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2 (1923) Von der Mitte des zehnten Jahrhunderts bis zum Ausbruch des Kampfes zwischen Kirche und Staat : mit Index
Entstehung
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Bruno von Würzburg. 7 1

8. De consona tonorum diversitate. Zwei Lehrer im KlosterReichenau, Burchard und Gerung, 1 ) hatten sich an Bern mit der Bitte ge-wandt, ihnen etwas über die Verschiedenartigkeit der Kirchentöne darzu-stellen. So verfaßte er noch einen kurzen Tonarius, der Dach W. Bram-bach in seinem ersten Teile die acht Erkennungsformeln der Tonarten mitBeispielen aus dem Antiphonar aufführt, während der zweite Teil Introitusund Communionen enthält.

Widmung (col. 1155 A) Berno gratia dei etsinon merito tarnen officio abba dilectissimisin Christo filiis Purchardo et Kerungo vna cum ceteris in dominicarum scholarum gymnasioAugiae vacantibus .. . Vestri precum instantia mtper admonitus ut quosdam versiculos*) superconsona tonorum diversitate contpositos vestrae sagacitatis industriae ad discendum contra-derem, non statim hac de causa ad id faciendum animum appuli. z ) Die Schrift enthältErläuterungen über die authentischen und plagalischen Tonarten. Aus einem cod. Sangallensisgedruckt bei Gerbert a.a. 0.2,114-117 = Migne 142, 1155—1158. Vgl. A. Schubiger.Die Sängerschule von St. Gallen S.83 und W.Brambach. Die Reichenauer Sängerschule S. 16.

Außerdem war Bern auch eigentlich musikalisch tätig, indem er eingroßes Offizium auf den hl. Udalrich, dessen Leben er ja überarbeitete, inMusik setzte, vgl. den Text bei Gerbert 2, 117—120. Irrtümlich hat manihm das Leben des hl. Meinrad zugeschrieben, doch hat er ein Offiziumauf ihn komponiert; ein Responsorium daraus in acht Hexametern ist ge-druckt bei Schubiger a. a. 0. unter Exempla N. 45 p. 43. Außerdemkomponierte er einen Tropus für den Introitus auf Epiphanias wie aucheinen Hymnus auf dieses Fest (Texte bei Gerbert p. 120), ferner einenHymnus auf Maria Lichtmeß und auf die Fastenzeit, sowie je eine Sequenzauf den hl. Willibrord und auf die hl. Verena (Texte bei Gerbert a. a. 0.2,120—122 und Kehrein, Latein. Sequenzen des Mittelalters N. 749 und 863).Eine allerdings nicht ganz einwandfreie Zusammenstellung seiner Werkegab H. Hansjakob, Herimann der Lahme von der Reichenau (Mainz 1875)S. 31 ff.

Zum Schluß diene die Notiz, die der Anon. Mellieensis c. 81 (ed. Ettlinger S. 81) überBein bringt: Bern musicus vir pius ac doctus in monasterio Prumensi sub monastica pro-fessione deguit, quem postmodum Heinricus pius imperator abbatem Augie constituit. Quigratanter acceptus a fratribus dispersos recollegit et a Lamperto Constantiensi episcopo con-secratus magna insignis pietate ac scientia prefuit annis quadraginta. Hie scripsit librumde institutione missarum at de musica opus prestantissimum, vitam quoque saneti TJodalrieiAugustensis episcopi.

Briefe Berns finden sich gesammelt im Sangall. 898; daraus ist z. B.ein wichtiges Stück, das über die künftige Königswahl zu Kamba (1024)handelt, abgedruckt bei Pez, Thes. aneed. noviss. (3, 1, 212 und bei Giese-brecht, Gesch. d. deutsch. Kaiserzeit 2, 709 N. 4.

8. Bruno von Würzburg.

ius dem höchsten Adel des Rc

1 Kärnthen und seine Mutter '

manns II. von Schwaben. Sein Oheim väterlicherseits war Papst Gregor V.

Bruno stammte aus dem höchsten Adel des Reiches; sein Vater warHerzog Konrad I. von Kärnthen und seine Mutter war die Tochter Her-

') Bern nennt ihn hier Kerung; es ist wohl ' 3 ) TerenzAndr. prol.l. Gleich darauf steht

derselbe Mönch, mit dem Bern den Dialog über | In silvam ne ligna feras et in mare pisces

die Quatemberfasten fingiert hat. | mit mittelalterlicher Weiterbildung von Horat.

-) Vielleicht hatten daher jene Lehrer um I Sat. 1.10.34.ein Gedicht gebeten.