Chemiker und Physiker in Berlin. 463
aufhielt, die ersten Ergebnisse seiner Untersuchungen mitge-theilt hatte. Der Minister ging zwar hierauf nicht sofortein, da von dem jungen Gelehrten noch keine chemische Ar-beit veröffentlicht und noch keine Vorlesung gehalten war,aber er verlieh ihm ein Stipendium, das ihm ermöglichte,zwei Jahre in dem Laboratorium des grossen schwedischenChemikers zu arbeiten, und bald nach seiner Heimkehrwurde Mitscherlich dann 1822 zum ausserordentlichen und1825 zum ordentlichen Professor in Berlin ernannt. In dem-selben Jahre mit ihm begann hier ein anderer Schüler vonBerzelius, Heinrich Rose, seine akademische Thätigkeit; esfiel schwer, die nöthigen finanziellen Mittel flüssig zu machen,um auch ihm eine angemessene Stellung in Berlin zu geben;1835 wurde aber auch er zum Ordinarius befördert, nacheinem von Schulze verfassten Bericht, der ihn als „einender feinsten Experimentatoren in der analytischen Chemie",sein ihr gewidmetes im In- und Ausland anerkanntes Lehr-buch und seine Fähigkeit rühmte, „Liebe für diese Wissen-schaft mit gründlicher Einsicht in dieselbe und praktischerGeschicklichkeit zu den Versuchen in seinen Schülern hervor-zubringen". Wie Beide, hat in der Schule von Berzeliusfruchtbare Anregungen Gustav Magnus empfangen, der dannvon der Chemie zur Physik sich hinüberwandte; auch er istdurch das Ministerium Altenstein zum ausserordentlichenProfessor in Berlin ernannt, ebenso wie schon vor ihmHeinrich Wilhelm Dove, der seine Lehrthätigkeit in Königs-berg begonnen hatte; hier ist durch das gleiche MinisteriumFranz Ernst Neumann zum Professor der Physik befördert.Für die weitere Entwickelung der Physik, aber keines-wegs nur für sie war der grossartige Aufschwung der mathe-matischen Studien von hoher Bedeutung, um den Professorenpreussischer Hochschulen sich besonders verdient gemachthaben. Schon nach dem, was früher über Schulzes Be-strebungen für Besserung des mathematischen Unterrichtsan den Gymnasien bemerkt ist, erscheint es begreiflich, dasser mit lebhaftem Interesse den mächtigen Fortschritten derMathematik in seinen Tagen folgte. Gern hätte auch erGauss für den preussischen Staat gewonnen; obgleich dieser