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2 (1923) Von der Mitte des zehnten Jahrhunderts bis zum Ausbruch des Kampfes zwischen Kirche und Staat : mit Index
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100 Geschichte der lateinischen Literatur des Mittelalters. Zweiter Teil.

fessionem. Im ersten Teile benutzt er Gregors Dialoge (col. 47B), Cassian (= collationespatrum col. 47C), die Vitae patrum (48A) und die Vita Mariae Aegyptiacae (48D), also ganzdieselbe Literatur, die er im Cursus spiritualis verwendete. Aufzählung seiner Werkecol. 51B56B, Bericht über seine Tätigkeit im Schreiben col. 56D58C. HandschriftMonac. 14756 s. XI f. 62T>111 ^>. Ausgaben von Mabillon, Anal, vetera p. 116 = Migne146,29; vonR. Wilmans, MG. SS. 11,387 393. Vgl. K. Werner, Gerbert v. Aurillac S. 241und besonders J. A. Endres, Forsch, z. Gesch. d. frühmittelalteil. Philosophie S. 7984.

Oratio teutonice. Unter den Werken Otlohs finden sich ferner zweilateinische Gebete, deren eines von ihm auch ins Deutsche übertragen unddabei gekürzt wurde. Er bittet hierin Gott um Erlösung von der Sündeund um den gnädigen Beistand hierzu von seiten der Maria, St. Michaels,der Apostel und einer großen Zahl von Heiligen. Ferner bittet er um dieWiederherstellung des zerstörten Münsters von St. Emmeram und legt Für-bitte ein für alle Richter, Geistlichen und Laien, für alle im Kloster ver-storbenen Brüder und für alle mit St. Emmeram in Gebetsbrüderschaftstehenden Mönche. Zuweilen ist der deutsche Test mit lateinischen Wortendurchsetzt.

Handschrift des als Quelle dienenden lateinischen Gebets Monac. 14490 s. XI f. 158»(das zweite lateinische steht f. 51 a ), das deutsche Gebet ebenda f. 1611>. Ausgabe Pez 1,1,417; Müllenhoff und Scherer, Denkmäler deutscher Poesie und Prosa 3 1, 267 ff., dazuAnmerkungen 2,411 ff.; dort S. 413 Vergleichung des deutschen Textes mit dem lateini-schen Original.

Translatio s. Dionysii. Höchstwahrscheinlich hat sich Otloh auchdazu hergegeben, einen Bericht der erdichteten Übertragung des hl. Dionysiusnach St. Emmeram zu verfassen. Dieser Bericht ist nach L. v. Heinemann 1 )zwischen dem 25. Oktober und 4. November 1049 abgefaßt. Das Vorwortder Schrift verdeckt unter außerordentlichem Wortreichtum den völligenMangel an eigentlichem Inhalt und sucht unter Vorspiegelung von Autopsieund von Erkundung von seiten französicher Berichterstatter den Scheinder Wahrheit der Ereignisse vorzutäuschen. Im Eingange der Schrift be-richtet der Verfasser von der Bedeutung des hl. Emmeram seit den ZeitenKaiser Arnulfs und erzählt, daß Arnulf gegen Westfranken gezogen sei undvor Paris den Gedanken faßte, den Leib des hl. Dionys zu erwerben; hierzuhabe sich unter Anwendung einer List ein Kleriker erboten, der den Raubmit Hilfe einer großen Geldsumme ausgeführt habe. Darauf sei der Abtvon St. Denis zu Arnulf gegangen und habe um Rückgabe des Heiligengebeten; wenn er ihn aber nicht herausgebe, dann möge er mindestensdafür sorgen, daß der Raub nirgends bekannt werde. Arnulf behielt nunden Leib des Heiligen stets bei sich und schenkte ihn kurz.vor seinemTode dem Kloster St. Emmeram. Hierauf bringt der Verfasser den Berichteines Reklusen mit den weiteren Schicksalen des Heiligen im Kloster undden obligaten Wundern. Als Jahr der Übertragung nach St. Emmeram wirdKap. 11 das falsche Todesjahr Arnulfs 900 angegeben und das gegenwärtigeJahr als 1049 bestimmt. Die weiteren Abschnitte der Schrift sind völligunwesentlich, der Verfasser schreibt hier Hildvins Vita Dionysii und dessenBrief an Kaiser Ludwig aus, benutzt die Historia ecclesiastica des Eusebius,die Chronik und die Viri illustres des Hieronymus, Gregors I. Homilien sowieBedas Erklärung zur Apostelgeschichte und ein mit Zusätzen versehenes

*) Neues Archiv 15,336.