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Johannes Schulze und das höhere preussische Unterrichtswesen in seiner Zeit
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554 Drittes Buch. Zweites Capitel.

lieher Thätigkeit das Streben nach Wahrheit erkannt undbelebt hat", dafür dankte ihm die Bonner philosophischeFacultät, als sie wie die anderen gelehrten Körperschaftendes preussischen Staats 1858 ihm ihre warmen Glückwünschezu seinem fünfzigjährigen Amtsjubiläum aussprach*). Erhatte bei diesem so wenig als bei seinem fünzigjährigenDoctorjubiläum im Jahre zuvor eine Feier gewünscht; umsolcher auszuweichen, war er im Sommer 1858 in das bairischeGebirge gereist, um dort, wie er selbst schreibt,in stillerZurückgezogenheit mir die Leiden und Freuden meines Lebensund die vielen und reichen Segnungen, welche nach höhererFügung und oft ohne mein Verdienst mir zu Theil geworden,dankbar zu vergegenwärtigen". Bei seiner Heimkehr aberfühlte er sich tief und freudig bewegt durch die vielen un-zweideutigen Zeichen der Anerkennung und Theilnahme, mitwelchen man ihn aus der Nähe und Ferne geehrt hatte.Die Akademie der Wissenschaften in Berlin und die Central-direction des archäologischen Instituts, die Leipziger und allepreussischen Universitäten, die Berliner und andre Gymnasien,die Räthe und Beamten des Ministeriums und viele Provinzial-schulcollegien, die Erfurter Akademie gemeinnütziger Wissen-schaften und die Teubnersehe Buchhandlung hatten Adressengesandt, in denen Schulzes Verdienste eingehend gewürdigtwaren; wissenschaftliche Arbeiten waren ihm u. a. von AlbrechtWeber und Wilhelm Dindorf gewidmet; von der Leopoldi-nischen Akademie war er zum Mitglied, von der juristischenFacultät der Universität Halle, deren theologische Facultätihm schon 1830 ihre höchsten Würden verliehen hatte, zumDoctor ernannt. Auch in Weimar war dankbar seiner dortvor 50 Jahren begonnenen Thätigkeit gedacht, und wie vondem dortigen Grossherzog war auch von höchster Stelle inPreussen ihm eine Auszeichnung zuerkannt.

In der Art, in der Schulze bei Titel- und Ordens-verleihungen behandelt wurde, spiegelt sich der Wechsel

*) In einem von dem damaligen Dekan Otto Jahn unterzeichnetenSchreiben, das wie die anderen Adressen zu Schulzes Jubiläum vonAscherson in der II. Abtheilnng des LXXX. Bandes der Neuen Jahr-bücher für Philol. und Pi'tdag. S. 84 ff. veröffentlicht ist.