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Johannes Schulze und das höhere preussische Unterrichtswesen in seiner Zeit
Entstehung
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518
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518 Drittes Buch. Erstes Capitel.

Beaufsichtigung von Privatschulen, Privaterziehungsanstaltenund Privatlehrern berathen wurde. Sie war veranlasst durcheine Cabinetsordre des Königs, der auch durch sie eineSicherung vor demagogischen Umtrieben schaffen wollte;Schulze billigte die Einwände, die der Kronprinz gegen denvorgelegten Entwurf erhob, war aber in Abwesenheit seinesMinisters verpflichtet die Gründe für diesen geltend zu machen,und ausdrücklich bemerkte der Kronprinz, nachdem in derSitzung der Entwurf angenommen war, Schulze habe seineSache gut, er die seine minder gut vertreten. Anerkennunghatte der Kronprinz auch Altenstein gezollt. Davon zeugendie Briefe, die er an ihn richtete, davon die Worte, die erauf die Nachricht von seinem Tod schrieb*):Es war einsehr edler Mensch und kenntnissreich wie Wenige. SeinVerlust ist unersetzlich". Aber in demselben Briefe wies erauch auf den Widerstand hin, den er ihm geleistet habe;anders als unter seinem Vater und unter Altenstein wünschteder neue Herrscher die geistlichen und die Unterrichts-Angelegenheiten geleitet zu sehen. Schon früher ist erwähnt,wie gereizt er über manche Massregeln des Ministeriums Alten-stein war, wie er manchen seiner Pläne entgegentrat; einenbesonders schweren "Vorwurf machte er ihm aus seiner Be-günstigung der Hegeischen Philosophie; so musste ihm derEinfluss des Rathes besonders bedenklich erscheinen, der offenseine Verehrung Hegels bekannte. Und auch in Schulzesund seines Ministers Geschäftsbehandlung und in den vonihnen getroffenen Ordnungen des Unterrichtswesens behagteManches gar wenig den romantischen Ideen und Neigungendes Fürsten, der nach Gneisenaus treffendem Wortlieberdie Gewässer wieder gegen ihre Quellen leiten, als ihren Laufin die Ebene regeln" wollte, dessen reich begabter und leichtbeweglicher Geist wohl zu vielseitiger Empfänglichkeit fürSchönes und Edles, aber nicht zu folgerichtigem Denken undgemessenem Handeln gebildet war; schnell war er bereit inAnklagen gegen den Formalismus und die Pedanterie derUnterrichtsverwaltung, gegen ihre Förderung einer flachen Viel-

*) An Bunsen; s. Ranke, S. W. XLIX. L, 398.