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Johannes Schulze und das höhere preussische Unterrichtswesen in seiner Zeit
Entstehung
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466
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466 Zweites Buch. Drittes Capitel.

In der kurzen Skizze, in der Schulze bald nach Alten-steins Tod die Wirksamkeit seines Ministeriums geschilderthat, weist er besonders auf die Namen der von ihm beru-fenen hervorragenden Lehrer der philosophischen Facultäthin; gleiche Sorgfalt, setzt er hinzu, sei auf die Wahl derProfessoren für die übrigen Facultäten verwandt, aber nichtüberall mit demselben glücklichen Erfolg. Die Gründe, sagtSchulze, lagen „theils in dem gegenwärtigen Stande dieserWissenschaften, theils in anderen Verhältnissen, die Alten-stein aller Bemühungen ungeachtet nicht ändern konnte".

Wie die Entwickelung der Naturforschung, war die derMedicin in Deutschland hinter der anderer Länder zurück-geblieben: dass auch sie unter der „falschen Naturphilosophie"litt, die „ohne hinlängliche erfahrungsmässige Begründungzu einem Resultate kommen zu können" glaubte, ist scharfvon Johannes Müller*) hervorgehoben. Sein Urtheil fällt umso mehr ins Gewicht, da er selbst in seiner Jugend starkvon der naturphilosophischen Strömung beeinflusst war, undauch, nachdem er von ihr sich durchaus abgewandt hatte,mit Nachdruck den Werth „einer mit Methode angestellten, ge-dankenvollen, durchdachten oder, was dasselbe ist, philoso-phischen Behandlung" und die Bedeutung der „erweiterndenund zum Allgemeinen strebenden Phantasie" für den Natur-forscher betonte. Durch sie, bemerkte er, würden neue Com-binationen zur Veranlassung wichtiger Entdeckungen gemacht,aber sie könne auch zu Träumereien hinreissen und nicht blossdie Resultate, sondern auch die Beobachtung im Keime ver-derben, wenn sie nicht im Gleichgewicht stehe mit der Kraft derUnterscheidung des isolirendenVerstandes; desshalb stellte erals erste Anforderung an sich und Andere, „dass man un-ermüdet sei im Beobachten und Erfahren". Es war unterden angedeuteten Verhältnissen von besonderem Werth, dassSchulze, der zuerst in Coblenz Müllers ausserordentliche Be-fähigung erkannt hatte, unausgesetzt auch weiter eifrigst

*) S. die von Virchow in den Anmerkungen zu seiner 1858 ge-haltenen und veröffentlichten Gedächtnissrede auf Johannes MüllerS. 41 ff. zusammengestellten Aeusserungen und Dubois-Reymond, Ab-handlungen der Berliner Akademie 1859 S. 35 ff. und Reden II, 153ff.

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