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2 (1923) Von der Mitte des zehnten Jahrhunderts bis zum Ausbruch des Kampfes zwischen Kirche und Staat : mit Index
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70 Geschichte der lateinischen Literatur des Mittelalters. Zweiter Teil.

iniunxisti. . . et libellum quem tonarium consuete vocant libens porrigo. Zum Prolog (1099 C)Verumtamen non absimile videtur, si prius quaedam ponantur prolegomena, quibus minusad intelligendum capaces veluti prae foribus interitn exercitati ad ipsius demum scientiaepenetralia queant intromitti. Schluß des Prologs (1116D) Ego vero iam desinam multaloqui, ut finis Sit prologi, Schluß des Tonars (11301)) suffragantibus principis apostolornmmeritis, cuius amore tuis, beatissime pater, in hoc opere studuimus praeceptis obedire. Hand-schriften für den Prologus Monac. 14477 s. XII f. 57—63, 14663 s. XII—XIII f. 29 b -34 (un-vollständig); Bamberg. M IV 5 s. XIII; Vindob. 51 s.XII f. 49—52, Exzerpte im Monac. 14 965"s. XI f. 27—29; für den Tonarius Vindob. 51 s.XII f. 52-55. Darmstad. 1988 s. XI—XIVf. 157; Vatic. Pal. 1344 s. XI; für beide (außer Vindob.) Monac. 18937 s. XI f. 261—295 (um-fangreicher als der Druck bei Gerbert, also mit Interpolationen) und Caroliruh. 504 s. XI — XIIf. 1 —14 und 22—26 b . In alten Katalogen wird das Werk erwähnt in Michelsberg vor 1103(Geschenk Frotulfs: Neues Archiv 21,147) 111,11 Tonarius. musica Bernonis; s. XII (GeschenkThiemos; Neues Archiv 12,147) IV, 12 musica Bernonis. Muri s. XII (Becker 122,137) MusicaBern. Weißenau s. XII (Serapeum 28,306) Epistolam Bernonis de musica. Rolduc s. XIII(van Gils, Catalog. Rodensis 2) Musica Bern. Altzelle 1514 (Neues Archiv f. Sachs. Gesch.18, 258) R 22 Musica Bernonis. R 23 Liber musicalis . . . Bernonis abbatis. Ausgabe vonGerbert, Script, de musica sacra ecclesiastici 2, 62—79 und 79—91. Vgl. A. Schubiger,Die Sängerschule von St. Gallen S. 83. W. Brambach, Die Musiklitteratur des M.A. S. 15 f.und Die Reichenauer Sängerschule S. 15 f.

7. De varia psalmorum atque cantuum modulatione. Ein MönchMeginfrid hatte an Bern das Ersuchen gerichtet, ihn über die verschieden-artige Tonsetzung der Psalmen und Gesänge aufzuklären. Bern entsprachdiesem Wunsche, schrieb aber zunächst ein kleines Werk über die Ver-schiedenheit der biblischen Übersetzungen, um dann auf dieser Grundlageweiterzubauen; er widmete es dem Meginfrid und dem Eipenno, wahrschein-lich Mönchen in Reichenau. Bern äußert sich zunächst über die Sammlungund Einteilung des Alten Testaments in 22 Bücher durch Esdras, sodannüber die Herstellung der Septuaginta und über die von Hieronymus imGenesisprolog darüber geübte Kritik. Darauf kommt er auf andre Über-setzungen des Alten Testaments zu sprechen, namentlich auf die des Hiero-nymus und erwähnt das Lob Isidors und Gregors hierzu. Sodann erwähnter das gallikanische und das römische Psalterium und die Anordnung desPsalters durch Hieronymus, wobei er auf die Verschiedenheiten aufmerksammacht. Zuletzt behandelt er sehr ausführlich die Unterschiede im Text derkirchlichen Offizien nach dem römischen und gallikanischen Psalter. Daßer diese Schrift nicht als Mönch, wie Schubiger will, 1 ) sondern erst alsAbt und zwar nicht lange vor seinem Tode verfaßte, ergibt sich daraus,daß er von sich in Kap. 5 sagt, er sei vom Greisenalter schwach geworden.Das Werk, das also hauptsächlich die verschiedenen Lesarten der Psalmenund andrer Kirchengesänge behandelt, bezieht sich nicht auf deren Melodien,sondern nur auf die Texte. Ob Bern aber dazu gekommen ist, den eigent-lichen Wunsch Meginfrids zu erfüllen, ist sehr zu bezweifeln, da sich nichtsdavon erhalten hat.

Widmung (col. 1131A) Bern qui quod vult deus Meginfrido Eipennoni dilectis inChristo fratribus. Auftrag Igitur fraternae dilectionis tuae rogatu compulsus, o Meginfride,aliquid tibi scribere de varia psalmorum atque cantuum modulatione, quae dissimiliter velconfuse solet in ecclesia fieri, prius cupio de interpretum translatione memoriam facere,quatenics velut hoc quodam iacto sermonis fundamento, nostrae narrationis aedificium solidiussurgat in altum. Notiz über sein Alter 5 (1133D) Et quia sensu sunt parvulus . . . etsiaetateprovectus, senio iam defectus. Die Schrift beruht auf genauer Kenntnis des dreifachen hiero-nymianischen Psalters. Aus einem cod. Salemitanus gedruckt bei Gerbert a. a. O. 2,91 - 114 =Migne 142, 1131—1154.

') Die Sängerschule von St. Gallen S. 83.