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2 (1923) Von der Mitte des zehnten Jahrhunderts bis zum Ausbruch des Kampfes zwischen Kirche und Staat : mit Index
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Otloh von St. Emmeram. 99

scripsi librum inei quoque operis novissimum, cui titulum imposui De cursu spirituali. Inquo videlicet libro quantum per sacrae scripturae maximeque per psalterii et evangelii campumcurrere potui, scribendo protuli. Zur Antwort der Menschen Prol. (col. 139 D) sed pene nulltValens prodesse consilio vel exemplo, unusquisque enim quem admonere praesumpsi, dicebatse necessario sequi allorum gesta, nee aliud posse facere, nisl quod prineipes rectoresquehuius mundl videret facere. Zu den Geistlichen Prol. (140 D) cum peritissimos quosdamclericos audirem optima quaeque aliis praedicare, sed mox post praedicationis horam pessimaiubere et perpetrare. Quid enim peius potest esse, quam iudicia quaeque subvertere, nullamiudicii veri spem subiectis relinquere, res alienas iugiter coneupiscere, . . . monasteria deosanetisque eius maneipata destruerel Zum Mißwachs (142 A) Quia enim per multos iamannos peccatis exigentibus penuria frugum laborabant homines, opus est rectoribus hocprovidere, quid agendum sit pro eiusdem penuriae plaga mitiganda. Multiplex namquedoctrina tarn in veteri quam in novo testamento invenitur hoc instruens, ut quoti escumqueplaga aliqua superveniat, mox homines . . . communüer invocent deum pro necessilatibus suis.Die Benutzung der obengenannten Quellen erstreckt sich von Kap. 2425 (col. 231B234B.)Handschriften: Monac. 14490 s. XI f. 56 b und 18611. Ausgaben von Pez 3, 2,259 = Migne146,139. Vgl. K. Werner, Gerbert v. Aurillac S. 243; Dümmler a. a. 0. S. 1093 f.

Liber de temptationibus. Die persönlichen Verhältnisse, über dieOtloh imgeistlichen Wettlauf" sich geäußert hatte, mochten mit seinemzunehmenden Alter erhöhte Wichtigkeit für ihn gewinnen. Es drängte ihndaher, der Nachwelt ein weiter ausgeführtes Bild seines inneren Lebenszu überliefern und sie zugleich mit den wichtigsten Phasen seines äußerenLebens in Verbindung mit der Reihenfolge und mit den verschiedenen Ver-anlassungen seiner Werke bekannt zu machen. So entschloß er sich zueiner Art von allerdings sehr lückenhafter Selbstbiographie, die er Liberde temptatione cuiusdam monachi x ) uannte. Nämlich im Anfang des erstenTeils der Schrift spricht er von sich in der dritten Person und erzählt,daß er nach seinem Eintritt ins Kloster, der viel zu früh erfolgt sei, viel-fach vom Teufel versucht wurde. Er ergeht sich darin, diese Versuchungenrecht ausführlich darzustellen und den Weg anzugeben, wie er sie siegreichbestand. So erhalten wir eine Darstellung seines inneren Lebens, die haupt-sächlich aus seelischen Kämpfen besteht, und insofern gleicht dieser Aus-schnitt aus seiner Selbstbiographie in etwas einem geistlichen Roman. Be-sonderen Raum nimmt die Aussprache mit seiner inneren Stimme ein, diesich sehr breit über sein Leben und seine Stellung in der Welt ausläßt; 2 )diese innere Stimme aber ist Gott selbst. Aus diesen Abschnitten gehthervor, daß Otloh eine stark sensitive Natur war, leicht empfänglich füralle äußeren Eindrücke. Beim Beginn des zweiten Teiles bemerkt er, daßer seine Anfechtungen erzählt habe, um den jungen Mönchen zu zeigen,wie man mit Hilfe der hl. Schrift solche überwinden könne. Sodann gibter ausführlich Rechenschaft über seine zahlreichen Werke und erzählt miteiner gewissen Selbstgefälligkeit, wie zeitig er schreiben gelernt und wiegut er geschrieben habe und welche von ihm geschriebenen Bücher erbefreundeten Klöstern oder Personen zum Geschenk gemacht habe. DieSchrift ist von J. A. Endres eingehend gewürdigt worden, der erklärt,daß Otloh trotz seiner Abneigung gegen alle weltliche Wissenschaft dochein gewisses Interesse für philosophische Betrachtungsweise und für philo-sophische Probleme besitzt.

Beginn (col. 29 A) Fuit quidam clericus vitiis multis modis deditus qui cum saepiusa domino commoneretur pro aedificatione sua, conversus tandem venu at monasticam pro-

] ) So ist der Titel nach Mabiilon, Anal. I 2 ) Nämlich von col. 340 bis 50D.vetera p. 107.