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2 (1923) Von der Mitte des zehnten Jahrhunderts bis zum Ausbruch des Kampfes zwischen Kirche und Staat : mit Index
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68 Geschichte der lateinischen Literatur des Mittelalters. Zweiter Teil.

geht. Von Interesse ist die Bemerkung (1060 B) In nostri quoque monasterii archivo habeturMissalis longe aliter ordinatus, quam Romanae ecclesiae se liabeat usus. Außer den er-wähnten Quellen erscheint auch Kap. 2 Hildvins Brief an Kaiser Ludwig (1060 A) Testaturhoc abbas Hilduvinus ... in ea epistula, quam ad Ludovicum imperatorem direxit pro pas-sione sanctorum martyrum Dioni/sü et sociorum eius. Handschrift? Ausgabe Bibliotheca vet.patr. 18, 56 == Migne 142,1055-1080. Vgl. K.Werner, Gerbert von Aurillac S. 109 f.Hauck 3,959.

5. Vita sancti Udalrici. Fridebold, Abt von St. Afra in Augsburg,hatte den Bern aufgefordert, das ältere von Gerhard verfaßte Leben deshl. Ulrich zu überarbeiten. Jedenfalls wurde ihm dieses, wie auch dievon Bischof Gebhard begonnene Bearbeitung übersendet. Denn Bern kenntbeide Schriften und er erklärt in der Widmung an Fridebold, daß er sichzwischen der hochfliegenden Ausdrucksweise von Gebhards Werk und demam Boden liegenden Stil des älteren Lebens in der Mitte halten wolle.Er selbst werde nichts hinzufügen als Beispiele aus den Schriften der Väterund Sentenzen aus der Bibel. Jene Erklärung hat insofern ihre Berech-tigung, als Bern überhaupt einen einfachen und ungesuchten Stil schreibt,der für den Leser meist durchsichtig ist, da er sich von allzu großem Wort-reichtum in angenehmer Weise freihält. Hier im Leben Ulrichs überwiegtnatürlich der Legendenstil, der sich mehrfach an das Leben des hl. Martinvon Sulpicius Severus anlehnt. 1 ) Außerdem hat Bern reichlich Bibelstelleneingefügt, wie es auch sonst seine Art war. Neues erfährt der Leser aller-dings nicht in dieser Schrift, wenn man von einer großen Menge vonProphezeiungen, Visionen und Wundergeschichten 2 ) absehen will. So wirdauch der Streit Ottos I. mit Liudolf (Kap. 11—13) mit Wundern durchsetztund aus solchen bestehen fast lediglich Kap. 15—19, während sich inKap. 5 f., die mit den Tugenden des Helden ausgefüllt werden, die Bibel-sprüche mehren. Der in der Widmung angekündigte Zusatz von Stellenaus den Vätern beschränkt sich auf einige Zusätze in Kap. 21 f. aus denDialogen Gregors I. Man kann daher nicht sagen, daß das Leben Ulrichs inder Hand Berns gewonnen hat, Visionen und Wunder spielen die Hauptrolle.

Widmung (1183C) Reverendissimo patri Frideboldo ac vero sanctae matris Afraealumno Bern dei matris mancipium cum omni contubernio Augiensium fratrum. Auftrag(1183 C) Mirae caritatis virtus ex dulcifluo pectoris tui emanans fönte id exiguitati meaeiniunxit officü ut libellum de vita terque quaterque beati 3 ) paironi nostri Udalrici veraciquidem sed simpliciori quam oportuit sermone editum cultiori stilo reddam luculentum.Kenntnis von Gebhards Werk Accedit quod . . . Gebehardus . . . idem negotium corrigendistudio attentavit sed infectum morte praeventus dereliquit . . . Id ipsum tarnen quod composuit,licet eloquii venustatem redoleat, tarnen ita verborum ac sententiarum sublimitate se in altumextollit, ut vix ahquis exinde aliquid percipere possit. Alterius vero oratio, etsi verum veritatesubnixa, sie tarnen pene videtur humi iacere ut quisquis . . . pigeat se ulterius ad hanc in-clinare. Quocirca . . . ut inter utrosqv.e medius incedens talem moderato sermone materiamcomponam . . . ut nihil de propriis addam, praeter exempla antiquorum patrum atque sen-tentias sanetarum scripturarum. Handschrift Einsidl. 248 s. XII p. 166—207. Monac. 22021s. XII f. 188 (Fragment). Ausgaben: Marc.Velseri opera (Norimb. 1682) p. 596-617; J. A.Schmeller, St. Ulrichs Leben lat. beschrieben durch Berno von Reichenau, München 1844. 4 )Migne 142, 1183-1204. Der Prolog ist gedruckt bei Mabillon, Acta SS. ord. s. Bened.5,473 und vo n Waitz, MG. SS. 4,381 f.

*) 1 (1185 A) parentes . . . seeundum sae- j mitWiborad, mit Papst Marinus, 7 mit Ram-bert, 8 mit Heinrich, 9 St. Afra, 14 UdalrichsVision.

3 ) Der Ausdruck aus Verg. Aen. 1,94 kehrtauch an andrer Stelle wieder.

4 ) Mit deutscher Uebersetzung aus s. XIIoder XIII (vom Prior Adilbertus?).

culi huius dignitatem clari et nobiles =VitaMart. 2,1. 5 (1188 A) Adepto vero tantae dig-nitatis honore qualis quantusve (so statt tan-tusve) extiterit, nullius sermo ad integrumexplicare valebit =Yil& Mart. 10,1.

2 ) So die ablactatio, dann die Geschichte