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Johannes Schulze und das höhere preussische Unterrichtswesen in seiner Zeit
Entstehung
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528
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528 Drittes Buch. Erstes Capitel.

begreiflich;dass sie sich aber über die Lage der Dinge soungeheuer täuschen, beweist ihre leidenschaftliche Verblen-dung. Sie wollen die geistige Freiheit retten, die gar nichtbedroht ist; sie reden von Fortschritt und sie selbst sinddie Zurückbleibenden". Wie mussten durch solche Auslas-sungen die noch thätigen Räthe Altensteins berührt werden!Als Schulze nach ihrem Erscheinen zuerst seinen alten Freundund Collegen Kortüm, der sie noch nicht kannte, im Mini-sterium wiedersah, veranlasste er ihn, vor dem Beginn einerSitzung den Artikel zu lesen; Kortüm gab ihm das Blattzurück mit den Worten:Das ist niederträchtig".Ja, setzteSchulze hinzu, nur ein Lotterbube kann diesen Aufsatz ver-fasst haben". Er wusste nichts von den amtlichen Bezieh-ungen, in denen Eilers zu der Literarischen Zeitung stand,und sprach dies auch sofort aus, als er nach dem Schlussder Sitzung darauf hingewiesen wurde. Er wiederholte dieseErklärung auch am folgenden Tage, als Eichhorn ihn kommenliess und ihm die heftigsten Vorwürfe darüber machte, dasser in seinem Sessionszimmer einen seiner Räthe gröblichbeleidigt habe. Der Minister aber war durch Schulzes münd-liche Aeusserungen nicht befriedigt; er verlangte von ihmeine schriftliche Erklärung. Schulze nahm keinen Anstandnun auch schriftlich zu erklären, dass er keineswegs durchseine Worte irgend Jemanden und am wenigsten einen derRäthe persönlich habe beleidigen wollen; eine solche Absichthabe er schon desshalb nicht hegen können, weih ihm derVerfasser jenes Aufsatzes' gänzlich unbekannt und er erstnachträglich über das amtliche Verhältniss von Eilers zu derLiterarischen Zeitung unterrichtet sei.Meine Aeusserungen,fuhr er' fort, bezogen sich lediglich auf die kränkenden undaller Begründung ermangelnden Behauptungen, welche injenem Aufsatz über das Ministerium Altenstein enthaltensind, und auf die ausserordentliche Lage, worin sich dienoch lebenden Mitglieder dieses Ministeriums jenem Aufsatzund der richtenden Mitwelt gegenüber befinden. Wehmuths-voll gedachte ich besonders der schon heimgegangenen Mit-glieder dieses Ministeriums, welche sich nicht mehr gegenden Vorwurf vertheidigen können, dass sie eine gemüth- und