Medicin. Johannes Müller. 467
sich bemühte, ihm die Wege zu ebnen und ihm zu derStellung zu verhelfen, in der er solche Anschauungen durchWort und That auf das Wirksamste vertreten konnte. Mit„reger Theilnahme und einsichtigem Wohlwollen" unterstützteer, wie Dubois-Reyniond ihm nachrühmt, die Anträge, welchevon Rehfues aus Bonn zu Gunsten des Studenten und jungenDoctors und Professors Müller gestellt wurden, und alsdurch Rudolphis Tod die Berliner Professur für Anatomieund Physiologie erledigt wurde, trat er für Müllers Berufungein; er legte dem Minister das denkwürdige Schreiben vor,in dem Müller selbst mit Freimuth und Würde die Ansprücheentwickelte, die er nach dem Standpunkte der Wissenschaftund seinen Leistungen auf diese Stelle habe. In ihm fandAltenstein eine „ausgezeichnete Auffassung der Aufgabe fürden Vorsteher der Anatomie"; hatte er früher von andererSeite für Tiedemann sich bestimmen lassen, so entschied ersich jetzt für Müller, und Ostern 1833 trat dieser, noch nicht32 Jahre alt, das Amt an, welches er dann ein volles Viertel-jahrhundert bekleidet hat, das „ihm einen ausgedehntenWirkungskreis als Lehrer, eine ebenbürtige Umgebung alsForscher und die äusseren Hülfsmittel gewährte, deren erzu seiner vollen Entwickelung bedurfte". Schon am 2. Fe-bruar hatte er Schulze für dessen „liebevolle. Bemühung ge-dankt, ihn zu einer grossen Laufbahn der Thätigkeit hin-zuführen. Der Antheil, welchen Sie bei diesem Wendepunktemeines Lebens an mir und für mich genommen haben undden ich in so Manchem, was bis zu uns herüberklingt, inder Stille ganz klar und deutlich durchleuchten sehe, hatmich auf das Innigste gerührt; auf diesen werde ich stolz sein".Schon früher hatte Schulze sich eifrig für einen anderenhervorragenden Physiologen bemüht. Am 27. December 1822theilte er Passow mit, zu seiner Freude würde die Stelle desvon Breslau nach Marburg berufenen Bartels „sehr gut be-setzt werden durch den Prager Prosector Purkinje, einenMann von einem umfassenden empirischen Wissen in derAnatomie, Physiologie und Pathologie, welcher zugleich einebeifallswerthe philosophische Bildung hat, wie seine trefflicheSchrift über das subjective Sehen beweist"; den warm von
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