504 Zweites Buch. Drittes Capitel.
desshalb sollten bei ihr zunächst die Parthenonsculpturenbesonders berücksichtigt werden; um einen guten Grundlegen zu können, bewilligte Altenstein hierfür 2000 Thaleraus dem Einrichtungsfonds der Universität. Und auch fernerförderten er und sein vertrauter Rath nach Kräften dieeifrigen und geschickten Bemühungen des einsichtigen Leitersder werthvollen Sammlung*); nach ihrem Muster suchtedas Herausgeber Winckelmanns ähnliche Institute auch auanderen Hochschulen zu begründen: war er doch überzeugt,dass in den „Statuen und Kunstgebilden des griechischen Alter-thums sich dessen Geist am schönsten und adäquatesten ge-offenbart" habe**), und dass durch sie am besten „unter Pro-fessoreu und Studirenden und selbst beim grösseren Publikumder Sinn für Kunst erweckt" werde. Nach Bonn wurde zuerstKönigsberg mit einer solchen Sammlung versehen; im März1825 freute Schulze sich, Passow mittheilen zu können, dassauch für Breslau eine Auswahl von Gypsabgüssen bestimmtsei, die wenigstens hinreichten, „um den Entwicklungsgang, dendie griechische Kunst genommen hat, bei einer Vorlesungüber Kunstgeschichte den Zuhörern anschaulich zu machen",und noch in demselben Jahre meldete er seinem Freunde,dass nach dort die erste Lieferung der Abdrücke der BerlinerGemmensammlung abgeschickt sei; ein vollständiges Exemplar,welches nicht nur sämmtliche Gemmen der Stoschischen Samm-lung, sondern auch die früher und später von preussischenHerrschern erworbenen enthalte, solle sämmtlichen Univer-sitäten und einigen grösseren Gymnasien, den anderen Gym-nasien wenigstens „eine Auswahl der schönsten und in denSinn und das Leben des Alterthums am tiefsten einführen-den Gemmen" zugesandt werden. Aus Schulzes Briefen anPassow ist auch zu ersehen, wie lebhaft er sich für die Be-gründung des Berliner Museums interessirte, für die auch ermitgewirkt hat; Dank und Bewunderung hat der heutigeGeneraldirector der Museen dem „Ernst, der Gründlichkeitund der Sachkenntniss" gezollt, mit welchen auch Schulze
*) Vgl. Kekule, Welcker S. 171 ff.**) S. oben S. 452 Anm. **).