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2 (1923) Von der Mitte des zehnten Jahrhunderts bis zum Ausbruch des Kampfes zwischen Kirche und Staat : mit Index
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Otloh von St. Emmeram.

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Bücher, deren erstes bis zum 7. Kapitel der alten Biographie reicht, währenddas zweite sich zum größten Teile aus Bonifazbriefen zusammensetzt unddann Kap. 8 des Originals hinzufügt. Das Werk reicht bis zum Tode undBegräbnis des Heiligen und läßt Kap. 9 des Originals völlig unberücksichtigt.Natürlich hat durch die Einfügung der vielen Briefe der Charakter derBiographie gelitten, die im zweiten Buche sich fast völlig auflöst, da esOtloh gar nicht für nötig fand, zwischen die Briefe auch nur einige er-läuternde Worte zu stellen. So ist die eigne Arbeit des Mannes recht un-bedeutend und das Werk ist nichts anderes als eine Kompilation aus Quellen,die uns meist bekannt sind. Um so wortreicher aber ist die Vorrede, in derder Autor zuerst von der Geschichte seiner Arbeit handelt, dann sich gegenNeider des Werkes wehrt und über seine Quellen spricht, wobei er namentlichdie Aufnahme der Briefe verteidigt; es ist sehr bezeichnend, daß er erklärt,aus den Briefen ergebe sich vor allem die Verehrung, mit der Bonifaz beimPapste aufgenommen wurde. Das Werk wurde später vielfach benutzt unddie große Zahl von Handschriften bezeugt die Wertschätzung, in der es stand.Zur Geschichte der Vita Bonifatii vgl. den Prolog (cd. Lcvison p. 111,17) Bündecum quidam ex vobis mihi referret, iam antea pro eodem opere laboratum fuisse apuds. Leonern papam, ita ut nonnullos libros, unde plenius ad hoc instrueretur, abbas EgbeHusscriptoremque simul ei Romam transmisisset, ipsosque libros, eo defuncto et opere petitominime expleto ibi remansisse, tunc misertus talium apposui aliquid animwm, volens scilicetimplere petita, denn (p. 111,7) Petistis enim ut s. patris nostri Bonifacii vitam precipuoquidem elegantique utpote s. Willibaldi stilo antiquitus editam, sed in locis quibusdam itainftrmo intellectui velatam, ut difficile pateat, quo oratio tendat, hanc ego sententia apertiorireserarem; außerdem Tempt. 2 (col.55A) postulabar a quibusdam eiusdem monasterii fra-tribus, ut s. Bonifacii vitam difficili stilo editam, aliquid facilius ederem. Quam petitionemlicet diu denegarem, postremo tarnen compulsus importunis precibns, ut potui quod petituseram implevi. Eigils Leben Sturms wird in Buch 2,17 p. 202 f. benutzt, UDd die Verwertungdes Mainzer Lebens von Bonifaz erfolgt Buch 1,41 ff. p. 155ff. und 2,20-31 p. 205215.Zur Wertschätzung der Bonifazbriefe vgl. den Prolog p. 113, 6 fortassis enim ille venerandusvir, qui vitam s. Bonifacii inprimis scripsit, virtutes eius multas epistolasque nescienspretermisit. Sed mihi consideranti literas omnes, quas de eo habetis, in nullis maior tantipresulis auctoritas quam in epistolis ab ipso vel ad ipsum directis videtur esse und p. 116,28Bixi namque prius quod et Herum dico, quia inter omnes literas, quas de s. Bonifacio habetis,epistolae illlus mihi viderentur precipuae. Unde, quascumque huic operi necessarias invenirepotui, in unicm colligere studui. Wenn Otloh nun p. 113,1126 auf die hervorragende Stel-lung des Heiligen aufmerksam gemacht wird am Schluß p. 113,26 heißt es Postremo . . .quod etiam vobis modo peropus est, quomodo . . . cenöbium . . . vestrum possessionibus et de-cimis speclalibus sublimaverit und p. 116,7 19 auf das Recht des Heiligen hingewiesenwird, an Mönche und Arme Decimen zu verschenken, 1 ) so ergibt sich doch daraus ein ge-wisser Zweck der Biographie, die also im Vergleich zu Willibald eine Tendenzschrift zugunstender Klöster genannt werden kann. Otloh hat auch sonst in seinen Werken die Rechte derKlöster gegenüber ihren Vergewaltigern verfochten, es ist aber möglich, daß die FulderMönche ihn hier unmittelbar aufgefordert hatten, auf diese für sie so wichtige Frage zukommen. Ueber die Disposition seines Werkes hat er sich im Prolog p. 117, 3 ff. selbstausgelassen, wo die Zweiteilung 2 ) scharf hervortritt. Die Ueberlieferung betreffend, findetsich das Werk s. XIII in Salzburg zu St. Peter 3 ) (Becker 115, 240 de s. Bonifacio libellus,quomodo Bairarlam diviserit in quatuor episcopatus), diese Hs. scheint aber verloren zusein. Haupthss. sind Zwettlensis 77 s. XIII f. 124 und Trever. 93 s. XII, unvollständig Ad-mont. 654 s. XII f. 183; vgl. zur Ueberlieferung die Ausgabe von Levison p. LXIXLXXIV.Ausgaben: 4 ) Mabillon, Acta SS. ord. s. Bened. 3,2. 2887 = Migne 89, 633664 und be-sonders W.Levison, Vitae s. Bonifatii archiepiscopi Moguntini p. 111217 (Hannover und

') Es geschieht das im Hinblick auf dasgefälschte Privileg des Papstes Zacharias (2,15P- 201) und auf den unechten Brief Pippins(2,19 p. 204).

2 ) Vgl. p. 117,4 tarn de vita s. viri quam

de epistolis supradlctis scribere gestis.

3 ) Anders Levison p. XXVII.

4 ) Vgl. darüber die Ausgabe von Le 1p. LXXV1IILXXX.