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2 (1923) Von der Mitte des zehnten Jahrhunderts bis zum Ausbruch des Kampfes zwischen Kirche und Staat : mit Index
Entstehung
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H Q Geschichte der lateinischen Literatur des Mittelalters. Zweiter Teil.

Darin sieht Hugo eine Beleidigung Gottes und er führt zur Widerlegungdie Verwandlung von Wasser zu Wein wie überhaupt Christi Wunder an.Und wenn Berengar nicht verstehe, wie das Wort Fleisch geworden sei,so könne er auch nicht begreifen, wie sich das Brot in den Leib wandle,außer wenn ihm der Glaube an den Allmächtigen helfe; sonst kämpfe erja geradezu gegen Gott. Hugo bringt dann eine Menge Zitate aus denVätern, geht aber um den eigentlichen Gegenstand sachte herum und suchtvor allem die Verwandlung aus Gottes Allmacht zu erweisen. Autoritativschließt er mit den Worten:Ich spreche aus Erfahrung, sonst würde ichnicht glauben. Du aber wirst nach Störung des Friedens vom Stolz empor-gehoben." Die Schrift ist unbedeutend und hat, da ihr Verfasser bald daraufdes Bistums enthoben wurde, keine Geltung erlangt.

Im Jahre 1051 wandte sich Dietwin, Bischof von Lüttich, an KönigHeinrich von Frankreich in einem Briefe, wo er erst allgemein von denNeuerungen des Bischofs Eusebius von Angers und Berengars spricht, dieden Leib Christi nur als Schatten und Schein begreifen wollten und die recht-mäßigen Ehen wie die Kindert-aufe zu vernichten trachteten. Der König habegegen diese Ketzerei eine Synode einberufen, aber diese werde nichts fruchten,da Eusebius Bischof sei, und Heinrich möge erst vom Papste die Macht dazueinholen, gegen die Ketzer einzuschreiten, denn ein Bischof könne nur vomPapste gerichtet werden. Im weiteren Verlaufe des Briefes bringt Dietwin zahl-reiche Stellen aus den Patres zur Eucharistie und behandelt die Kindertaufenach Augustin und die rechtmäßigen Ehen nach den Konzilsbeschlüssen.

Zu einem größeren Schlage holte Durand, Abt von Troarn, gegenBerengar aus. Er war von Jugend auf Mönch in Fecamp gewesen und

1059 der erste Abt des von Graf Roger von Montgomery gegründetenKlosters Troarn in dem Sprengel von Bayeux geworden und schrieb um

1060 den Liber de corpore et sanguine Christi contra Berengarium et eiussectatores, den er dem Abt Ansfrid von Preaux widmete, wie sich aus demVorworte von 900 Hexametern ergibt. 1 ) Hier meint er, niemand solle ihmzürnen, daß er über einen solchen Stoff zu schreiben unternommen habe,denn er sei dazu durch eine ketzerische Bewegung gezwungen worden, diesich jetzt über Frankreich ausbreite. Die alte Schlange, so beginnt ei-sern Werk, hat die Menschen wieder versucht, so daß sie glauben, daßBrot und Wein nach der Weihe auf dem Altar dasselbe bleiben, was siegewesen sind und daß sie Christi Leib und Blut nicht wirklich sind, sondernnur bildlich darstellen. Aber noch Schlimmeres haben diese Feinde derKirche ausgedacht, was man gar nicht aussprechen kann. Dadurch kannnur das ärgste Unheil für die Kirche erwachsen und alle Tugenden werdenvergehen. Durand weist dann an der Hand von Stellen aus Augustin,Hilarius, Ambrosius, Radbert, Gregor, Cyrillus, Eusebius Emissenus, Beda undAmalar die Richtigkeit der kirchlichen Auffassung nach und bringt 6, 20 2 )auch drei größere Stücke aus einer Schrift des Fulbert von Chartres. 3 )

') Die Herausgeber hatten nur deren 25 j a ) Migne 149, 1405B.

ediert, Mabillon vermehrte diese Zahl um 13 I 3 ) Er nennt ihn hier episcopus nostri

in den Annal. ord. s. Bened. 5, 103 f. und aus I temporis, hat ihn aber kaum mehr persönlich

diesen geht die Widmung an Ansfrid hervor, j gekannt.