähnt, klar und sachgemäß.

Ueberlieferung. Die Biographie des Johannes findet sich in Paris. 1240 s. XI (ausLimoges), 5565 s.XII (nur Buchl) und 18366 s. XI. XII (nur der Anfang); Ausgabe Mabillon,Acta SS. ord. Bened. V, 150186 (Venedig l ) Bd. 7, 148183). Die zweite Fassung des Johannessteht im Paris. 5386 s. XIIXIII f. 165175b, Fragmente davon edierte Sackur, NeuesArchiv 15,109112. Die anonyme Bearbeitung aus s. XI steht im Paris. 5566 s. XI f. 2158 b(Fragmente von Sackur, Neues Archiv 15, 113 f.). Die Bearbeitung Nalgods bei Mabillon7,184201. Vgl. Sackur, Die Cluniacenser 2, 336 ff. und 1,359 ff. Wattenbach 1, 472 f.Sackur, Neues Archiv 15, 105 ff. (Migne 133,43104).

IL Die Vita Maioli von Syrus und ihre Ableitungen. 1. Syrus,wahrscheinlich Mönch in Cluni, wurde nach dem Tode des CluniacenserabtesMajolus (949994) durch Warnerius, der wohl Prior in Cluni war, gebeten,das Leben des Majolus darzustellen. Syrus hatte sein Werk noch nichtvollendet, als ihn des Majolus Nachfolger Odilo nach Italien schickte,während Warnerius nach dem Elsaß gesandt wurde. Diesem hatte Syrusseine noch aus losen Blättern bestehende Schrift mitgegeben. Als Warneriusim Elsaß gestorben war, nahm Odilo bei einem Aufenthalte in Murbachdie Blätter an sich 2 ) und bat nach seiner Rückkehr den Syrus, das Werkzu vollenden. Syrus unterzog sich der Arbeit und hat sie zu Ende geführt,allerdings in weit ungenügenderer Weise, als es Johannes mit dem Lebendes Odo getan hat. Nämlich nur ein verschwindend kleiner Teil seinerBiographie läßt sich wirklich als solche bezeichnen und nur in wenigKapiteln würde das Platz finden, was Syrus von dem eigentlichen Lebendes Majolus erzählt. Ohne Zweifel war Syrus mit Majolus bekannt gewesen,denn er führt an einigen Stellen dessen eigne Worte an 3 ) und er bringtauch den kurzen Brief, den Majolus an die Brüder geschrieben hatte, alser aus der Gefangenschaft bei den Sarazenen befreit werden wollte. Aberer weiß von den Schicksalen seines Helden nur herzlich wenig, und esgenügt ihm, diese auseinanderzureißen und die weiten Zwischenräume mitder üblichen Erdichtung zu füllen. So gelingt es ihm, den an sich sehrgeringfügigen Stoff in drei Bücher auszuweiten, indem er an die eigent-lichen Lebensdaten eine große Menge Züge anknüpft, die sich von Majolusebensogut wie von jedem andern Kirchenfürsten behaupten ließen und nur

') Diese Ausgabe ist hier benutzt. Ex- I Bitte (Mabillon 7,764) et scriptorum vitio

zerpte von L. v. Heinemann, MG. SS. XV, j depravata ad statum pristinum relegendo cor-

586 ff. rigere keinen Sinn.

2 ) Vielleicht waren sie dort aber schon 3 ) 2,16 p.775 und2,17p. 776 heißt es sicut

abgeschrieben worden, denn sonst hätte Odilos | ipse fatebatur.