Otloh von St. Emmeram.
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coepit, ut eandem collectionem litteris exciperem. Quod . . . aggressus etc. Daß die Tatsacheins Jahr 1053 oder 1054 gehört — die Pilgerfahrt geschah 1053 — lehrt Hermanni ContractiChron. 1053 (MG. SS. 5,133). Die Wiederholung des Aufenthalts von Heinrich in Regens-burg Lib. tempt. (col. 54 D) Liter haec vero ille ad monasterium suum vocatus proficiscituret post non multum tempus ad nos Herum revertitur. Zur ersten Reise nach Fulda vgl.Lib. vis. 10 (col. 363 C) quia tunc ad monasterium Fuldense profectus ibi praesens esse nequiviund zur Zeit der Reise Dümmler S. 1080 n. 5. Zu den Zuständen in St. Emmeram vgl.Lib. tempt. (col. 53 A) sowie Dümmler S. 1081 ff. und die in den Noten angeführten Stellen.Die gefälschten Urkunden des Klosters bei E. Mühlbacher. Regesta imperii Bd. 1 N. 343.980. 1866. 1959, vgl. auch Monumenta Boica 31,149; daß Otloh sich vielfach mit Dionysius be-schäftigte, ergeben Mus. Brit. Add. 22793 und Monac. 14137 (Hildvins Schrift über den Heiligenund die Caelestis hierarchia). Zur Dekanswürde Lib. vis. 4 (col. 353 D) Ante decennium agenteme decaniam in monasterio nostro; zum Streit mit dem Abte vgl. Lib. vis. 4 (353D) Quade re inter me et abbatem nostrum discordia magna exorta est und Tempt. (54AB) tuncpetita ab abbate licentia ad monasterium Fuldense quasi cito reversurus perrexi . . . in ipsodiscessionis meae anno, qui erat ab incarnatione domin i 1062, hierzu col. 55 A fugiens adFuldense monasterium venirem ibique per annos quatuor . . . commoratus viderer . . . postu-labar a quibusdam eiusdem monasterii fratribus, ut s. Bonifacii vitam difficili stilo editamaliquid facüius ederem. Zu seinen Beschäftigungen in Fulda vgl. Tempt. col. 53BC und 55 A,wo neben der Vita Bonifacii der Libellus manualis und der Anfang des Libellus proverbiorumerwähnt wird. Aufenthalt in Amorbach col. 55 B Cum autem assiduis epistolis per monasterii•nostri fratres quosdam revocatus ad patriam nollem cito reverti . . . vix tandem ab Ulis re-meandi licentiam obtinui. Verumtamen ad monasterium nostrum prius pervenire nolui . . .Qua de re ad monasterium Amerbach dictum perrexi. . . . Cum autem in eodem loco unumpene annum manerem, venerunt nuntii ex monasterio nostro missi, cum quibus exinde adpatriam reversus mm. Zur Krankheit vgl. Doctr. spirit. 14,126 Languidus . . . 131 patienstormenta doloris und Tempt. (col. 58A) Postea senectus et infirmitas varia me prohibutt,sowie den Anfang des Briefes (col. 137 A) Quoniam aetati meae advesperascit et inclinataest iam dies.
Otloh hat nicht nur viel abgeschrieben, sondern auch eine ganze ReiheWerke verfaßt und darüber auch genaue Rechenschaft gegeben, indem erin dem zweiten Teil der Schrift De temptationibus suis nicht nur ihrechronologische Aufzählung gibt, sondern sich auch über die Gründe ihrer Ent-stehung ziemlich breit ausläßt, wie er überhaupt in diesem Werke eine ArtAutobiographie gibt. Seltsam genug hat er übrigens seine eignen Schriftennicht selbst geschrieben, sondern diktiert und nur eigenhändige Zusätzedazu gemacht. In solcher Form haben sich seine Werke, die unter seinenAugen hergestellt wurden, erhalten. Außerdem ergeben seine meist wort-reichen Vorreden und Widmungen mancherlei für sein Leben und seinePersönlichkeit.
De doctrina spirituali ist Otlohs ältestes Werk, 1 ) ein längeresGedicht mit Prolog und in 39 Abschnitten. Es soll den Leser, der in Kürzeunterrichtet sein will, auf die Vorstufe christlicher Erkenntnis emporheben,damit er dann nach Höherem verlangen könne. Das metrische Gewandhabe er aber nicht aus Gefallsucht, sondern aus alter schulmäßiger Ge-wohnheit angewendet; 2 ) am Schluß des Prologs aber entschuldigt er sich,daß er oft mehr nach dem Sinne als nach den Gesetzen der Metrik ge-schrieben habe. Vielleicht ist das Gedicht durch Prospers Epigramme an-geregt worden, da der Stoff ein ähnlicher ist und der Eingang des Prologsan Prosper erinnert. Übrigens nennt Otloh am Ende dieses Vorworts seinenNamen, was er nur selten getan hat. 3 ) Das Werk beginnt mit einem
') Bresslau (Jahrb. d. Deutsch. Reichsunter Konrad IL Bd. 2,395 n. 1) meint, daßdie Schrift noch unter Konrad IL verfaßtsein kann.
2 ) Vgl. auch Temptat. 2 (col. 52 A) metricoscilicet stilo, quo maxime in saeculari vitapositus me exercebam.
3 ) Vgl. Dümmler a. a. O. S. 1071 f.