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Johannes Schulze und das höhere preussische Unterrichtswesen in seiner Zeit
Entstehung
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496
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496 Zweites Buch. Drittes Capitel.

festgesetzten Triennium viele Studireude der Heilwissenschaftbei dem erweiterten Umfange,ihrer theoretischen und prak-tischen Theile verleitet würden, den theoretischen Studiennicht die erforderliche Zeit und Aufmerksamkeit zu widmenund die praktischen Uebungen, deren Notwendigkeit sichihnen in Rücksicht auf ihren künftigen Beruf besonders auf-dringe, viel zu früh zu beginnen, wovon Seichtigkeit undUngründlichkeit die unvermeidliche Folge sei; desshalb seiauch in Baiern, Würtemberg, Oesterreich und Frankreich einlängerer Zeitraum für das medicinische Studium bestimmt.Der König genehmigte noch 1825 den Antrag des Ministe-riums, dass fortan Niemand zu den medicinischen Promotions-und Staatsprüfungen zugelassen werden dürfe, der nicht viervolle Jahre hindurch die Heilwissenschaft und die damit ver-bundenen Hülfswissenschaften studirt und das vierte Jahrbesonders zum Besuch der praktischen Institute benutzt habe,und in wieder durch Schulze concipirten Verfügungen wurdeim Januar 1826 diese Bestimmung bekannt gemacht und imZusammenhang damit zugleich ein theoretisches Examenangeordnet, um die Kenntnisse der Aspiranten des medici-nischen Doctorgrades „in den allgemeinen Hülfswissenschaftender Arzneikunde" festzustellen. Sie sollten dabei nament-lich in Logik und Psychologie, Physik und Chemie, sowiein Botanik, Mineralogie und Zoologie von den betreffendenProfessoren der philosophischen Facultät unter Vorsitz desDecans dieser und in Gegenwart des Decans der medici-nischen Facultät geprüft werden. Allerdings wurden nungegen diese Einrichtung des Tentamen philosophicum Be-denken namentlich von der Berliner medicinischen Facultäterhoben; sie sprach die Besorgniss aus, dass die Lehrer derNaturwissenschaften, die „nicht immer Doctores medicinae,gerade solche Gegenstände von den Studirenden zu wissenverlangten, welche dem künftigen Arzt am wenigsten zuwissen nützlich" seien, und dass durch ein zu ausgedehntesStudium der Naturwissenschaften die für die praktischenUebungen nöthige Zeit den Studirenden entzogen würde, underklärte sich besonders gegen ein Examen in der Philosophie,deren Studium besser den Gymnasien zu überlassen sei.