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Johannes Schulze und das höhere preussische Unterrichtswesen in seiner Zeit
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559
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Seh.'s Thätigkeit für das Militärunterrichtswesen. 559

liehen Bericht, dass von jedem, der auf Avancement imHeere dienen wolle, das Zeugniss der Reife für die Secundaeines Gymnasiums verlangt werden müsse, und überzeugteauch den Kriegsminister von Hake von den Vorzügen derGymnasialbildung. Freilich machten dann unter dessen Nach-folgern andere Ansichten sich geltend; Schulze erlebte aberdie Genugthuung, dass, als 1841 Boyen zum zweiten Malmit der Leitung der Armeeverwaltung betraut war, die frühervon ihm vertretenen Grundsätze hinsichtlich der Bildung derOfficiere als principiell richtig anerkannt und höhere An-forderungen an die Avantageure gestellt wurden. Wie vonverschiedenen hervorragenden Militärs ist auch von Schulzescharfe Kritik an manchen Missständen in den Militärunter-richts-Anstalten geübt; eifrig bemühte er sich, ihnen tüchtigeLehrer zuzuführen. Namentlich war er bestrebt, für dieKriegsakademie anerkannte Gelehrte, welche zugleich durchanregenden Vortrag sich auszeichneten, als Docenten zu ge-winnen und ihnen die freieste Wirksamkeit zu sichern; nurin seltenen Fällen entschloss er sich nach höherer Anord-nung durch das persönliche Besuchen einzelner Vorlesungeneine nähere Controle zu üben; entschieden bekämpfte er dieMassregel, die Lehrer auf jährliche Kündigung und gegenein nach der Zahl ihrer wöchentlichen Vortragsstunden ab-zumessendes Honorar anzustellen. Für besonders wichtighielt er, die Officiere genau zu prüfen, welche eine Aufnahmein die Kriegsakademie wünschten; er stellte ihnen selbst dieAufgaben aus der Geschichte und Geographie und unterzogdie von ihnen eingelieferten Arbeiten seiner Durchsicht.Diese Thätigkeit für das Militärunterrichtswesen führte ermit unvermindertem Eifer fort, bis eine Aenderung in derOrganisation der Militärstudiencommission 1864 seinen Rück-tritt auch aus diesem Amte veranlasste; gleichzeitig schieder auch aus der Direction der Kriegsakademie und wurde inihr durch Wiese ersetzt*).

*) S. in Wieses Lebenserinnerungen I, 220 ff. seine Mittheilungenüber das Militärunterrichtswesen und über dessen Verhältnisse inSchnlzes Zeit namentlich Oilech, Reyher IV, 107 ff.