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2 (1923) Von der Mitte des zehnten Jahrhunderts bis zum Ausbruch des Kampfes zwischen Kirche und Staat : mit Index
Entstehung
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Bern von Reichenau. 65

Nihil est enim — natura. So war also Bern im Laelius gut. belesen, wie auch aus altenBibliothekskatalogen 1 ) die Verbreitung dieser Schrift im 11. Jahrhundert in Deutschlandhervorgeht. In Ep. 9 ergeht die Bitte an Bischof H., Bern mit Reliquien des hl. Ursus, dessenTranslation in Aussicht stand, zu beschenken und ihm den 'Tag seiner Passion und etwavorhandene schriftliche Aufzeichnungen über den Märtyrer mitzuteilen (1167B diem etiampassionis vel si qua eiusdem gesta martyris penes vos hdbentur, nobis transmitti modis Om-nibus adoptamus). Die erste Bitte scheint sich aber nicht erfüllt zu haben, denn in Ep. 10wird sie an Kuno 2 ) wiederholt (1167C suppliciter deprecantes utl . . . aliquant portionem exsacratissimo corpore b. Ursi martyris Christi ac patroni vestri nobis liceat contingere).Brief 8 scheint an einen italienischen Bischof gerichtet zu sein (1166 A regni vestri status .. .regni vestri expectare consortes . . . quos hactenus nulla Alpium potuit separare auctoritas),den Bern ermahnt, bei der künftigen Wahl zu Kamba klug und vorsichtig zu sein. Brief 11an Pfalzgraf Friedrich ist eine Abhandlung, die scharfe Kritik an Cassians Institutionenübt. Bern war hierzu durch Friedrich bei einem Zusammensein in Köln aufgefordert wordenund geht hierbei von zwei Stellen Cassiodors aus, 3 ) an deren einer der Tadel Prospers unddes Victor Martyritanus 4 ) gegen Cassian deutlich ausgesprochen wird. Bern hebt dann dieeinzelnen Stellen der Kritik Prospers gegen Cassian heraus, so daß der ganze spätere Teilder Abhandlung aus Stücken von Prosper De libero arbitrio (contra collatorem) besteht undnur ein kleiner persönlicher Rest übrig bleibt. Die Briefe stehen im Sangall. 898 s. XI;Ausgabe bei Migne 142, 1157—1174. Zu den Schriften an Aribo und Piligrim und anHeinrich III. s. unten. Ueber Heinrich III. bei der Kirchweihe in Reichenau vgl. HerimanniChron. 1048 (MG. SS. 5, 128, 2 ff.), daselbst 128, 7 zum Tode Berns Per idem tempus domnusBern abba Augiae vir doctrina et moribus insignis anno promotionis suae 40° in senectutebona morbo confectus 7 Idus Junii diem ultimum clausit. Ueber sein Wirken als Abt vgl.Sigiberti Chron. 1027 (MG. SS. 6, 356, 22) Florebat hoc tempore aecclesiastica religio per ab-bates norninabiles . . .per Bernonem Augiensem. Zu den Werken Bernos vgl. Blanchard,Revue Benedictine 29, 98—106.

1. Qualiter quatuor temporum ieiunia per sua sabbata sintobservanda. In einem kurzen Widmungsbrief an Erzbischof Aribo sagtBern, daß er den zusammenhängenden Bericht, den er kürzlich in der Formvon Frage und Antwort herausgegeben habe, seiner Beurteilung unterstellenwolle. Er habe nichts Eigenes hinzugefügt, sondern nur Stellen aus denVätern ausgezogen, die Katechese erfolgt so, daß.Grerung 6 ) nach demGrunde der Verschiedenheit der Quatemberfasten fragt. Bern antwortetzuuächst mit einer Stelle aus Augustin De ieiunio sabbati und bringt danndie eigentliche Antwort über die Termine der Quatember aus AmalariusDe officiis ecclesiasticis 2,2 und 2,1. Er bestimmt den ersten Quatemberauf den ersten Sonnabend im März, den nächsten vierzehn Wochen später,den dritten auf den dritten Septembersonnabend und den letzten vierzehnoder dreizehn Wochen später. Der eigentliche Inhalt dieser kirchen-kalendarischen Schrift ist also fremdes Eigentum und nur die allerdingswortreiche Einkleidung stammt von Bern selbst. 6 )

Widmung (col. 1087C) Amantissimo domino Ariboni odorifico pontificum flori Berndei matris servorum extremus; Erwähnung des Werkes ad id meum inducebant animum,quo te prae ceteris dignum ducerem, cuius examinationibus illius narrationis seriem, quamnuper sub interrogatione et responsione de ieiuniis quatuor temporum edidi commendarem.Handschriften: Monac. 4622 s. XI-XIII f. 168—177''; 14477 s. XII f. 74-83; 14708 s. XIIf. 19. Ausgabe von Pez, Thesaur. anecd. novissimus4, 2, 53 = Migne 142,1087—1098. Vgl.K.Werner, Gerbert von Aurillac S. 191 und Hauck 3,553 n. 2.

M Vgl. Manitius, Philol. a alt. Bibl- j 5 ) Ihm neben Burchard widmete Bern

katalogen S. 19. ! die kleine Schrift De consona tonorum di-

2 I Er wird Virtutum viro ideoque Cuononisnomine digno genannt und ist daher vielleichtkein Kleriker.

3 ) Nämlich Expos, in psal. 69,1 undlnstit.div. litt. 29 (col. 1168 B).

4 ) Von ihm hat sich nichts überliefert.

versitate; er war nach dieser Widmung Lehrerin Reichenau.

6 ) Kap. 7 (1096B) führt Bern ein Sprich-wort an "Ut enim vulgäri proverbio utar: Autcantant quod sciunt, aut tacere compellunturquod nesciunt.

Manitius, Lateinische Literatur des Mittelalters. II.