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2 (1923) Von der Mitte des zehnten Jahrhunderts bis zum Ausbruch des Kampfes zwischen Kirche und Staat : mit Index
Entstehung
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Bruno von Wurzburg. 73

ein Stück des Briefes des Hieronymus an Sunnia und Fretela mit einem Zu-satz aus Papias, dann der Hieronymusbrief an ßufinus über das Diapsalma,ein Brief des Origenes über denselben Gegenstand, ferner aus der Vorrede desCassiodor zur Psalmenerklärung die Kapitel 11.48 und 13, dann die Vorrededes Basilius zum Psalmenkommentar in Rufins Übersetzung, ein Stück aus derPsalmenerklärung, die dem Beda fälschlich zugelegt wird (Migne 93,477 D)und endlich drei kurze Gebete an Gott und Christus, die folgende Arbeit überdie Psalmen gnädig aufzunehmen. Bruno hat nun das Psalterium Galli-canum zugrunde gelegt, doch finden sich in dem den Erklärungen stetsvorangestellten Psalmentexte auch Beziehungen zum Psalterium Romanumund darüber hinaus Stellen, die von beiden Vorlagen abweichen. Die Er-klärung selbst ist großenteils aus Cassiodor und aus dem Breviarium inpsalmos genommen, das dem Hieronymus mit Unrecht beigelegt wird; außer-dem werden benutzt der Psalmenkommentar Augustins und der obengenanntePseudo-Beda, sowie an sechs Stellen Stücke aus Gregor dem Großen. 1 )Häufig werden für denselben Psalmenvers mehrere Väterstellen und zwarohne Verbindung aneinandergesetzt und die Vorlagen werden nur in ganzseltenen Fällen verkürzt. So hat man es nur mit einer Auswahl aus schonVorhandenem, nicht mit einer selbständigen Arbeit zu tun. Das Gleichegilt für die Erklärung kleiner biblischer Stücke, nämlich für acht Cantica,während die Erklärung zur Oratio dominica, der sich das Symbolumapostolorum und die Fides Athanasii anschließt, auf anderer Grundlageberuht. Zur Erklärung der Cantica wird meist Hieronymus, seltener Origenesverwendet, und an einer Stelle des Canticum Annae 4 wird HrabanusMaurus benutzt. 2 ) Das Vaterunser und das Symbolum aber erhalten keinenwirklichen Kommentar, sondern sie werden nur mit einer Katechese 3 )zwischen Schüler und Lehrer bedacht, wobei der Schüler fragt und derLehrer antwortet. Die Katechese beschränkt sich auf die aller elementarsteUnterrichtung und bleibt vollständig an der Oberfläche haften; sie kannnur für Lehrer gedacht sein, die den ersten Unterricht zu erteilen hatten.Und auch die Erklärung des athanasianischen Glaubensbekenntnisses ist nurfür die mäßigsten Ansprüche geschrieben, sie benutzt aber zuweilen nebender wörtlichen auch die allegorische Deutung und geht jedenfalls auch aufpatristisches Vorbild zurück.

Zeugnisse. Hohe Abstammung vgl. Hermanni Contr. chron. 1034 (MG. SS. 5,122, 2)Brun patruelis imperatoris wxA besondersBrunonisopera rec.H. Denzing er bei Migne 142,9 f.Daß er Propst zu Goslar war, sagt der Anon. Hamersleb. de basil. Goslar, eiusque propositis(Leibniz, Script, rer. Brunsvic. 2, 507) Nomina propositorum: Bruno VII. Herbipolensis epi-scopus. Erbebung zum Bischof vgl. Ann. Hildesb. 1034 (p. 38 ed. Waitz) Megirihardus Werzi-burgensis presul ad Christum migravit, post quem Bruno patruelis imperatoris subintravita deo datus und Hermanni Chron. 1034 (MG. SS. 5, 122,1) Meginhardo quoque praesuleWirzeburgense defuncto Brun patruelis imperatoris, filius scilicet ex Mahthilde Conradiducis, episcopatum die paschae accepit. Zu der Schrift gegen Simonisten Anon. Mellic. 84(ed. Ettlinger S. 82) Bruno alius doctrina et scientia clarus scribit nihilominus contrasymoniacos.*) Scribit super psalterium prestantissimum opus. Zum Tode vgl. Herim. chron. 1045(MG. SS. 5,124,24) In quo videlicet itinere rex quoddam vetus Solarium ascendens cum tnultis

') Die Vorlagen sind durch die Anfangs-buchstaben des Verfassernamens stets kennt-lich gemacht.

2 ) Migne 142, 535 C.

3 ) Vgl. J. Baier, Der hl. Bruno von Würz-burg als Katechet. Würzb. 1893.

') Vgl.hierzu Denzinger, Proleg. 3.12 beiMigne 142, 24D.