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Johannes Schulze und das höhere preussische Unterrichtswesen in seiner Zeit
Entstehung
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530 Drittes Bueb. Erstes Capitel.

Bei seinen anstrengenden Arbeiten war es für ihn von ganzbesonderem Werth, dass seit der ernsten Krankheit, die erunmittelbar vor seiner Verheirathung in Hanau durchzumachenhatte, dreissig Jahr lang nie seine körperlichen Zuständeseine Thätigkeit hemmten, dass er ohne Nachtheil für sieund ohne einer Ausspannung zu bedürfen, regelmässig bistief in die Nacht arbeiten konnte und dass er nach allenKämpfen und Sorgen, die ihm sein Beruf brachte, stets diebeste Erquickung im Frieden seines Hauses bei seiner Fraufand. Ihre ruhige Kraft und stille Fassung lernte er doppeltschätzen bei den schweren Schlägen, die sie trafen. Drei Kinderwurden in zarter Jugend ihnen entrissen, schon 1819 das nochin Coblenz geborene Töchterchen, vier Jahr darauf bald nacheinander zwei Zwillinge, ein Knabe und ein Mädchen, die beidekaum ein Jahr alt geworden sind. Eine noch härtere Prüfungaber wurde den Eltern dadurch auferlegt, dass ihr ältester SohnKarl, der sich zunächst körperlich und geistig auf das Bestezu entwickeln und zu den schönsten Hoffnungen zu berechtigenschien, bald nach Vollendung seines dritten Jahrs von epi-leptischen Krämpfen überfallen und durch solche Anfälle, diein späteren Jahren mit vermehrter Heftigkeit wiederkehrten,sein ganzes Nervensystem zerrüttet wurde. Die Versucheihn zu unterrichten mussten aufgegeben werden; immer mehrmachte sich eine Abnahme seiner geistigen Kräfte bemerk-bar, bis endlich im Juni 1843 der Tod den Unglücklichenvon dem, wie die Section erwies, unheilbaren Leiden erlöste.Mit Recht rühmte es Schulze als den grössten Beweis fürdie Stärke seiner Frau, dass sie 24 Jahre lang mit immergleicher Geduld den geliebten arinen Sohn gepflegt hatte;natürlich aber war dadurch auch ihre Widerstandskraft ver-mindert, als ihr eine neue ernste Sorge durch eine lebens-gefährliche Krankheit ihres Mannes bereitet wurde. Im Mai1845 brachten ihn wiederholte heftige Brustkrämpfe demTode nahe; dass sein Leben gerettet wurde, dankte er,wie er selbst sagt, nur seinem ihn behandelnden StiefsohnLudwig Böhm, derdie Einsicht und den Muth hatte ihm inden verhängnissvollen Stunden vier Mal hinter einander dieAder zu schlagen". Auf das Beste tröstete und pflegte ihn