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2 (1923) Von der Mitte des zehnten Jahrhunderts bis zum Ausbruch des Kampfes zwischen Kirche und Staat : mit Index
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Geschichte der lateinischen Literatur des Mittelalters. Zweiter Teil.

corpore dornini dicit und c. 32 col. 577 B. Die Veranlassung zum 3. Buche s. in dessen Wid-mung col. 589 A domnus abba . . . sicut praecedentem libellum ita quoque hunc sequentem ag-gredi coegit. Die c. 1922 und 34 aus dei' Gegenwart erzählten Ereignisse (das erste gründetsich auf den Bericht des Abts Gorlantius v. Sens) sind kulturgeschichtlich nicht unwichtig.Die Kollationen waren im Mittelalter ziemlich verbreitet, s. Neues Archiv 32,688, sie wurdenübrigens in Cluni und auch anderwärts mehrfach Occupationes genannt, wie auch beideTitel einmal (in Blois 1518) ') gleichgesetzt werden. Wichtige Hs. ist Petropol. Q. 1. 51 s. XImit dem Titel Occupationes und am Ende mit zwei Schreiberversen, s. Gillert, NeuesArchiv 5, 262; außerdem Monac. 3603 f. 233 s. XV. Ausgabe vonMarrier, Bibl. Cluniac. 159;Migne 133,517638. Vgl. Sackur, Die Cluniacenser 2, 332 f. Ueber die Tätigkeit Odosals Abt von Baume und von Cluni s. Sackur 1, 68120.

Occupationes. Das große Gedicht wird nur in Cluni erwähnt alssupradicte occupationes metricae (Neues Archiv 32, 688) und bei der engenVerbindung Odos mit Tours ist es möglich, daß die einzige Hs. des Ge-dichts, die früher in St. Julien zu Tours sich befand, 2 ) mit der zu Cluniidentisch ist; zum wenigsten aber war sie deren Abschrift. Odo hat demWerke eine Vorrede vorangestellt, die wie die Vorreden zu den einzelnenBüchern in Versen geschrieben ist. Er wendet sich hier an einengeliebtenBruder", der ihn um ein Gedicht gebeten habe, mit dessen Hilfe er seinenschwachen Geist stärken könne. Und obwohl er Ungewohntes von ihm ver-langt habe, so wolle er doch das Werk angreifen, so gut er es könne. DerAdressat ist höchst wahrscheinlich der Bischof Turpio, da Odo Vs. 8 sagt,daß das Alte d. h. doch die Collationes für ihn, wie er glaube, genügthätte. 3 ) Dagegen findet sich in den Vorreden zu den einzelnen Büchernfast nichts Persönliches mit Ausnahme von 1, 17, wo ein Gedanke der Ge-samtvorrede wiederholt wird. 4 ) Diese Einführungen sind sämtlich in ver-schiedenen Versmaßen von zum Teil recht künstlicher Art gedichtet, wobeisich Odo gewiß an das Vorbild des Prudentius und Boethius, vielleicht auchan Wandalbert und Heiric angelehnt hat. Einfach gestaltet ist nur N. 3,wo zwei Adonier zusammentreten, und N. 4, die aus alkmanischen Versenbesteht. Die übrigen aber verraten doch eingehende metrische Studien,die sich auch in dem 4. Hymnus 5 ) (auf den hl. Martin) zeigen, währendz. B. die Prosodie in den Occupationes keineswegs auf der Höhe steht. Injenen Stücken begnügte sich Odo nämlich nicht mit einfachen Formen,sondern die Verse sind aus mehreren metrischen Gebilden zusammengesetzt.Und zwar sind sie keineswegs als Rhythmen gedacht, obwohl der Reimmit Ausnahme von N. 5 und 7 6 ) in ihnen eine große Rolle spielt. So bildendiese Vorreden formal eine ungewöhnliche Erscheinung und sie sind in ihrermetrischen Künstlichkeit einer der letzten Ausläufer der karolingischenRenaissance. Das große Gedicht selbst leidet übrigens an ermüdendenBreiten und es hat dem mittelalterlichen Leser infolge der ungemein vielenungewöhnlichen Wörter Schwierigkeiten genug bereitet. Noch viel weniger

a ) Omont, Anc. invent. et catal. 1, 78. BeiJohann v. Bersen 1353 wird das Werk mitder Bezeichnung Philosophia moralis magistriOdonis erwähnt. Ob die Aufschrift aus Heiligen-kreuz 1374 Andlitica Odonis hierher gehört?

2 ) Vgl. Odonis abbatis Cluniacensis Oc-cupatio ed. Swoboda p.IV lue est Über sanctiIuliani Itironensis cenobii

3 ) Und in den Worten 7 Tu nova . . . 9 Me

petis liegt wohl die frühere Bitte Turpios umdie Collationes ausgesprochen.

4 ) Strictius utque liger . . . Quod petis, etnova nitar.

5 ) Migne 133, 516; die beiden vorher-gehenden Stücke sind rhythmisch, währendN. 1 keinen Hymnus darstellt.

6 ) Freilich ist auch 5, 9 f. und 13 f. und7,1 ff. gereimt.