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2 (1923) Von der Mitte des zehnten Jahrhunderts bis zum Ausbruch des Kampfes zwischen Kirche und Staat : mit Index
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32 Geschichte der lateinischen Literatur des Mittelalters. Zweiter Teil.

«ine ganze Menge sonst unbekannter Worte auftreten ich erwähne hiernur cantabries, oche, hemistes, pascema, stephadium, fulanus, bomhinare,hat der Scholiast, der mit diesen Worten eingehende Bekanntschaft zeigt,in der zweiten Fassung ausführliche Erklärungen hinzugeschrieben. Dasdeutet doch darauf hin, daß der Scholiast die gleichen glossographischenUnterlagen wie Atto besaß, ja von diesem vielleicht sogar die Aufforderungerhielt, Erklärungen zu der Schrift zu geben, die Atto selbst nicht hattegeben wollen, obwohl es nicht ausgeschlossen ist, daß Atto nicht selbstschon manches an den Rand gesetzt hatte. Soviel steht aber fest, daß demAtto und dem Scholiasten gloss'ographische Quellen vorlagen, die heutewohl verloren sind.

Zeugnisse. Zum Geburtsjahr Attos s. J. Schultz S. 23. Die Herkunft Attos ergibtsich aus dem von Mai, Script, vet. nova collectio 6,310 veröffentlichten Testamente desBischofs, das nach dem Schlußsätze des Notars Petrus Rabbus (Zeit Heinrichs VI.) ein Trans-sumpt des Originals darstellt und dessen Echtheit J. Schultz, Atto von Vercelli S. 18 24nachgewiesen hat. Es gehört nach Schultz S. 17 ins Jahr 945. Zur Abstammung Attoss.Mai p. 6, vgl. Schultz S. 24 f., der aus dem Testament folgert, daß Atto Archidiakonin Mailand war, bevor er Bischof von Vercelli wurde; hierzu stimmt, daß Atto in Ep. 7 denPresbyter Ambrosius von Mailand um Belehrung bittet. Zur Kenntnis des Griechischens. den Kommentar bei Migne 134. 125B. 129D. 140C. 853B, sowie eine Menge Stellen imPolipticum, dessen Glossen, die wohl teilweise auf Atto selbst zurückgehen, doch auchgriechische Spuren verraten, vgl. z. B. die erste Glosse Migne 134, 859 n. 1602. Zur Zer-störung Pavias und zum Tode des Bischofs vgl. Flodoardi annales (MG. SS 3, 373, 39)Papiam . . . succendunt . . . urbis ipsius episcopus cum episcopo Vercellensi, qui secum erat,igne fumoque necatitr und Liutprandi Antapod. 3,3 (MG. SS. 3,304,17) Vsta est infelix olimformonsa Papia anno clominicae incarnationis 924 4 Id. Martias; zu Ragembert vgl. SchultzS. 8. Zur Erzkanzlerstellung bei Hugo vgl. dessen Urkunde vom 23. Juli 938 (Historiae pa-triae monumenta ed. iussu regis Caroli Alberti. Chartarum tom. 1, 144 G-isprandus can-cellarius ad vicem Ottonis episcopi et archicancellarli recognovi) und vom 20. März 940(ib. 1,150) Cyselprandus cancellarius ad vicem Attonis episcopi et archicanzellarii ; schonam 26. März 941 bekleidet Bischof Boso diese Stellung, vgl. Muratori, Antiquit. Italic.-5, 233 A ad vicem Bosonis episcopi et archicancellarii. Daß Atto sofort auf Berengars Seitetrat, ergibt sich aus der Schenkung der Könige Hugo und Lothar an das Bistum Vercelli"vom 13. August 945 auf Intervention Berengars, s. Hist. patr. mon. Chart. 1,157; seine Stel-lung zu König Lothar geht hervor aus der Urkunde vom 14. Juni 948 (Muratori, Antiq.Ital. 5, 559 A) nostram per Attonem Vercellensis ecclesiae episcopum nostrumque fidelem de-precatus est clementiam (nämlich Adeodatus Bischof von Parma). Als Consiliar Lothars er-scheint Atto in der Urkunde vom 13. Mai 950 (Hist. patr. monum. Chart. 3,1014); zu Manassesvon Arles vgl. Schultz S. lOf. Zur Treue gegen Berengar s. Schultz S. 14. 38. 58 f. DasTodesjahr hat Schultz S. 15 und 31 aus dem Polipticum und dem ihm vorangestelltenBriefe erschlossen, der Todestag ergibt sich in Uebereinstimmung mit einer dunklen An-spielung in dem Briefe aus dem Nekrologium von Monza (Giulini, Memorie di Milano 9,28)iT. Kai. [Jan.] obiit Atto Vercellensis episcopus; s. Schultz S. 15.

Schriften. 1. De pressuris ecclesiasticis. Außer den obengenannten Väternsind Hieronymus, Augustin und besonders stark Ambrosius de offieiis benutzt. Der Text,den Achery bot, weist viel Lücken auf. er beruht auf Vatic. 4322 s. XL Andere Hs. ist Vercell.arch. cathedr. 53, von Burontius benutzt, wohl noch saec. X. Zum Inhalt s. J. Schultz,Atto von Vercelli S. 39 und S. 69 ff., wo die einzelnen benutzten Väterwerke angegeben sind.

2. Kommentar zu den Paulusbriefen. Wichtig ist die Benutzung des Kommen-tars zum Galater- und zum Philemonbrief des Claudius von Turin, da dessen Weiterlebenin Italien im 10. Jahrhundert hierdurch bezeugt wird. Außerdem hat S. Hellmann, SeduliusScottus S. 182 n. 7 erwiesen, daß Atto den Pseudo-Primasius für die Erklärung zum Römer-brief benutzt hat. Hs.: Vercell. arch. cathedr. 40 saec. X (nach Schultz S. 29 noch vor 945geschrieben, da er vom Diakon Vercellinus geschrieben ist, der 945 die SchenkungsurkundeAttos schrieb, Hist. patr. mon Chart. 1, 155).

3. Briefe und Predigten. Die Beziehung von Ep. 2 auf Serm. 3 geben die WorteEp. 2 (Migne 134, 104A) quia sunt multi in vestris partibus, qui . . . auguria vel caeli signaseu vanas praecantationes intendunt. Atto beginnt seine Auseinandersetzung gegen die heid-nischen Gebräuche mit den Woiten Serm. 3 col. 836 B Mars namque et Ianus homines per-ttersi et infelices fuerunt und fährt dann fort Post quorum interitum paganorum Ulis more