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Johannes Schulze und das höhere preussische Unterrichtswesen in seiner Zeit
Entstehung
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532
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532 Drittes Buch. Erstes Capitel.

Schenkendorf Max genannt war. Lebhaft interessirte sichSchulze namentlich für dessen früh hervortretende künstle-rische Begabung; schon als er in Quinta sass, schrieb seinVater an Passow, er zeichne Porträts nach dem Leben miteiner treffenden Aehnlichkeit und einer Schärfe der Auf-fassung, wie man sie bei einem Knaben von zehn Jahrenselten finde. Er lernte dabei auch die Methode seines LehrersPeter Schmid genauer kennen und bemühte sich dieser Ein-gang in den preussischen Schulen zu verschaffen*). Seinekünstlerischen Interessen und Bestrebungen hat Max Schulzeauch später nicht aufgegeben, nachdem er dem juristischenBerufsich zugewandt hatte; dass er eine Anstellung in Berlinfand und ganz mit dem Vater zusammenlebte, hat dieser dank-bar als ein hohes Glück seines Alters gepriesen.

In einem vertrauten Brief an Göttling rühmte er 1847die Trefflichkeit seiner Söhne und die liebevolle Art, in dersie für ihn sorgten; aber freilich, setzte er hinzu, auch siekönnten die schmerzliche Lücke nicht ausfüllen, welche durchden Hingang ihrer Mutter in seinem Leben entstanden sei.Seinem alten Freunde verbarg er auch nicht, wie manchenKummer er in seiner amtlichen Thätigkeit erfahre;dennoch,schrieb er, bleibe ich unverdrossen, und verliere den Muthnicht; die sieben letzten Jahre waren für mich eine zweiteharte, aber doch heilsame Prüfung, aus welcher ich, Ihnendarf ich es sagen, mit dem trostvollen Bewusstsein hervor-gehe, in keiner Sache und in keinem Augenblick der Wahr-heit und meinem Charakter ungetreu geworden zu sein, unddie unverwüstliche Liebe, mit welcher ich dem preussischenStaate angehöre, rein und treu bewährt zu haben. MeineUeberzeugung steht fest, dass ich, indem ich dem preussi-schen Staate in strenger Pflichterfüllung und ohne Rücksichtauf Gunst und Beifall diene, zugleich für mein deutsches

*) Max Schulze hatte seine Zeichenstunden bei Schmid zusammenmit dem jungen Karl von Nagler, dessen Erzieher Trendelenburg sichebenfalls an dem Cursus betheiligte. Nach eigener praktischer Erfah-rung konnte so Trendelenburg die Schmidsche Methode in einem Auf-satz der Allgemeinen Schulzeitung empfehlen; vgl. Bratuscheck inden Philosophischen Monatsheften VIII, 349 f.