Atto von Vercelli.
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gelangt der heutige Leser in ihm aus den angegebenen Gründen zu einemästhetischen Genüsse.
Die alte Hs. von St. Julien in Tours ist, wie A. Swoboda (Ausgabe p. III ff.) auffand,in zwei Teile zerspalten, nämlich Paris. Arsen. 903 s. X—XI f. 1—52 und Paris. S. Genovefae2410 f. 174 —229. Einzige Ausgabe von Ant. Swoboda, Odonis abbatis Cluniacensis oc-cupatio, Lips. 1900, vgl. hierzu C. Weyman, Lit. Zbl. 1901, 1063 und Manitius, Ztschr.f d. österr. Gymn. 1901, 226—229. Kenntnis des Gedichts bei Mabillon, Acta PS. 5,146n. 47 und Annal. ord. S. Ben. 3 lib. XLIV n. 40 (Hist. litt. 6, 245 f.).
Die Abfassung der Vita Geraldi wurde von Abt Aimo v. Limoges und von dessenBruder Turpio angeregt, wie Odo im Widmungsbriefe an Aimo und in der Vorrede zumBuche angibt, s. Migne 133, 639A und 642AB; vgl. hiermit die Chrouol. abbat. Lemovic. beiMarrier, Bibl. Clun. 65,') die allerdings nur aus dem Widmungsbriefe schöpft. Der Auf-enthalt in Tülle und die Reise nach Aurillac in der Vorrede col. 640 B Sed cum causa in-sisteret ut Tetelensts coenobü fraternitatem inviseremus, ad sepulcrum ipsius intendere Kbuit.Tunc vero accitis quatuor ex his quos ipse nutrierat (zwei Kleriker und zwei Laien) demoribus et qualitate vitae eius hactenus disquisivimus. Die Wunderberichte und Erzählungenenthalten übrigens manche historisch brauchbare Notiz, vgl. 1, 35—39 (col. 663-666). Leichthatte es übrigens Odo nicht, die Heiligkeit seines Helden zu erweisen, da er ja Laiegewesen war, und er begegnet daher in seiner Darstellung einer Menge von fingiertenWidersprüchen. Hss. Dijon 399 s. XI, Montepess. 142, Paris 5301 s. X und 3783 s. XI. Aus-gaben: ed. Marrier, Bibl. Cluniacensis 63-114, Migne 133, 639—704. Ueber eine etwasverkürzte Fassung, die aber auch von Odo zu sein scheint, s. Sackur, Die Cluniacenser2,334 und n. 2, wo sechs Pariser Hss. angeführt werden. Die Predigten bei Migne 133,709—752, daselbst 133, 751 ff. die aus Gerbert, SS. eccl. de mus. sacra 1,247 ff. abgedrucktenSchriften über Musik.
2. Atto von Vercelli.
Atto ist etwa 885 geboren und stammte aus vornehmer langobardischerFamilie, sein Stammbaum geht auf Asprand, den Oheim des Königs Desi-derius zurück. Von seiner wissenschaftlichen Ausbildung in seiner Jugendist nichts bekannt, sie kann aber nicht gering gewesen sein, da er in seinenWerken Kenntnis des Griechischen verrät und er im Polipticum eine Artlateinischer Geheimsprache anwendet, die sich auf ungewöhnlicher Bekannt-schaft mit dem Glossenlatein aufzubauen scheint. Als die Ungarn 924 einenEinfall nach Italien machten, wurde am 12. März Pavia von ihnen zerstörtund hierbei kam der Bischof von Vercelli, wahrscheinlich Ragembert, 2 ) umsLeben; an seiner Stelle wurde Atto zum Bischof von Vercelli erhoben. Alssolcher stand er eine Zeitlang in Gunst bei König Hugo von Italien, so daßer dessen Erzkanzler wurde, doch ging er dieser Stellung wieder verlustig,und als der Markgraf Berengar in Oberitalien mächtig wurde und Hugozu dessen Untergebenem herabsank, war Atto einer der ersten Großen, die945 auf Berengars Seite traten; im Jahr 950 erscheint er als ConsiliarHugos neben Manasses, dem früheren Erzbischof von Arles, der um denPreis des Erzbistums Mailand ebenfalls zu Berengar übergetreten war. Attoscheint dem Berengar auch nach der deutschen Invasion treugeblieben zusein, aber schon am 31. Dezember 961 ist er gestorben. Jedenfalls hat erim politischen Leben der Zeit keine kleine Rolle gespielt, aber ebenso be-deutsam trat er auf literarischem Gebiet hervor.
') Von Adern ar von Chabannes, vgl. Migne141, 81D Hie amiclüam habuit cum s. OdoneCluniacensi abbate, cui iussit edere vitam s.Geraldi.
2 ) Von ihm hat sich ein Brief an Erz-bischof Andreas von Mailand erhalten, s.Migne, Patrol. 134,12. Ein Schreiben Ana-stasius' III. an Ragembert bei Migne 134,15.