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2 (1923) Von der Mitte des zehnten Jahrhunderts bis zum Ausbruch des Kampfes zwischen Kirche und Staat : mit Index
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54 Geschichte der lateinischen Literatur des Mittelalters. Zweiter Teil.

Abt. Als solcher faßte er später nach dem Tode Giseprands dieserscheint längere Zeit vor 998 gestorben zu sein den Plan, für seineMönche ein Werk über den Leib und das Blut des Herrn zu schreiben undes den Brüdern zu widmen. Dies Werk, das siebzig Kapitel umfaßt, hatsich erhalten. In der Widmung an die Brüder setzt Gezo seinen Plan aus-einander, daß er nämlich das Beispiel des Paschasius Radbertus nachahmenwolle und passende Stellen aus den Werken der Väter zu einem Ganzenverbinden werde. Und zwar werde er dieselben Väter wie Paschasius be-nutzen, nämlich Cyprian, Hilarius, Ambrosius, Augustin, Gregor, Johannes(Diaconus), Isidor, Hesychius, Hieronymus und Beda. Die Schrift des Pas-chasius aber werde er fast ganz aufnehmen, wobei er allerdings an einigenStellen mehr dem Sinn als dem Wortlaut folgen werde. Und um die injenem Mysterium wirkende Gnade Gottes seinen Lesern reiner leuchten zulassen, habe er noch eine Reihe Wunder zusammengestellt. Der Widmungschließt sich die Zusammenstellung der Kapitel an, wo die Überschriftenmehrfach die benutzte Quelle angeben. Das Werk beginnt mit den VersusOdonis über das Abendmahl 1 ) und hieran schließen sich die Verse desPaschasius ad Placidium discipulum. 2 ) Die Arbeit scheint nun, wie diemeisten dogmatischen Werke der Zeit, völlig unselbständig zu sein, indemwir es nur mit einer Aneinanderreihung von Zitaten aus den Werken derVäter zu tun haben. Gleich das erste Kapitel Quod humana infirmitas nonfacile debeat dicina discutere ist aus Hilarius de trinitate 10, 53f. genommen;es entspricht nämlich Vetat genealogiae bis et quod est non erat Hilarius beiMigne 10, 385 B bis 386 C, und die darin enthaltenen Abweichungen deutenoft eine bessere Überlieferung als der Druck des Hilarius an. Gleich hierim Anfange zeigt sich aber, daß Gezo an seiner Quelle weder Zutaten nochAbstriche macht, daß er ihr also genau im Wortlaut folgt. Weitere Ab-schnitte aus Hilarius sind Kap. 7 und 9. 3 ) Dasselbe Verhältnis zeigt sichbei den aus Cyprian entlehnten Stücken, die leider in Muratoris Ausgabeund danach bei Migne als aus bekannter Quelle nicht vollständig abgedrucktsind. Es handelt sich hier um Kap. 12, das aus der Schrift Quod idola diinon sint 8 (Hartel 1, 26, 615) stammt und nur unvollständig vorliegt. 4 )Das Gleiche ist der Fall bei Kap. 37, das aus De lapsis 25 (Hartel 1,255, 17) genommen ist und bei Kap. 46 aus Epist. 63 (Hartel 2, 701,1620); Kap. 54 ist aus De dominica oratione 4 (Hartel 1, 269, 17)genommen und Kap. 56 aus Epist. 11 (Hartel 2, 495). Kap. 13 ist ausAugustin in Joann. evang. tract. 80, 3 (Migne 35, 1840) mit verhältnismäßigwenig Abweichungen entlehnt. Die wichtigste Verwendung aber ist, daßGezo, wie er selbst berichtet, das ganze Werk des Paschasius zur Eucha-ristie fast ungekürzt übernommen hat; da aber jene Kapitel 1435 von

1 ) Migne 133,513. Die Lesarten bei Gezo j und 384B bis 385C (confiteri) ist Hilar. 3,2-(Migne 137,375) sind 2 Ut doceat. 4 prae- \ 3, 4 col. 76C bis 78 A.

tulit. 6 sumptu. tarn perfacile. 10 huic. 4 ) Hier läßt sich aus dem Text erkennen,

2 ) Hierzu vgl. Traube PL. 3, 44 und über daß Gezo eine der Hs. B (Bamberg. 476 s. XI)die Lesarten den Apparat in Traubes Aus- ähnliche benutzt hat; in Kap. 37 scheint einegäbe. Hs. vorgelegen zu haben die S (Paris. 10592

a ) Migne 381B bis 382D ist Hilar. de s.VI/VII) ähnlich war.hin. 2,2428 bei Migne 10.66A bis 69A