506 Zweites Buch. Drittes Capitel.
fahren hatte, und in der That erscheint sie sehr ansehnlich,wenn man sie mit den Leistungen des vorangegangenen Jahr-hunderts vergleicht. Weder Friedrich Wilhelm I. noch Friedrichder Grosse hatte die Etats der Hochschulen erhöht; erst unterFriedrich Wilhelm IL war namentlich für Halle ein erheb-licher Zuschuss bewilligt; aber auch bei seinem Tod beliefensich die Gesainmtausgaben für die vier Universitäten Frank-furt, Königsberg, Breslau und Halle, auf die 1697, also genauein Jahrhundert zuvor 26 200 Thaler verwandt waren, nurauf etwas über 43 000 und die für das neuerworbene Er-langen mit eingeschlossen auf etwas über 60 000 Thaler.Schon in dem ersten Jahrzehnt seiner Regierung vermehrteFriedrich Wilhelm III. ihre Mittel erheblich. Halle alleinerhielt 15 000 Thaler, beinahe eben soviel Erlangen; viel be-deutendere Aufwendungen aber wurden dann nach 1806 fürdie Hochschulen gemacht. Der neuen Berliner Universitätwurden bei ihrer Gründung mehr als 50000 und in späterenJahren noch beinahe ebenso viele, der Bonner mehr als80 000 Thaler bewilligt, bei der Verlegung der Frankfurternach Breslau ihr Zuschuss um 21 000 Thaler vermehrt; dievereinigten Hochschulen Halle und Wittenberg erhieltennach und nach 70 000 Thaler, fast noch einmal so viel alssie zusammen je besessen, Königsberg mehr als das Acht-fache seiner früheren Dotation. Hatten die jährlichen Aus-gaben für die preussischen Universitäten 1805 ungefähr100000 Thaler betragen, so beliefen sie sich 1835 auf über450 000. Aber nicht nur bei einem Vergleich der so ge-währten Mittel mit den heutigen tritt ihre Dürftigkeit hervor;schon damals beklagten Altenstein und Schulze lebhaft,dass sie nicht genügten, um die Wünsche zu erfüllen, die siefür die Hochschulen und die Wissenschaft hegten. Aufmanche ihnen am Herzen liegenden Pläne mussten sie dess-halb verzichten, so auf die Gründung des polytechnischenSeminars in Berlin; auch bescheidene Forderungen für wichtigeInstitute konnten nur theilweise befriedigt werden. Alsnach langen Verhandlungen mit geringen Kosten in Breslaudas erste physiologische Institut begründet war und zuseiner Unterhaltung Purkinje nun an persönlichen Ausgaben